Das Erfolgsgeheimnis der Klinsmänner
21.11.2007 00:00 Uhr - Von unserem Redakteur Steffen MüllerVor der Fußball-Weltmeisterschaft 2006 gaben wenige einen Pfifferling auf das deutsche Nationalteam um Trainer Jürgen Klinsmann - doch es kam glücklicherweise anders. Einen Grund für den Erfolg sehen manche in den ungewöhnlichen Trainingsmaßnahmen vor dem Turnier.
Klinsmann holte sich Mark Verstegen ins Trainerteam, der mit den Fußball-Stars ein für europäische Verhältnisse eher ungewöhnliches Programm durchzog. Als die Bilder der seltsamen Bewegungsabläufe über den Bildschirm flimmerten, schüttelten tatsächliche und selbst ernannte Fußball-Experten einhellig den Kopf - doch das Training wirkte. Kein Wunder, schließlich gilt Verstegen in den USA als Fitness-Guru schlechthin. Sein Training nutzen auf der anderen Seite das Atlantik American Football-, Basketball-, Fußball- und Golf-Größen.
Auch Jochen Schlecht, Besitzer des Pink-Power-Fitness-Studios in Böblingen und Frank Lorenz wurden auf die neuen Trainingsmethoden aufmerksam, machten sich schlau, probierten es selbst aus und waren begeistert. So begeistert, dass sie im Pink Power nun selbst einen Kurs nach den Lehren des Mark Verstegen anbieten.
Von Anfang an begeistert
"Wenn man die Übungen regelmäßig macht, verbessert man sich in allen Sportarten", sagt Jochen Schlecht, "ich wollte es zuerst auch nicht glauben, aber es stimmt." Verstegens Philosophie beruht auf einer Verbesserung der Stabilität des Körpers und setzt genau an den Muskeln an, die normalerweise nicht trainiert werden. Es geht um Koordination, Beweglichkeit, Kraft und Flexibilität.
Verstegens Ansatz ist ganzheitlich. Die Formel lautet: "Alles beginnt im Kern (englisch core)". Wenn die Muskeln im Kern des Körpers - Bauch, unterer Rücken, Hüften und Oberschenkel - aufgebaut werden, dann beginnt sich der Körper von innen her zu verwandeln. Ausfallschritte sind die Grundlage des Core-Trainings. "Durch die Ausfallschritte nach vorne, zur Seite und nach hinten wird die Beweglichkeit hervorragend trainiert", sagt Frank Lorenz, "beim ersten mal ist es noch sehr ungewohnt, aber schon nach kurzer Zeit läuft es wesentlich besser." In der Tat. Beim Selbstversuch hatte auch der SZ/BZ-Redakteur mit Gleichgewichtsproblemen zu kämpfen - sei es mit dem Ball, bei Sprüngen auf weichen Matten oder mit einem Gummiband - und hinterher taten Muskeln an Stellen weh, an denen man gar keine vermutet hätte.
Stabiler und flexibler
"Hier liegt das Geheimnis. Durch das ungewöhnliche Training wird der Körper in sich stabiler und man wird flexibler. Wenn man beispielsweise viel läuft, gewöhnt man sich eine Schrittlänge an, die man kaum mehr verändern kann. Macht man aber regelmäßig die Core-Übungen kann man wesentlich besser variieren, längere Schritte machen und wird dadurch auch schneller", sagt Jochen Schlecht.
Gerade auch bei Ball- oder Mannschaftssportarten bringt das Training die nötigen Sekundenbruchteile, die dem Sportler den Vorteil gegenüber dem Kontrahenten verschaffen. "Auch rein fitnessorientierte Sportler verbessern durch das Core-Training ihre Konstitution, verhindern Verletzungen und fühlen sich einfach wohler", sagt Frank Lorenz.
Das Pink Power bietet morgen, Donnerstag, 19 Uhr, Tübinger Straße/Ecke Röhrer Weg, einen Informationsabend zum Core-Training an. Mitmachen kann jeder Interessierte, egal welchen Alters. Nähere Infomationen unter der Adresse www.pink-power-online.de im Internet.


