Einstein-Labor für die Galerie
21.11.2008 - Von unserem Redaktionsmitglied Peter BauschSindelfingen will hoch hinaus, die Stadt zur Hochburg für Luft- und Raumfahrt machen und damit strategische Standortentwicklung betreiben. Ein erster Schritt ist, dass das erste feste Einstein-Labor Baden-Württembergs zum internationalen Jahr der Astronomie 2009 in der Galerie der Stadt eingerichtet wird.
Das Einstein-Labor mit einem interaktiven schwarzen Loch, einem relativistischen Flugsimulator und einer virtuellen Fahrradfahrt in simulierter Lichtgeschwindigkeit durch die dreidimensionale Tübinger Innenstadt sieht Beate Wittkopp als neues Angebot für alle Schulen: „Es soll sie motivieren, sich für Naturwissenschaften zu interessieren und eventuell sogar den Forscherdrang wachrütteln.“
Das passt zu dem festen Plan, 2009 zum dritten Mal den Regionalwettbewerb „Jugend forscht“ in Sindelfingen auszurichten oder im Sommer 2009 zusammen mit der Kepler-Gesellschaft Weil der Stadt eine Ausstellung mit Bildern der Mars-Mission ins Rathausfoyer zu holen.
Das Einstein-Labor gehöre im Prinzip auf das Flugfeld, sagt Beate Wittkopp: „Aber momentan ist es nicht möglich.“ Die Sachbearbeiterin im Rathaus hat deshalb die Galerie ausgesucht, in der Otto Pannewitz nicht nur reine Kunst, sondern eben auch das mit Landesmitteln geförderte und technisch hervorragend ausgestattete Lern-Stadt-Museums-Projekt beherbergt, das letztes Wochenende bei der langen Museumsnacht mitgemacht hat.
Die Kosten für Anfahrt, Aufbau und Einweisung belaufen sich auf einmalig 15 000 Euro. Die Idee, das Einstein-Labor so schnell wie möglich in Sindelfingen anzusiedeln, ist gemeinsam mit Professor Dr. Manfred Fischer, dem Chef der Kepler-Gesellschaft, und mit Professor Dr. Hanns Ruder, bis zu seiner Emeritierung 1996 Professor für Astrophysik in Tübingen, entstanden.
Traum von Uni-Außenstelle
Das Flugfeld hat Beate Wittkopp (Bild: z) aber nicht abgeschrieben. Es gebe konkrete Gespräche, eine Außenstelle der Universität Stuttgart und eine Akademie für Luft- und Raumfahrt auf dem Gelände zwischen Sindelfingen und Böblingen anzusiedeln. Finanzbürgermeister Helmut Riegger ist hoffnungsvoll: „Für unsere regionale Cluster-Initiative haben wir 300 000 Euro Zuschuss in Aussicht.“
Sindelfingen und Böblingen teilen sich die Aufgaben: „Wir beackern das Thema Luft- und Raumfahrt“, sagt Helmut Riegger: „Böblingen besetzt das Thema Medien und Informationstechnologie.“ Der Verwaltungsausschuss empfiehlt einstimmig dem Gemeinderat, das Einstein-Labor im April 2009 nach Sindelfingen zu holen.


