Mittwoch 08.09.2010, 01:49 Uhr

Mit viel Dynamik und Respekt

08.02.2010 00:00 Uhr -
Von unserem Mitarbeiter Benjamin Post

Zwei Tage lang war der Sindelfinger Glaspalast die Bühne für den internationalen Nachwuchs im Taekwondo. Der VfL Sindelfingen richtete Europas größtes Kinderturnier der koranischen Kampfsportart aus. Dafür waren 600 Wettkämpfer und 175 Formenläufer im Alter von sieben bis 14 Jahren angereist.

Nachdem Elodie Tavares mehr Treffer nehmen musste als landen konnte, blieb ihr nur Silber. Auch wenn die 13-Jährige gerade ein Finale verloren hatte und somit nur Zweite wurde, lächelte sie. „Ich finde es ein sehr gutes Turnier, es hat ein hohes Niveau“, sagte die Luxemburgerin. Mit ihren 32 Mannschaftskameraden von Kukkiwon Luxembourg, dem größten Taekwondo-Verein aus Luxemburg, kam die Nachwuchskämpferin nach Sindelfingen.

Stammgäste aus Luxemburg

Das größte Taekwondo-Kinderturnier Europas im Sindelfinger Glaspalast lockte Kämpfer aus zahlreichen Nationen an. Elodie Tavares war schon öfter da. „Man lernt viele Leute kennen“, so die Kampfsportlerin. „Es ist gut Kontakte zu knüpfen“, findet auch ihr Trainer Roman Dickens, der am Samstag seinen 35. Geburtstag im Glaspalast feierte. Er verfolgte an zwei Tagen wie viele Besucher Rot gegen Blau. In diesen Farben wurden die jungen Kämpfer in ihren weißen Anzügen auseinandergehalten. Voll geschützt, da auch in Vollkontakt kämpfend. „Paff!“ Das Geräusch hörte man unzählige Male. Ein Faustschlag oder Fußtritt landet auf der Schutzweste. Jeder Treffer gibt einen Punkt, Kopftreffer drei. Der Kampfsport zeichnet sich durch seine Schnelligkeit und Dynamik aus, neben der Selbstverteidigung wird auch die mentale Stärke geschult, das Selbstbewusstsein gestärkt.

Was oftmals wie eine wilde Prügelei aussieht, ist mehr. Es geht um Punkte, ums Taktieren, ein Wettkampf eben. Zweimal eineinhalb Minuten. Konzentrierte Blicke, hohes Engagement. Treffer setzen und bloß keinen Konter bekommen. „Die wollen sich nicht weh tun. Man muss den anderen respektieren“, erklärte Siegfried Wurst, Taekwondo-Abteilungsleiter vom VfL Sindelfingen. Mit über einem Dutzend Helfern, richtete der VfL die Veranstaltung der Taekwondo Union Baden-Württemberg, einer Unterorganisation der Deutschen Taekwondo Union (DTU) aus. „Es ist ein Highlight für unsere Abteilung“, freute sich der Turnierleiter. Für die teils weit gereisten Nachwuchskämpfer war es das sicher auch. Unter den 600 Wettkämpfern und 175 Formenläufern, einer Disziplin im Taekwondo, trat zwar kein Sindelfinger Kämpfer an, dabei waren einige dennoch. „Das tut ihnen auch mal gut, es von außen zu sehen“, erklärte VfL-Trainer Elvis Pfaff. Einer seiner Schützlinge startete die Kämpfe und nahm die Zeit. „Es läuft eigentlich immer gut“, empfand der 20-jährige Sven Kaminski, einer der Helfer im Glaspalast.

Der internationale Taekwondo-Nachwuchs im Alter von sieben bis 14 Jahren kämpfte, eingeteilt in Alters- und Gewichtsklassen, in Einzel- und Mannschaftswettbewerb, neben Medaillen auch um Pokale. DTU-Pressesprecherin Sibylle Maier lobte bei allem sportlichen Ehrgeiz die „angenehme Stimmung“ bei dem internationalen Großturnier. „Viele kommen schon seit Jahren hierher“, erläuterte Maier. Wie Elodie Tavares und ihr Team von Kukkiwon Luxembourg. Vielleicht landet sie ja im nächsten Jahr den entscheidenden Treffer mehr.

Vollkontakt – beim Taekwondo geht es ordentlich zur Sache. Bild: Photo 5