Donnerstag 02.09.2010, 21:41 Uhr

Der Nimmersatt will sich anbieten

30.07.2010 00:00 Uhr -
Von unserem Mitarbeiter Nils Mayer

Der Neuzugang vom VfL Sindelfingen geht ans Limit – und bleibt nach der Übung für die Bauchmuskeln erschöpft auf dem Boden liegen. Sein Blick geht nach oben an die Hallendecke, er atmet tief durch. Axel Kromer lächelt bei diesem Anblick. Dem SG-Coach   gefällt   das   Engagement   des 22-jährigen Rechtshänders: „Simon ist ein Nimmersatt, er geht immer an seine Grenzen und setzt die Vorgaben und Anweisungen in den Trainingseinheiten bisher sehr gut um“, lobt er den aus Leonberg stammenden Neuen.

So ganz neu ist der Rückraum-Allrounder bei der SG allerdings nicht. Seit Anfang des Jahres trainiert er nun schon beim Team von Axel Kromer mit. „In Sindelfingen haben wir nur noch zweimal pro Woche trainiert. Ich wollte aber mindestens eine dritte oder sogar vierte Einheit haben“, erklärt Schach.

Wiedersehen mit Axel Kromer

Da er in der Jugend bereits in der Auswahl beim Handballverband Württemberg (HVW) unter Kromer trainiert hatte, fragte er bei ihm an. Und der SG-Coach stimmte dem Vorhaben zu – sehr zur Freude von Schach: „Bei der SG habe ich ein Training, wie ich es mir wünsche“, sagt er. In den ersten Wochen fiel ihm die Umstellung aber gar nicht so leicht: „Der Handballsport an sich war derselbe wie in Sindelfingen. Aber vom Körperlichen, der Athletik und der Schnelligkeit war es schon ein Unterschied“, räumt er ein.

Inzwischen hat sich der Trainingsgast von einst allerdings an die höhere Belastung gewöhnt und ist schon gut integriert. Das liegt auch daran, dass er Tobias Hold und Lars Meyer-Hübner noch aus gemeinsamen Zeiten in der HVW-Auswahl kannte. Auch vom Rest der Mannschaft sei er super aufgenommen worden.

Seine Einstellung ist vorbildlich. Schritt für Schritt will er sich verbessern – und dafür quält sich der angehende Mechatronik-Techniker gerne. Und so verwundert es nicht, dass die Eindrücke von ihm in der Vorbereitung seinen Trainer absolut positiv stimmen: „Simon ist sehr engagiert, das gefällt mir sehr gut. Er wird in der Vorbereitung sicher seine Chance bekommen, um sich zu zeigen“, sagt Axel Kromer.

Auch wenn der 33-Jährige betonte, dass alle Spieler Einsatzzeiten bekommen werden, ist noch offen, inwieweit der Neue kommende Saison tatsächlich eine Rolle spielen wird. Schach war als Rechtshänder für den ohnehin gut besetzten Rückraum nicht unbedingt ein Wunschspieler des Vereins.

Er hatte sich selbst der SG Haslach/Herrenberg/Kuppingen angeboten. Eines war für ihn nämlich schon vor Monaten klar: Beim VfL Sindelfingen würde er nach den internen Querelen in der Abteilung und dem Rückzug der Männer aus der Württemberg-Liga nicht bleiben.

Nach einigen Gesprächen und Überlegungen ist Schach letztlich in den Kader aufgenommen worden. Entsprechend dankbar ist er der sportlichen Leitung um Peter Kiener und Peter Schwenk sowie Trainer Axel Kromer. „So eine Chance erhält man nicht oft im Leben“, sagt er und verspricht: „Ich will versuchen, sie zu nutzen, und werde mich voll in den Dienst der Mannschaft stellen.“

Ansprüche stellt er keine. Obwohl er variabel eingesetzt werden kann, ist sich Simon Schach seiner schwierigen Lage und der starken Konkurrenz bewusst: „Wenn alle Spieler fit sind, werde ich es sehr schwer haben – das weiß ich“, sagt er, „aber ich werde mich in jedem Training anbieten und Vollgas geben.“ Wie ein echter Nimmersatt eben.

Eine Kämpfernatur: Der Ex-Sindelfinger Simon Schach will sich auch bei der SG Haslach durchbeißen. Bild: Photo 5/A