„Die Hengste gehören dazu“
22.02.2012 - Von unserer Mitarbeiterin Simone Denu115 gestriegelte Pferdeleiber schimmerten gestern in der Sonne: Der 313. Pferde- und Fasnetsmarkt mit Zuchtstutenprämierung fand nicht nur bei den Züchtern, die mehr als doppelt so viele Tiere wie noch 2009 angemeldet hatten, große Resonanz, sondern auch beim Publikum, das sich vor dem bunten Faschingstreiben auf der Festwiese hinter den Absperrungen drängelte.
Oberbürgermeister Thomas Sprißler bescheinigte der gemeinsamen Veranstaltung mit dem Pferdezuchtverein Herrenberg „optimale Bedingungen“. Mitglieder des Herrenberger Reit- und Fahrvereins hatten die obligate Quadrillenvorführung des Reitclubs um eine Präsentation mit vier Kutschen erweitert. In der Quadrille mit insgesamt acht Reitern entschieden sich die Vierbeiner allerdings immer wieder für eine ganz eigene, spontane Choreografie.
Laut Dr. Thomas Raue, stellvertretender Leiter des Landgestüts Marbach, kam die Delegation Marbacher Hengste zum letzten Mal zum Pferdemarkt. Dr. Raue begründet die Entscheidung: „Wir schaffen das personell nicht mehr.“ Wilhelm Hiller, ehemaliger Zuchtvereinsvorsitzender, ist mit dem Traditionsbruch überhaupt nicht einverstanden: „Die Hengste gehören dazu, sie sind ein Anzugspunkt für den Pferdemarkt“, argumentiert der Bondorfer Züchter, der mit drei eigenen Pferden angemeldet war. „Vielleicht ist das letzte Wort noch nicht geschwätzt – ich hoff’s.“
Zur Zuchtstutenprämierung ins Gäu zog es Baden-Württembergs Zuchtleiter Gussmann unter anderem auch, weil er „Herrenberg als absolutes Hochzuchtgebiet“ sieht. Gerade bei den Warmblütern gibt es in der Region Hochleistungssportler. So stamme der Weltmeister unter den Vielseitigkeitspferden – „Sam“, geritten von Michael Jung – ursprünglich aus Aidlingen, erinnert der 62-Jährige.
Miss Herrenberg
„Alasca F“ heißt die diesjährige „Miss Herrenberg“ und kommt aus Bad Teinach. Das Pferd von Hansjörg Funk und Gaby Zuske-Funk gewann die gestrige Zuchtstutenprämierung im Rahmen des Pferde- und Fasnetsmarkts. Die vierjährige Schimmelstute tritt damit in die „Hufstapfen“ ihrer Mutter „Caprice“: Sie war im Jahr 2010 die erste „Miss Herrenberg“ überhaupt.
„Die Wahl ist der Jury sehr schwer gefallen“, konstatiert Gerd Sickinger am Ende der Veranstaltung auf der Festwiese. Danach vergnügten sich die Besucher beim Krämermarkt und dem Faschingsumzug in Herrenbergs Altstadt.
Traditionell am Fasnetsdienstag kommen Pferdezüchter und Narren nach Herrenberg. Auch beim 313. Pferde- und Fasnetsmarkt war das wieder so. Bild: Bäuerle




