VfL steckt doppelten Dämpfer weg
31.10.2011 - Von unserem Mitarbeiter Edip ZvizdiçDer VfL Sindelfingen hat nach drei Spielen ohne Sieg in der Landesliga die Kurve bekommen. Nach 0:2-Rückstand besiegte die Elf von Trainer Thomas Dietsche den TuS Metzingen noch mit 3:2. Entscheidender Mann war wieder einmal Andreas Poser, der sein Konto dank zweier Treffer auf 14 Saisontore schraubte.
Entweder 2:0 oder 0:2 – ohne eines dieser beiden Zwischenresultate geht es beim VfL Sindelfingen anscheinend nicht. Verspielte der Aufstiegskandidat in den vergangenen beiden Partien gegen Rottweil und Nagold jeweils 2:0-Führungen, kam er dieses Mal gegen den TuS Metzingen nach demselben Rückstand wieder zurück. Thomas Dietsche war nach dem turbulenten Spielverlauf sichtlich erleichtert. „Dieser Sieg ist so was von hochverdient“, sprudelte es aus dem VfL-Trainer heraus, der die ersten 25 Minuten seiner Mannschaft schlichtweg als „brillant“ einstufte. „Wir haben den Gegner klar im Griff gehabt und uns vier hundertprozentige Chancen herausgespielt.“
Allerdings führte keine dieser sogenannten Hundertprozentigen zum Erfolg. Im Mittelpunkt stand dabei Mahmut Yorulmaz, der von Beginn an randurfte und einen Sahnetag erwischte – wenn man vom Abschluss absieht. Bei all diesen vier Torchancen hatte der 19-Jährige seine Füße im Spiel. In der elften Minute überrannte der Flügelstürmer gleich zwei Metzinger Abwehrspieler, scheiterte aber am herauseilenden Michael Hoffmann. Sieben Minuten später hatte Mahmut Yorulmaz nach klasse Zuspiel von Daniel Kniesel den Metzinger Torwart geschlagen, allerdings klatschte sein Schuss an die Querlatte.
Kalte Dusche
Der VfL dominierte nach Belieben – und fing sich in der 24. Minute das 0:1 ein. Der ehemalige Sindelfinger Ercan Acar spielte mit einem feinen Pass Max Bajorat frei, der den Ball schließlich über den herausstürzenden David Kocyba ins Tor lupfte. Die Hausherren ließen sich vom Rückstand nicht schocken, im Gegenteil. Fast im Gegenzug bediente Andreas Poser seinen Sturmkollegen Mahmut Yorulmaz, der jedoch frei stehend am Ball vorbeischlug. „In dieser Szene muss Andreas den Ball auf Daniel Kniesel ablegen“, ärgerte sich Thomas Dietsche.
Noch mehr Frust schob der VfL-Coach in der 30. Minute. Einen langen Ball von Bejamin Schindler spitzelte Marco-Ralf Berenyi am zögernden David Kocyba vorbei – 0:2.
Metzingen hatte den Spielverlauf mit zwei Angriffen auf den Kopf gestellt, sah sich fortan aber einem umso mehr drängenden Gastgeber gegenüber. Der VfL ließ sich auch nach dem zweiten Dämpfer abermals nicht hängen und bestürmte munter das Metzinger Tor. In der 40. Minute scheiterte Andreas Poser nach klasse Vorlage von Mahmut Yorulmaz am auf der Linie liegenden Benjamin Schindler, machte aber drei Minuten später aus viel weniger deutlich mehr. Aus dem Gewühl heraus wurschtelte der VfL-Torjäger den Ball zum 1:2 über die Linie. „Vor der Pause, das war wichtig“, „kommentierte Thomas Dietsche den 13. Saisontreffer seines Torjägers.
Dauerdruck
Entschlossen zeigten sich die Hausherren auch nach dem Seitenwechsel. Das Spiel wurde sofort wieder in des Gegners Hälfte verlagert und die Chancen ließen auch nicht lange auf sich warten. Daniel Kniesel aus der Drehung und Denis Gonsior nach Vorlage von Sturmpartner Andreas Poser scheiterten aber noch an Michael Hoffmann. Besser klappte es nach genau einer Stunde. Der VfL kombinierte sich am Metzinger Strafraum entlang, bis der Ball zu Mahmut Yorulmaz gelangte. Der beste Sindelfinger an diesem Tag ließ sich die Chance nicht entgehen und krönte seine klasse Leistung mit einem Flachschuss aus 15 Metern zum 2:2.
Danach verflachte das Spiel, weil der VfL schlicht und einfach seiner Aufholjagd Tribut zollen musste. Erst ab der 80. Minute zog das Tempo wieder an – wobei die Gäste mächtig Farbe ins Spiel brachten. In der 83. Minute senste der eingewechselte Tino Amando Jäger an der Mittellinie Denis Gonsior um und sah völlig zurecht die Rote Karte. Ihm folgte Mitspieler Kim Laudage nur vier Minuten später mit Gelb-Rot wegen Meckerns. Nun warf der Gastgeber noch einmal alles nach vorne – und wurde tatsächlich in der zweiten Minute der Nachspielzeit noch belohnt. Der eingewechselte Mathias Zuber verrannte sich zunächst in der vielbeinigen Gäste-Abwehr, brachte aber irgendwie den Ball noch zu Andreas Poser. Der VfL-Stürmer blieb neun Meter vor dem Tor eiskalt und traf zum umjubelten 3:2.
„Das ist der Lohn dafür, dass wir nie nachgelassen haben. Ich habe an meine Mannschaft appelliert, nicht die Ordnung zu verlieren, die Chancen würden sich trotzdem ergeben. So war es letztlich auch. Für die Moral ist dieser Sieg Gold wert.“
VfL Sindelfingen: Kocyba, Gans, Schuster (88. Minute Öztürk), Schmidt, Pretsch (75. Minute Lubig), Kniesel, Glotzmann, Özay, Yorulmaz (70. Minute Zuber), Gonsior, Poser
Denis Gonsior, Daniel Kniesel und Andreas Poser (von links) haben wieder gute Laune. Nach drei sieglosen Spielen in Folge dreht der VfL Sindelfingen gegen Metzingen einen 0:2-Rückstand und meldet sich eindrucksvoll zurück. Bild: Photo 5




