Lokales vom 15.11.2016

SZ/BZ-Bürgerbarometer (17 und Schluss): Die Menschen halten wenig davon beim Sindelfinger Hallenbad einen privaten Investor mit ins Boot zu holen

Die ganz große Lösung geht baden


 

Im Hallenbad des Sindelfinger Badezentrums ziehen die Handwerker ein, so viel ist klar. Wie lange sie bleiben, welche Wände sie einreißen und wo sie welche Fliesen neu verlegen, bleibt offen. Drei Varianten stehen zur Diskussion. Laut SZ/BZ-Bürgerbarometer wünschen sich die meisten Menschen, dass die Stadt auf die großen Sprünge verzichtet.

Die Ausgangslage: Neun Millionen Euro würde es kosten, das im Dezember 1976 eröffnete Hallenbad zu sanieren und damit den Status quo zu halten. Allerdings droht dieses dann ein Fass ohne Boden zu bleiben. Allein mit über drei Millionen Euro rechnet die Stadt an jährlichem Betriebskostenzuschuss. Die Idee ist deshalb, das Hallenbad attraktiver zu machen und mehr Besucher anzuziehen.

Falls die Stadt das selbst übernehmen will, gibt es Überlegungen, die sich zwischen elf und 28 Millionen Euro bewegen. Darüber hinaus existiert der Gedanke, einen privaten Betreiber ins Boot zu holen, der bis zu 60 Millionen Euro in die Hand nimmt.

Diese Pläne haben schon mehrfach Wellen geschlagen. Besonders große schon bei der Bürgerinfo Anfang des Jahres in der Stadthalle, bei der die Emotionen teilweise überschwappten (die SZ/BZ berichtete). Mit dem SZ/BZ-Bürgerbarometer liegt jetzt ein weiterer Pulsmesser auf dem Tisch. Die Zahlen unterscheiden sich in Sindelfingen und Böblingen zwar etwas, die Tendenzen bleiben aber gleich: In beiden Städten wünschen sich fast die Hälfte der Befragten die eher kleine Lösung. 31 Prozent der Sindelfinger könnten sich zumindest ein Familienbad vorstellen (Böblingen 20 Prozent). Dafür könnten sich doppelt so viele Böblinger wie Sindelfinger mit dem privaten Investor anfreunden.

Unterm Strich geht aber genau dieses Szenario unter. Vor allem dann, wenn man die Ergebnisse aus dem SZ/BZ-Bürgerbarometer und die aus einer Umfrage übereinander legt, die die Stadt in diesem Jahr unter den Besuchern im Badezentrum organisierte. Badegäste haben ihren Standpunkt auf 2397 Fragebögen festgehalten. Das Ergebnis lag Ende Oktober auf den Tischen der Sindelfinger Stadträte (Bild: z, Grafik: Erbele).

Die wichtigsten Ergebnisse der damaligen Umfrage: 51 Prozent der Stammgäste stimmten für die Variante eins. Nur zehn Prozent sind für das Investorenmodell. Im Querschnitt aller Badegäste sieht es etwas anders aus. Hier wünschen sich 45 Prozent, dass die Stadt mit Variante zwei ordentlich Geld in die Hand nimmt. 32 Prozent sind für die Variante eins und 19 Prozent für einen externen Investor.

Für die Stammgäste ist der Erhalt des 50-Meter-Beckens Grundbedingung. Kinder und Jugendliche wünschen sich eine deutliche Attraktivierung. Vereine hoffen bei einer möglichen Erweiterung auf bessere Lagerräume, Anwohner befürchten eine höhere Verkehrsbelastung und plädieren für die Beibehaltung des Standards.

Die nächsten Schritte: Der Gemeinderat soll eine Machbarkeitsstudie vorgelegt bekommen. Nach einer weiteren Bürgerinformation will die Verwaltung dann eine Beschlussempfehlung geben.

Info

Alle Bürgerbarometer-Folgen stehen auf www.szbz.de im Internet

 

 


Von unserem Redakteur Jürgen Wegner