Lokales vom 05.11.2016

SZ/BZ-Bürgerbarometer (13): Ende November konstituiert sich die Lenkungsgruppe, in der die Entscheidung zum neuen Kultur- und Bürgerzentrum vorbereitet werden soll

Eindeutige Mehrheit für das Domo

  • Eindeutige Mehrheit für das Domo

 

Der Sommer ist vorbei, die Blätter fallen von den Bäumen, und es kommt wieder Schwung in die Diskussion um ein neues Bürger- und Kulturzentrum in der Sindelfinger Innenstadt. Ende November konstituiert sich die Lenkungsgruppe, die den Projektfortgang steuern soll. Im SZ/BZ-Bürgerbarometer hat sich eine eindeutige Mehrheit von 71 Prozent der Befragten für das Domo ausgesprochen.

Seit Anfang Juli gibt es nur noch zwei Alternativen für das neue Zentrum in Sindelfingen: Die Stadtverwaltung gibt einem Neubau auf dem Gelände der Alten AOK an der Martastraße den Vorzug, der Förderverein Domo Novo steht weiter hinter der Idee, die rund 10 000 Quadratmeter leer stehende Gewerbefläche in vier Geschossen des ehemaligen Gemeinschaftswarenhauses am Rand des Stiftsbezirks neu zu belegen.

Bei der Bürgerinformation vor den Sommerferien in der Stadthalle gab es heftige Auseinandersetzungen um die Zahlen, die auf der einen Seite Domo Novo für sein Projekt und auf der anderen Seite die Stadtverwaltung für ihren Vorschlag eines Vereinszentrums errechnet haben (die SZ/BZ berichtete ausführlich).

Der Sindelfinger Gemeinderat setzt nach dem Hickhack um die Zahlen auf ein externes Gutachten. Zur Bearbeitung des komplexen Projekts schlägt die Verwaltung die Bildung einer Lenkungsgruppe vor, die aus Vertretern der Verwaltung, des Gemeinderats und des Vereins Domo Novo bestehen soll. Wenn der Gemeinderat diesem Vorgehen zustimmt, wird sich die Lenkungsgruppe mit Kulturamtsleiter und Projektleiter Horst Zecha am 28. November zu ihrer ersten Sitzung treffen.

Erste Aufgabe ist ein Gutachten in Auftrag zu geben, das die völlig unterschiedlichen Kostenberechnungen verifiziere. „Wir sind gerade dabei, den Text für den Auftrag zu formulieren“, sagt Horst Zecha: „Den wollen wir mit Domo Novo absprechen, damit wir eine Größenordnung für den Umfang des Gutachtens vorgeben, das der Gemeinderat beschließen muss.“

Die Entscheidung über den Standort eines neuen Bürger- und Kulturzentrums sei in diesem Jahr nicht mehr zu erwarten, sagt Horst Zecha: „Ich kann schwer abschätzen, wie viel Zeit solch ein Gutachten erfordert. Aber mit der Lenkungsgruppe haben wir eine Plattform gefunden, auf der wir alle Beteiligten einbinden können.“

Das Gebäude der Alten AOK, in dem neben vielen Vereinen derzeit der Stadtjugendring sein Domizil hat, ist abbruchreif. Das Domo, 1972 mit mehr als einem Dutzend Fachgeschäften und rund 80 Wohnungen eröffnet, ist nach der Eröffnung des Breuningerlands 1980 in die Krise gerutscht. 1992 gab der letzte Einzelhändler im Obergeschoss auf, nach der Insolvenz der Yimpas-Gruppe 2004 stehen die Gewerbeflächen außer Restaurant und Spielcasino leer. Zwischen 2007 und 2009 zieht der Handelshof provisorisch ins Erdgeschoss. Unter www.sindelfingen.de oder unter der Adresse www.domo-novo.org gibt es weitere Informationen im Internet.

 

 


Von unserem Redaktionsmitglied Peter Bausch