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Sonntag 23.11.14, 15:11 

Kreis-BB, Lokales

Ein Vereinsleben für das Akkordeon

19.05.2012 -

Von unserem Redakteur Tim Schweiker

Der Stabwechsel ging so über die Bühne, wie es Herbert Haase am liebsten ist: bescheiden. „Ich stehe nicht so gern im Licht der Öffentlichkeit.“ Bei der Jahreshauptversammlung des Harmonika-Clubs Maichingen (HCM) trat Haase nicht mehr zur Wahl an. Nach 42 Jahren im Vorstand, davon 21 als Vorsitzender.

Auch wenn er das selbst so nie sagen würde: Wenn einer den HCM geprägt hat, dann war es Herbert Haase. Und das nicht erst als Vorsitzender. Schließlich war er von 1969 an Ausschussmitglied und von 1970 bis 1983 Jugendleiter. Aber Herbert Haase war nicht nur Vereinsfunktionär: Als Dirigent leitete er von 1977 bis 1984 das damalige Jugendorchester und von 1981 bis 1996 das 1. Orchester. „Der HCM und ich, das hat einfach immer gepasst“, sagt Herbert Haase.

1953 im Sindelfinger Wilhelminenheim geboren, lebt Herbert Haase seit 1954 in Maichingen. „Seitdem fühle ich mich hier pudelwohl.“ In seiner Kindheit sei Maichingen noch ein echtes Dorf gewesen. „Da hat man alle gekannt. Aber allzu viele Möglichkeiten etwas zu unternehmen hatten wir nicht: Die Fußballer sind zum GSV, wer ein Instrument lernen wollte, der ist zu einer der Musikkapellen oder zum HCM.“

Zum Akkordeon kam Herbert Haase eher zufällig. Eine Nachbarin hatte begonnen, Akkordeon zu lernen. „Das hat mir gefallen.“ Leihinstrumente gab es noch nicht und 1963 waren die 400 Mark für ein Akkordeon „für meine Eltern sehr viel Geld. Ich bin ihnen sehr dankbar, dass sie das gemacht haben.“ Denn durch den Unterricht beim legendären Werner Frank, der mehr als 40 Jahre lang im HCM als Lehrer und Dirigent tätig war, hat Herbert Haase nicht nur ein Instrument erlernt, das er bis heute liebt, sondern auch „jede Menge tolle Erfahrungen gemacht.“

Zum Beispiel beim ersten Wertungsspiel 1964 in Isny im Allgäu. „Da haben wir gleich mal den ersten Platz gemacht. Es ging eigentlich immer bergauf, das war schon klasse.“ Werner Frank habe den HCM-Musikern schon früh die Möglichkeit geboten, moderne Akkordeonliteratur kennen zu lernen. „Er hat uns gezeigt, was mit dem Instrument alles möglich ist, jenseits der Klischees“, sagt Herbert Haase. Abgesehen davon: „Die Ausfahrten und Konzertreisen mit dem HCM waren eine Möglichkeit, mal aus dem Flecken rauszukommen.“

Bei so viel Spaß an der Musik und am Vereinsleben war es für Herbert Haase „gar keine Frage“, sich auch in der Vereinsarbeit zu engagieren: „Wir waren eine ganze Gruppe von jungen Leuten, alle so 16, 17 Jahre alt, die damals im Ausschuss angefangen haben.“ Das Ziel: der Aufbau der Jugendarbeit. Spätestens mit der Übernahme des Jugendleiteramts ging es für Herbert Haase los mit der Organisation von Probenwochenenden, Freizeiten und Ausflügen. „Alles mit wenig Geld. Aber es hat funktioniert, weil alle zusammengearbeitet haben.“

Um finanziell über die Runden zu kommen, brauchte der Verein freilich mehr als den guten Zusammenhalt. „Jahrelang hat uns die Mitarbeit an den Faschingsveranstaltungen in der Turn- und Festhalle viel eingebracht. Da mussten auch die Jungen alle ran. Das hat uns natürlich auch sehr viel Spaß gemacht.“

Als sei es mit dem Musizieren und der Mitarbeit im Vorstand noch nicht genug, übernahm Herbert Haase 1977 das Orchester II als Dirigent, 1981 auch das Orchester I. „Werner Frank wollte sich etwas entlasten und hat mich halt gefragt.“ Und Herbert Haase hat wieder einmal ja gesagt. Obwohl er im Schichtbetrieb bei IBM auch beruflich stark in Anspruch genommen wurde. „Ich habe zwei Stunden frei bekommen, um in die Probe zu gehen, dann ging es zurück ins Geschäft“, sagt Herbert Haase.

Fast beiläufig erzählt er, dass er sich auch seine musikalische Kompetenz mit viel Eigeninitiative angeeignet hat. „Es gab damals noch überhaupt keine tragfähigen Ausbildungsstrukturen. Die haben Werner Frank, Wolfgang Ruß und ich damals in der AG Akkordeon erst aufgebaut.“

Als der damalige Vorsitzende Gerhard Hildinger 1991 sein Amt zur Verfügung stellt, „da war ich dann dran“, erinnert sich Herbert Haase lachend. Geahnt habe er nicht, was da alles auf ihn zukommen würde. Der Einbruch bei den städtischen Finanzen hatte für Vereine wie den HCM unmittelbare Folgen. „Wir mussten uns ganz schnell überlegen, wie wir an Geld kommen.“ Aus dieser Zeit stammt die bis heute erfolgreiche Idee, Kirchenkonzerte zu veranstalten: „Das bringt ein anderes Publikum, andere Musik und es kostet weniger.“

Die Turn- und Festhalle wurde zum wichtigsten Veranstaltungsort für den HCM, das Bürgerhaus war zu teuer geworden. „Es war eine aufregende Phase, aber wir haben sie gut bewältigt“, zieht Herbert Haase eine zufriedene Bilanz dieser Zeit.

Weniger erfreulich aus seiner Sicht, dass sich 1997 eine Gruppe von Unzufriedenen abgespaltet hat, um ihre eigenen Vorstellungen in einem neuen Verein, dem Akkordeon-Verein Maichingen (AVM) umzusetzen. „Heute habe ich damit kein Problem mehr. Wir existieren friedlich nebeneinander und haben ein entspanntes Verhältnis. Und die Zusammenarbeit bei den Maichinger Vereinen ist ohnehin gut.“

Als „Glücksfall“ für den HCM bezeichnet es Herbert Haase, über den Schönaicher Musiklehrer, Komponist und Arrangeur Wolfgang Ruß die Bekanntschaft von Igor Petrov gemacht zu haben. „Schon als ich ihn das erste Mal gehört habe, dachte ich: Der ist es.“ Doch um ihn als Dirigent und Akkordeonlehrer in Maichingen zu verpflichten, musste man dem aus Russland stammenden Igor Petrov erst einmal zu einer Aufenthaltsgenehmigung verhelfen.

Ein schwieriges Unterfangen, trotz der Unterstützung durch den damaligen Oberbürgermeister Dr. Joachim Rücker und den Ortschaftsrat. „Igor ist halt kein Profi-Fußballer, sonst wäre es sicher leichter gewesen“, sagt Herbert Haase. Das Problem erledigte sich mit Petrovs Hochzeit, die der HCM ausgerichtet hat. „Die Ehe besteht heute noch, die beiden haben zwei Kinder. Das war also wirklich keine Scheinehe.“

Nicht nur immer wieder qualifiziertes Personal, sondern auch Nachwuchs für den HCM zu finden, das hat sich Herbert Haase auf die Fahnen geschrieben. Seit sieben Jahren läuft die von ihm initiierte Kooperation zwischen dem HCM und der Johannes-Widmann-Schule. Grundschüler bekommen auf freiwilliger Basis Melodika-Unterricht und einen Akkordeon-Schnupperkurs.

„Immer wieder bleibt jemand auch dauerhaft beim Akkordeon“, freut sich Herbert Haase, der seit zwei Jahren sogar noch früher mit der Nachwuchsarbeit anfängt: Melodika im Kindergarten. Von den 68 Vereinen im Akkorden-Bezirk bieten das nur der Harmonika-Spielring Böblingen und eben der HCM an. „Es ist nachgewiesen, dass bei Kindern, die ein Instrument lernen, die Konzentrationsfähigkeit steigt“, ist Herbert Hasse von der Sache überzeugt.

Auch wenn im Vorstand nun mit Christine Berkholz eine Nachfolgerin gefunden ist, den HCM ganz ohne Herbert Haase muss sich in Maichingen so schnell niemand vorstellen. Als Akkordeon- und Melodika-Lehrer macht er weiter. Auch der Kontakt zum Vorstand wird so schnell nicht abreißen, schließlich ist seine Frau Christa als stellvertretende Vorsitzende noch mitten drin im Vereinsgeschäft. „Ich hab’ das so lange gemacht, weil im HCM alle an einem Strang gezogen haben. Ich bin sicher, dass das auch in Zukunft so bleibt“, sagt Herbert Haase.

Ein wenig mehr Zeit fürs Fahrrad- und Motorradfahren will er sich künftig freilich nehmen. Und auch am Haus gebe es einiges zu tun: „Da ist in den letzten Jahren ziemlich viel liegen geblieben. Mir wird jetzt bestimmt nicht langweilig.“

Nach 42 Jahren im Vorstand des Harmonika-Clubs Maichingen will sich Herbert Haase jetzt ein bisschen mehr Zeit für sich selbst nehmen. Bild: z

 



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