Mut machen zum Ausprobieren
14.02.2012 - Von unserer Mitarbeiterin Sybille SchurrEine durchaus gelungene Premiere. Der Ballettsaal im Untergeschoss der Schule konnte kaum alle Zuschauer fassen, sie saßen und standen dicht gedrängt. Das vorgestellte Angebot der SMTT reicht vom klassischen Tanz bis hin zum eher ungewöhnlichen Tanzsport der brasilianischen Capoeira, bei der Kinder und Erwachsene gemeinsam „spielen“. Es gibt keine festgeschriebene Choreografie. Einfache Rhythmusinstrumente geben die Schnelligkeit vor, mit der sich die Gegner gegenüberstehen.
Aus dem Kampfsport hat sich dieses Tanzritual entwickelt. Die Gegner deuten die Angriffe nur an, ohne sich je zu berühren, und wie bei jeder Kampfsportart heißt es, das Gegenüber muss scharf beobachtet werden, die Reaktion kommt blitzschnell und überraschend. Eine sympathische Tanzart, die das Publikum schnell überzeugte.
Ballett und Modern Dance
Kurse für Erwachsene, Jugendliche und Kinder ab viereinhalb Jahren bietet die SMTT. Die wöchentlichen Trainingsstunden fordern zwar Schweiß und Anstrengung, das gehört dazu. Doch das wird wettgemacht durch den Spaß, den die Teilnehmer sichtlich beim Training haben. Sie entwickeln zusammen mit ihren Trainern und Trainerinnen Fantasie, aus der heraus sich auch die kleinen Choreografien entwickelt haben, die beim „Schaufenster Tanz“ zu betrachten waren.
Es kam einer Revolution gleich, als sich in den Siebziger Jahren der Modern Dance entwickelte, eine Tanzform, die den Tänzern mehr individuelle Freiheiten gab, bei dem es nicht mehr um perfekte Körperhaltung ging. Modern Dance griff gesellschaftliche Entwicklungen auf, transportierte Gefühle nach außen. Elemente des Tanztheaters wurden aufgegriffen. Eine Herausforderung für die Tänzer, aber auch an die Fantasie des Publikums.
In zwei Choreografien, die sich mit der Umsetzung der Themen Gemeinsamkeit, Einsamkeit und schließlich mit der Umsetzung von Wortspielen in Bewegung befassten, überraschten die jugendlichen und erwachsenen Tänzerinnen das Publikum. Heute sind Modern Dance und klassisches Ballett miteinander versöhnt und beeinflussen sich gegenseitig.
Mit berechtigtem Stolz präsentierten Arsenij Lifschiz, Monika Heber-Knobloch und Anette Pietsch ihre Gruppen und Ausschnitte aus der gemeinsamen Arbeit. Die Premiere von „Schaufenster Tanz“ macht neugierig auf mehr und das ist auch der tiefere Sinn der kleinen Schnupperveranstaltung, die zeigen soll, wie facettenreich Tanz ist. Und die nicht zuletzt Mut machen soll, es selbst auszuprobieren.




