Lokales vom 10.11.2016

SZ/BZ-Bürgerbarometer (15): Ann-Katrin Hammer, die Leiterin des Koordinationsstabs Flüchtlinge im Sindelfinger Rathaus, kündigt Nachbarschafts-Information im Eschenried an

„Die Zahlen gehen ganz extrem zurück“

  • „Die Zahlen gehen ganz extrem zurück“

 

Die Sporthallen der Gottlieb-Daimler-Schulen in Sindelfingen sind bereits geräumt, bis Ende November wird die Eschenried-Sporthalle ebenfalls frei. „Die Zahlen gehen ganz extrem zurück“, sagt Ann-Katrin Hammer zur Flüchtlingssituation in Sindelfingen.

Mehr als sieben Monate nach der letzten Bürgerinformationsveranstaltung in Maichingen organisiert Ann-Katrin Hammer, die Leiterin des Koordinationsstabs Flüchtlinge im Sindelfinger Rathaus, am 7. Dezember um 19 Uhr eine Nachbarschafts-Information im Johanneskirchen-Gemeindehaus an der Rechbergstraße. Bei der Umfrage des SZ/BZ-Bürgerbarometers hat mit 53 Prozent die Mehrheit der Sindelfinger die Informationspolitik von Stadt und Landkreis gut geheißen. In Böblingen fühlten sich 48 Prozent der Befragten gut informiert.

Ein halbes Dutzend Informationsabende hat Sindelfingen in den letzten zwei Jahren auf die Beine gestellt. „Jedes Mal, wenn es um Grundsatzthemen geht, suchen wir die Öffentlichkeit“, sagt Ann-Katrin Hammer. Anfang Dezember geht es um die konkreten Pläne, wie die ehemalige Eschenried-Realschule für die Anschluss-Unterbringung von Flüchtlingen umgebaut werden soll. Der Mietvertrag mit dem Landkreis ist nach gut einem Jahr beendet, voraussichtlich übernimmt die Stadt die Küche im Gebäude. Klar ist, dass der Arbeitskreis Asyl Sindelfingen weiter sein Spiel- und Beratungszimmer im Eschenried betreiben wird.

„Das Projekt ist auf drei Jahre befristet und parallel dazu laufen die Überlegungen für eine spätere Wohnbebauung“, sagt Ann-Katrin Hammer: „Angesichts der gesunkenen Zahlen überlegen wir gerade, ob wir den Umbau der Schule vielleicht reduzieren.“ Bei der Nachbarschafts-Information will die Stadt auch über das Verhältnis zwischen Familien und Einzelpersonen im Eschenried sprechen.

Derzeit sind in Sindelfingen knapp 600 Flüchtlinge vom Landkreis vorläufig in Gebäuden wie dem ehemaligen Solo-Verwaltungsgebäude, dem alten DRK-Haus oder an der Nüssstraße untergebracht. Die Stadt hat derzeitig rund 240 Menschen in Wohnungen für die Anschlussunterbringung gebracht. Allein im Jahr 2016 betrifft das rund 180 Neuankömmlinge.

„Es gibt einen erheblichen Anteil von Privatpersonen, die Flüchtlinge als Mieter aufgenommen haben“, sagt Ann-Katrin Hammer: „Dafür sind wir sehr dankbar und deswegen haben wir es in Sindelfingen bisher geschafft, um große Unterkünfte herumzukommen. Dass die Flüchtlingszahlen stark sinken, unterstützt unsere Strategie der dezentralen Unterbringung.“ Beschlossen hat der Gemeinderat Sindelfingen im Mai den Bau von zwei Gemeinschaftsunterkünften für die Anschlussunterbringung in der Allmend- und in der Kolumbusstraße.

Angesichts der aktuellen Zahlen gebe es auch an diesen Standorten Überlegungen über die künftige Nutzung der Wohnungen. Denn seit Juni kommen in den gesamten Landkreis 25 bis 30 Flüchtlinge pro Monat, also ein Bruchteil im Vergleich zum Jahresende 2015.

Info

In der nächsten Folge des SZ/BZ-Bürgerbarometers am Samstag, 12. November, geht es um die Zukunft des Floschenstadions in Sindelfingen.

 

 


Von unserem Redaktionsmitglied Peter Bausch