Der VfL kratzt an der Tabellenspitze
07.11.2011 - Von unserem Mitarbeiter Edip ZvizdiçDie Landesliga-Kicker des VfL Sindelfingen sind zurück in der Spur. Nach den acht Erfolgen zu Saisonbeginn ist eine kleine Durstrecke überstanden. Gegen die TSG Tübingen ließ die Elf von Trainer Thomas Dietsche nichts anbrennen, feierte mit einem 3:1 den dritten Sieg hintereinander und ist nach Nagolds 1:2-Niederlage in Rottweil wieder Zweiter hinter Bösingen.
Der jüngste 6:2-Erfolg in Rottenburg hatte Thomas Dietsche eigentlich keinen Grund zum Wechseln seiner Stammformation gegeben. Weil die etatmäßige Nummer eins, David Kocyba, bei einer Familienfeier in Polen weilte, feierte Ersatztorhüter Eduard Schnell sein Punktspieldebüt für den VfL.
Der Ersatzmann sollte ein gutes Spiel abliefern – auch wenn er schon in der fünften Minute hinter sich greifen musste. Allerdings traf Eduard Schnell am Gegentreffer keine Schuld. Ein abgefälschter Freistoß von Tübingens Max Leibfarth senkte sich über den Torhüter ins Netz. Zuvor hatte Sindelfingens Torjäger Andreas Poser jedoch bereits zum 1:0 getroffen. Die perfekte Vorlage hatte Sturmpartner Denis Gonsior geliefert, der dafür ein Sonderlob seines Trainers bekam. „Schöner kann man ein Tor nicht vorbereiten“, so Thomas Dietsche.
Eine Ballannahme zum Verlieben
Noch mehr Grund zur Freude hatte der VfL-Coach nach dem unmittelbaren Ausgleich der Gäste, denn sein Team reagierte im Stile einer Spitzenmannschaft auf den Dämpfer. Dass der VfL in seinen Reihen einen Spitzenstürmer besitzt, zeigte dieser in der zehnten Minute. Die Ballannahme von Andreas Poser war alleine schon das Eintrittsgeld wert, der Abschluss die Krönung. Für Andreas Poser war das bereits der 16. Treffer im 14. Saisonspiel.
Sindelfingen lag 2:1 in Führung und kontrollierte das Spiel nach Belieben. Defensiv ließ der Aufstiegskandidat gegen munter mitspielende Gäste kaum etwas anbrennen. Die blutjunge VfL-Abwehrreihe stand bombensicher, was auch daran lag, dass Soner Özay auf der defensiven Mittelfeldposition die nötige Unterstützung lieferte, weil er seinen Offensivdrang deutlich zügelte.
Dafür waren andere zuständig, in erster Linie Kapitän Daniel Kniesel sowie der bärenstarke Oliver Glotzmann. Er war es auch, der in der 30. Minute Andreas Poser in Position brachte, der Torjäger jedoch etwas zu hoch zielte. Eine letzte gute Möglichkeit in der ersten Halbzeit vergab Denis Gonsior nach feiner Einzelleistung in der 40. Minute.
Den Schwung nahm der VfL in die zweite Halbzeit mit und hatte ziemlich bald erneuten Grund zur Freude. In der 50. Minute schickte Andreas Poser Nebenmann Denis Gonsior steil. Der Flügelstürmer behauptete sich im Zweikampf gegen Sebastian Knoll und überwand mit einem Kullerball TSG-Schlussmann Stefan Baumann – 3:1. Kurz darauf hätte Andreas Poser alles klar machen können, jedoch lupfte er den Ball frei vor dem gegnerischen Tor etwas übermütig Stefan Baumann in die Arme.
Sindelfingen dominierte den Gegner und erspielte sich Chancen im Minutentakt. Doch weder dem eingewechselten Samet Öztürk, noch erneut Andreas Poser gelang der vierte Treffer. Pech hatte auch Denis Gonsior mit einem Pfostentreffer in der 72. Minute. Das Glück des Tüchtigen hatte der VfL auch, als ein Kopfball von Oliver Lapaczinski zwei Minuten später an den Pfosten klatschte, Heiko Schmidt den Ball daraufhin von der Linie drosch. Letztendlich war es aber wieder der Gastgeber, der bei drei weiteren Großchancen durch die eingewechselten Paul Lubig und Mathias Zuber das mögliche 4:1 vergab.
Thomas Dietsche freute sich über das, was er gesehen hatte. Noch mehr gefiel dem Sindelfinger Coach, dass seine Spieler nicht ganz so zufrieden waren. „Das ist ein gutes Zeichen. Die Spieler erkennen, was sie noch verbessern können. Es war heute sicherlich kein Glanzspiel, aber wir haben uns viele Chancen erarbeitet und den Gegner klar im Griff gehabt. Der Sieg ist hoch verdient.“
VfL Sindelfingen: Schnell, Gans, Schuster, Schmidt, Pretsch, Kniesel, Glotzmann, Özay (70. Minute Lubig), Yorulmaz (60. Minute Öztürk), Gonsior, Poser (78. Minute Zuber)
Sindelfingens Denis Gonsior (am Boden) erzielt in dieser Szene das 3:1 gegen die TSG Tübingen. Sehenswert ist zuvor schon seine Traumvorlage zum frühen 1:0 durch Andreas Poser gewesen. Bild: Photo 5




