Hunde mit viel Feingefühl
24.06.2009 00:00 Uhr - Von unserem Mitarbeiter Benjamin PostTapas ist bereits ein Therapiehund. Im Team mit seinem Frauchen Martina Strobel darf der Vierbeiner in Einrichtungen wie etwa Senioren- und Pflegeheimen therapiebegleitend eingesetzt werden. Andere Therapiebegleithunde-Teams stehen noch vor der Prüfung, vor der sie in Magstadt den Umgang mit Kindern probten.
Um ein geprüftes Therapiehunde-Team zu werden, bedarf es einige Aufgaben, die vorab erledigt werden müssen. Denn die Vierbeiner und ihr Frauchen sind nach der erfolgreichen Prüfung im Einsatz bei kranken und pflegebedürftigen Menschen zur tiergestützten Therapie. „Mittlerweile kann man es fast nicht mehr abdecken“, sagt Martina Strobel, von der Interessengemeinschaft Therapiehunde (IGTH) und der Hundeschule „Die Weggefährten“ über die Nachfrage.
In Heimen des Deutschen Roten Kreuz (DRK) im Landkreis Böblingen und weiteren Einrichtungen leisten die Teams schon ganze Arbeit. Die Tiere können durch Anblick, Köperkontakt oder Interaktion auch etwa Patienten die sich im Wachkoma befinden, helfen. Die Rückmeldung dieser Art der Therapie sei nur positiv.
Während der Ausbildung wird geprobt, vor der Praxisprüfung muss Frauchen einen Theorietest bestehen. „Es wird immer das Mensch-Tier-Team getestet. Ich muss meinen Hund sehr gut kennen“, so die Ausbilderin der IGTH, die die Lehrgänge veranstaltet und Prüfungen abnimmt.
Zuerst Eignungstest
Nicht jedes Duo kann die Ausbildung beginnen. Zuvor muss ein Eignungstest bestanden werden. Die Rasse und Größe der Hunde spielt keine Rolle. Gemeinsam mit Daniela Preis und Doris Wanner führt Martina Strobel die Teams durch die Ausbildung.
In Magstadt stand nun der Umgang mit Kindern auf dem Programm. Wie regieren die Hunde auf die Kinder? Das war die Frage nachdem die Teams bereits bei Menschen mit Gehhilfen, Demenzkranken und behinderten Menschen hospitierten. „Hunde haben viel mehr Feingefühl als Menschen“, weiß Strobel. Das stellten die Kindergarten- und Grundschulkinder schnell fest. Zu dritt und mit den potenziellen Prüflingen durchliefen die Gruppen einen Hindernisparcours. Dabei durften die für die Hunde fremden Kinder mal die Leine führen.
Neun verschiedene Stationen galt es zu durchlaufen. „Die Hunde dürfen keine Anzeichen von Aggressivität aufweisen. Sie haben eine hohe Reizschwelle“, erklärt die Hundetrainerin. Gegenüber den Kindern zeigten sich die Vierbeiner sehr kooperativ, die Leine blieb locker, auf Zuruf gehorchten sie. So auch Alanya, ein Golden Retriever. „Wo sie über uns drüber gelaufen ist, hat sie alles sehr vorsichtig gemacht“, fand die zehnjährige Lia Gersonde aus Grafenau. Ein guter Schritt für Alanya und ihre Frauchen in Richtung Prüfung, die am 27. Juni in Hemmingen stattfindet. Danach ist Alanya vielleicht ein Therapiehund wie Tapas.
Weitere Informationen gibt es unter www.ig-therapiehunde.de und www.die-weggefaehrten.de im Internet.
Wie reagieren die Hunde auf für sie fremde Kinder? Das wurde in Magstadt getestet. Bild: Post


