Top-Thema vom 29.10.2016

SZ/BZ-Bürgerbarometer (11): Die Mehrheit der befragten Menschen in Sindelfingen und Böblingen beurteilt die künftige Entwicklung der Region positiv

Optimistischer Blick in die Zukunft

  • Optimistischer Blick in die Zukunft

 

Sindelfingen ist optimistisch, Böblingen optimistischer: Im SZ/BZ-Bürgerbarometer ist bei der Mehrheit der Befragten in beiden Städten kein Platz für Zukunftsängste.

56 Prozent der Sindelfinger schätzen laut Bürgerbarometer die zukünftige Entwicklung der Region als „gut“ ein, 12 Prozent sagen „sehr gut“. Die Böblinger sind sogar noch etwas optimistischer: Hier sagen 61 Prozent „gut“ und 14 Prozent „sehr gut“.

Als „durchschnittlich“ bewerten die Zukunftschancen der Region in Sindelfingen 30 Prozent der Befragten, in Böblingen ist die Gruppe der Skeptiker mit 23 Prozent entsprechend kleiner. Schwarz für die Zukunft der Region sehen in beiden Städten nur jeweils zwei Prozent.

Das SZ/BZ-Bürgerbarometer liegt damit auf einer Wellenlänge mit den Ergebnissen, die das Schweizer Wirtschaftsforschungsunternehmen Prognos im für das Handelsblatt erstellten „Zukunftsatlas 2016“ veröffentlicht hat. Demnach hat der Landkreis Böblingen die besten wirtschaftlichen Zukunftsperspektiven in Baden-Württemberg.

Der Kreis Böblingen liegt im Bereich Wirtschaftskraft und Zukunftsperspektiven bundesweit auf Platz vier und damit noch vor der Landeshauptstadt Stuttgart auf Platz sieben. Ausgewertet wurden für diese alle drei Jahre erstellte Studie sämtliche 402 Landkreise und kreisfreien Städte in der Bundesrepublik.

Der Kreis Böblingen nimmt auch im Bereich Wettbewerb und Innovation einen Spitzenplatz ein und kommt bundesweit auf Rang drei. Stuttgart kommt hier auf Platz sechs, Heilbronn auf Rang acht.

Viele Regionen im Osten Deutschlands können von solchen Zukunftsaussichten nur träumen. Die Kluft zwischen den reichen, wirtschaftsstarken Regionen im Süden und den strukturschwachen, armen Regionen im Norden, Westen und vor allem im Osten Deutschlands ist laut „Zukunftsatlas 2016“ nicht kleiner geworden.

Schlechte Karten haben demnach vor allem ländliche Regionen fernab wichtiger Wirtschaftszentren. Solche Regionen sind häufig in einer Spirale von hoher Verschuldung, hoher Arbeitslosenquote und hohen Sozialausgaben gefangen.

Zwar hat auch der Landkreis Böblingen mit dem Gäu einen stark landwirtschaftlich geprägten Teil. Doch die Lage des Landkreises als Teil der Region Stuttgart und damit mitten im Speckgürtel der Landeshauptstadt ist offenbar optimal für die Zukunftschancen. Die Nähe zu den Arbeitsplätzen im Raum Sindelfingen/Böblingen oder in Stuttgart verhindert eine Abwanderung vor allem junger Menschen auch aus den ländlicheren Gebieten des Kreises.

Zu einer ähnlich positiven Einschätzung kommt auch die Industrie im Landkreis Böblingen. Laut dem von der Industrie- und Handelskammer (IHK) Böblingen publizierten Industriereport gehören die hiesigen Betriebe zu den leistungsstärksten der Region. Der Bericht bescheinigt ihnen vor allem eine hohe Innovationskraft, mit der der Landkreis auch landesweit vorn liegt.

„Durch einen überdurchschnittlich hohen Beschäftigungsanteil im Bereich der Forschung und Entwicklung wird unsere Industrie auch in Zukunft die Liste der innovationsstärksten Kreise anführen“, so Andreas Hadler, Präsident der IHK-Bezirkskammer, im Sommer in einer Pressemitteilung.

 

 


Von unserem Redakteur Tim Schweiker