Lokales vom 16.02.2017

Renningen: Podiumsdiskussion über bezahlbaren Wohnraum / SZ/BZ-Serie „Wohnungsnot“ (Teil 7)

Ein Patentrezept gibt es nicht

  • Ein Patentrezept gibt es nicht

Beim Bürgermeisterwahlkampf in Renningen wurde deutlich, was die meisten Bewohner bewegt: Bezahlbaren Wohnraum zu finden, sowohl als Grundstückskäufer und vor allem auch als Mieter. Der SPD-Ortsverein versuchte in einer Podiumsdiskussion im Bürgerhaus Antworten zu finden. Es zeigte sich, dass es kaum Möglichkeiten der Gegensteuerung gibt.

Nahezu alle Plätze im Bürgerhaus waren besetzt, als SPD-Ortsvorsitzender Reinhard Händel die Gäste begrüßte. Auf dem Podium sollte eigentlich auch der Erste Bürgermeister der Stadt, Peter Müller, sitzen. Weil der erkrankt war, sprang Bürgermeister Wolfgang Faißt für ihn ein. Aus Stuttgart war der Vorsitzende der SPD-Stadtratsfraktion, Martin Körner, gekommen. Aus Leonberg der Geschäftsführer des Bauunternehmens Mörk, Matthias Schäfer. Moderiert wurde von Marco Lang vom SPD-Ortsverein Renningen-Malmsheim.

In Renningen an der Schnittstelle von den S-Bahnen 6 und 60 nach Stuttgart und Böblingen und der verkehrsgünstigen Lage unweit der Autobahn an zwei Bundesstraßen sind Grundstücke besonders beliebt. Das treibt den Preis nach oben. In einem Einzelfall sogar über knapp 700 Euro für einen Quadratmeter Bauland.

Die Stadt verkaufte zuletzt einen Quadratmeter zwischen 470 und 520 Euro. Privatverkäufer nahmen auch schon mal über 600 Euro pro Quadratmeter als Preis-Grundlage. Die Bauplätze der Stadt im neuesten großen Wohngebiet Schnallenäcker II in Malmsheim waren im Nu alle verkauft mit langen Wartelisten.

„Als ich vor zehn Jahren hierher gezogen bin, war ich schon erschrocken, was Grundstücke hier kosten“, sagte einleitend Moderator Marco Lang und stellte provokativ die Frage: „Wer kann sich das noch leisten?“

Renningens Bürgermeister Faißt brachte die Idee in die Diskussion, subventioniertes Bauland an die Bauträger abzugeben, mit dem 20-jährigen Recht der Stadt, günstig zu vermieten. Er wies darauf hin, dass nicht nur Bauland, sondern auch die Baupreise in die Höhe schnellen. Viele Wohnungen, so mutmaßt der Bürgermeister, stehen leer, weil Vermieter den Ärger mit Mietern scheuen.

Den Vorschlag mit dem subventionierten Grundstücksverkauf fand Martin Körner aus Stuttgart interessant und berichtete davon, dass in Stuttgart bei sechs größeren Grundstücken beschlossen wurde, die zu einem Festpreis abzugeben mit der Auflage, dass 60 Prozent der Wohnungen Sozialmietwohnungen werden müssen.

Bürgermeister Faißt sagte, dass die stadteigene Stadtbaugesellschaft im vergangenen Jahr 39 Wohnungen preiswert an die Mieter verkauft hat. Geschäftsführer Mathias Schäfer kritisierte, dass es


Von unserem Mitarbeiter Heinz Richter