Leben und Menschen vom 17.09.2015

Weil der Stadt: Die Kosmonauten-Legenden Alexej A. Leonov und Anatoli Solovjov besuchten die Geburtsstadt des Astronomen Johannes Kepler

Hoher Besuch aus dem Weltall

  • Hoher Besuch aus dem Weltall

Der eine: Der erste Mensch, der im Weltraum schwebte. Der andere: Der Mann, der mit 16 Weltraumspaziergängen in dieser Disziplin den Weltrekord hält. Die beiden Kosmonauten Alexej A. Leonov und Anatoli Solovjov sind in der Raumfahrt große Namen. Jetzt waren die beiden gemeinsam mit ihren Ehefrauen in der Keplerstadt zu Gast.

Im rappelvollen Weil der Städter Klösterle haben keine gewöhnlichen Gäste Platz genommen. Mit Alexej A. Leonov und Anatoli Solovjov ist es den Sponsoren und Organisatoren Tassilo Römisch (Firma Space Service International) und Florian Noller (Firma Spaceflori), die die Veranstaltung gemeinsam mit der Stadt Weil der Stadt sowie der Kepler-Gesellschaft um ihren ehemaligen Vorsitzenden Prof. Manfred Fischer in die Wege leiteten, gelungen, die beiden – neben Juri Gagarin – bekanntesten russischen Kosmonauten aller Zeiten nach Weil der Stadt zu holen.

Alexej Leonovs große Stunde schlägt vor 50 Jahren, im März 1965. Als erster Mensch überhaupt verlässt er für zwölf Minuten ein Raumschiff und schwebt, nur mit einer knapp fünf Meter langen Sicherheitsleine ans Raumschiff gebunden, frei durch den Weltraum. „In diesem Moment habe ich zum bisher einzigen Mal in meinem Leben meinen eigenen Herzschlag gehört, so still ist es da oben“, erinnert sich Leonov in Weil der Stadt an den bedeutendsten Moment in seinem Kosmonauten-Leben. Auch die Vielzahl der Sterne faszinierte ihn bei seinem Ausflug aus dem Raumschiff. „Man ist gewohnt, dass die Sterne oben sind. Wenn man aber da oben ist, sieht man sie überall“, sagt der heute 81-jährige Kosmonaut auch heute noch merklich ergriffen.

Auch dass sein historischer Ausflug ins All am Ende fast tödlich endet, erfahren die Zuschauer im Klösterle, unter denen sich auch der bekannte deutsche Raumfahrer Ernst Messerschmid befindet. Denn durch den Druckunterschied im Vakuum des Weltraums hatte sich Leonovs Raumanzug so stark aufgebläht, dass er nicht mehr durch die Luke ins Raumschiff passte. Erst als es ihm gelingt, über das Notventil Druck abzulassen, schafft er es, sich unter Aufbietung der letzten Kräfte zurück ins Raumschiff zu quetschen. „Leben und Tod waren damals sehr nahe beieinander“, sagt Alexej Leonov – im Klösterle ist es mucksmäuschenstill.

Im Juli 1975 schreibt Leonov – in seiner Freizeit ein begeisterter Maler – dann noch einmal Geschichte, als er mit seinem Raumschiff Sojus 19 im Zuge der sowjetisch-amerikanischen Kooperation im


Von unserem Mitarbeiter Daniel Bilaniuk