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Der achte Sieg im achten Spiel

04.10.2011 -

Von unserem Mitarbeiter Thomas Oberdorfer

Die Serie geht weiter: Der VfL Sindelfingen hat auch sein achtes Spiel hintereinander in der Fußball-Landesliga gewonnen. Am Samstag schlug er zu Hause den FC Gärtringen mit 2:0. Der Sieg war allerdings sehr schmeichelhaft.

Die Gärtringer hatten in dem Derby mehrfach die Gelegenheit, in Führung zu gehen. „Das war ein sehr glücklicher Sieg. Aber die drei Punkte nehmen wir natürlich gerne mit“, sagte Sindelfingens Trainer Thomas Dietsche.

Die 62. Minute im Spiel des VfL Sindelfingen gegen den FC Gärtringen: Andreas Stäb passt den Ball genau in die Gasse von Florian Eipper. Gärtringens genesener Stürmer legt den Ball auf André Gonsior, der drei Meter frei vor dem Sindelfinger Tor steht. Gonsior bringt das Kunststück fertig, den Ball nicht ins Tor zu schieben, sondern neben das Gehäuse zu drücken – und verpasst somit die Möglichkeit, seine Mannschaft mit 1:0 in Führung zu bringen.

André Gonsior vergibt frei stehend

„Wir sind wieder einmal leichtfertig mit unseren Chancen umgegangen“, sagte Gärtringens Trainer Jörg Wieland und er bezog sich dabei vor allem auf die Szene in der 62. Minute. „Wir waren spielerisch die bessere Mannschaft. Ich kann es aber nicht mehr hören und lesen, wenn wir dafür gelobt werden, wir am Ende aber wieder mit leeren Händen dastehen“, ergänzte Wieland. Sindelfingens Trainer Thomas Dietsche attestierte dem FCG denn auch eine „starke Leistung. Wenn André Gonsior das 1:0 macht, hätten wir uns nicht beklagen können. Ich wäre heute auch mit einem 0:0 zufrieden gewesen.“

Thomas Dietsche hat trotz der beeindruckenden Siegesserie seiner Mannschaft den Blick für die Realität nicht verloren. Anfangs war das Derby ausgeglichen. Im Sindelfinger Spiel schlichen sich aber zunehmend Fehlpässe ein, der Spielaufbau kam ins Stocken. Im Angriff gelang es weder Andreas Poser noch Denis Gonsior oder Mathias Zuber den Ball zu halten oder zu verteilen. Die Gärtringer bestimmten die Begegnung. Spielerisch waren sie dem VfL überlegen. Pech hatte Dominik Stikel in der 28. Minute, als sein Flachschuss aus gut 20 Metern an den Pfosten prallte. In der 34. Minute verpasste erneut Stikel die Gärtringer Führung, er schoss nach einem Zuspiel von Eipper knapp am langen Pfosten vorbei. Weiter ging es in der 59. Minute, als Gonsior ein Zuspiel von Stikel noch leicht abfälschte, Soner Özay aber den richtigen Riecher hatte und den Ball vor der Linie wegschlug – die Gärtringer Verantwortlichen und Spieler rauften sich mehrfach die Haare. „Fußballerisch war das für die Landesliga sehr gut, was wir gezeigt haben, es ist aber nichts dabei herausgekommen“, sagte Wieland.

Das lag an den taktischen Fehlern, die die Gärtringer in zwei Situationen begangen haben. Und das lag auch „an den torgefährlichen Einzelspielern, die wir in unseren Reihen haben“, sagte Thomas Dietsche. In der 65. Minute – nur drei Minuten nach der Großchance von Gonsior – war die rechte Gärtringer Seite im Mittelfeld wie in der Abwehr entblößt. Mathias Zuber kam frei zum Schuss. Flach und mit hoher Geschwindigkeit rauschte der Ball zur glücklichen und unverdienten Sindelfinger Führung ins lange Eck.

Dieses Tor zeigte Wirkung beim VfL, der plötzlich sicherer kombinierte und druckvoller agierte. Beim FC Gärtringen, bei dem einige Spieler die Schultern hängen ließen ob des Rückstands. Sicherlich hatten sie im Kopf, dass der FCG in diesem Jahr nach einem Rückstand stets als Verlierer den Platz verlassen hat. Sindelfingen setzte nach und in der 71. Minute gelang Poser mit einem zehnten Treffer in dieser Saison das 2:0. Er traf aus halblinker Position – erneut war die rechte Seite der Gärtringer offen – mit einem wuchtigen Schuss oben ins lange Eck. Gärtringens Torwart Wolfgang Brodbeck war wie schon beim 1:0 machtlos.

Mit dem Zwei-Tore-Vorsprung im Rücken ließen die Sindelfinger Ball und Gegner laufen. In der 76. wie in der 90. Minute hatte Poser zweimal die Chance, sogar auf 3:0 zu erhöhen. Das wäre aber des Guten deutlich zu viel gewesen, auch so ist der 2:0-Erfolg mehr als schmeichelhaft. „Das war ein glücklicher Sieg heute. Wir hatten viel zu wenig Ballkontrolle“, sagte Dietsche nach dem achten Sieg im achten Punktspiel.

VfL Sindelfingen: Kocyba, Pretsch, Schmidt, Özay, Baur, Denis Gonsior (79. Minute Durak), Poser, Zuber (74. Minute Öztürk), Glotzmann, Schuster, Yorulmaz (63. Minute Borazan)

FC Gärtringen: Brodbeck, Hanjo Kemmler, Stikel, Hörmann, Kevin Kemmler (76. Minute Buscaglia), André Gonsior, Riebe, Immisch, Eipper, Supper, Stäb

Andreas Poser (Mitte) lässt sich von Alexander Pretsch (links) und den anderen Teamkollegen für das 2:0 feiern. Bild: Photo 5

 



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