Mittwoch 08.09.2010, 01:36 Uhr

Vorfreude überwiegt bei Räten

10.04.2008 - Von unserem Mitarbeiter Matthias Staber

Wie profitieren Böblinger Bürger von der Bebauung des Flugfelds? Mit dieser Frage haben sich Böblinger Stadträte aller Fraktionen beim fünften Politcafé im Bürgercafé Emil im Stadtteil Diezenhalde befasst. Dabei zeigte sich Hans Ambros (SPD) als großer Skeptiker.

"Die Böblinger Bürger haben nichts von der Bebauung des Flugfelds", lautet die These von SPD-Stadtrat Ambros. Ein "Kunstwerk eines gemeinsamen Projekts von Böblingen und Sindelfingen" nennt Ambros das Flugfeld-Projekt ironisch, "das wahnsinnig viel Geld kostet, das wir nicht haben". Das Flugfeld sei eine "Konkurrenzveranstaltung zur Böblinger Innenstadt". Viel wichtiger sei eine Verdichtung des Zentrums.

Damit steht es Neun zu Eins für das Flugfeld beim fünften Politcafé im Café Emil auf der Böblinger Diezenhalde. Neben Hans Ambros sind neun weitere Böblinger Stadträte gekommen, die das Projekt allesamt positiver bewerten. Das Flugfeld werde keine neue Hulb, verspricht Heinz Herberth (CDU), sondern werde hochwertigen städtebaulichen Charakter haben. Vom Flugfeld als möglichem neuem Böblinger Stadtzentrum schwärmt Monika Hübner (CDU).

Frischen wirtschaftlichen Wind erwartet Christdemokrat Hans-Dieter Schühle: "Rund 6000 neue Arbeitsplätze werden neues Einkommen generieren und zur Rentensicherheit beitragen." Vom Flugfeld als wichtigem Naherholungsgebiet spricht Dr. Willi-Reinhart Braumann (CDU), der sich zudem vom neuen medizinischen Dienstleistungszentrum eine bessere medizinische Versorgung der Böblinger verspricht.

"Das Spiel- und Wissenschaftscenter wird ein Highlight für Kinder und Jugendliche", stößt Wolfgang Hensel (SPD) ebenfalls ins Naherholungs-Horn. Auf hohen Freizeitwert in denkmalgeschützten Hallen mit dem Meilenwerk und Gastronomie freut sich Ulrich Schwarz (Grüne).

"Wohnen, Freizeit und Arbeit finden sich auf dem Flugfeld eng beisammen", sagt Rosemarie Späth (Freie Wähler). Dass Familien auf dem Flugfeld ohne Auto auskommen werden können, freut ihre Fraktionskollegin Ingrid Stauss.

"Keine Konkurrenz zum Zentrum"

Beide Stadträtinnen und Ulrich Schwarz sehen im Flugfeld keine Konkurrenzveranstaltung zur Innenstadt: Der Zuzug junger Familien werde Kaufkraft nach Böblingen bringen, die den Einzelhandel auch im Zentrum beleben werde. Auf den 80 Hektar des Flugfelds sind 1800 Wohneinheiten geplant. Mit der Bebauung des Flugfelds werde sich das Zentrum Böblingens nach Norden verlagern, so FDP-Rat Dr. Klaus Frommer: "Dies kann eine gemeinsame Stadt Böblingen/Sindelfingen befördern."

Beim Gespräch bleiben die Stadträte fast unter sich: Nur eine Handvoll Besucher folgten der Einladung des Arbeitskreises Diezenhalde, zur von Heike Lück und Alfred Wörner moderierten Diskussion.



Kommentar schreiben