Die Vereine machen neugierig
09.02.2009 - Von unserem Redakteur Karlheinz ReichertWenn im Ort etwas geboten wird, sind die Magstadter voll dabei. Dies bewiesen sie gestern wieder einmal eindrucksvoll. Zwischen 2000 und 2500 Besucher sahen sich die Präsentationen der Vereine, Institutionen und Arbeitsgruppen an, die von der Arbeitsgemeinschaft der örtlichen Vereine zu deren 60-jährigen Bestehen initiiert worden war.
Die Erwartungen von Peter Haug, dem Vorsitzenden der Arbeitsgemeinschaft wurden weit übertroffen: „Mit 1200 Besuchern habe ich gerechnet und auf 1500 heimlich gehofft.“ Lediglich Heinz Steegmüller, der Vorsitzende des Radsportvereins RV Pfeil goss etwas Wasser in den Wein: „Der Nachwuchs fehlt. Es kommen vor allem diejenigen, die uns schon kennen.“
Neben ihrem Sportprogramm präsentierten die Radsportler auch das Logo (Bild: Reichert) für die nächste Deutsche Querfeldeinmeisterschaft, die sie – der Termin steht nun definitiv fest – am 9. und 10. Januar 2010 ausrichten.
Damit wird das Magstadter Jubiläumsjahr mit einer Großveranstaltung beginnen. Die Gemeinde selbst warb gestern für ihre 900-Jahr-Feier. Da dies eine Veranstaltung der Magstadter für die Magstadter werden soll, werden ganze Hundertschaften von Helfern gebraucht. „Es sieht gut aus“, fasste gestern Hauptamtsleiter Hans-Peter Burckhardt den Stand der Vorbereitungen zusammen. Lediglich Fachleute würden noch gesucht, sagt Peter Haug, etwa für historische Gewänder oder für die Aufarbeitung der Geschichte Magstadts.
Für eine Überraschung bei manchem Magstadter sorgte die „Flugsportgruppe Magstadt im Flugsportverein Sindelfingen“. Zwar kennt fast jeder aus dem Ort das Modellfluggelände im Hölzertal. Dass die Flugsportgruppe, 1951 gegründet, aber nicht selbstständig ist, sondern dem Verein in Sindelfingen angehört, war gestern vielen neu. Die Magstadter fliegen deshalb nicht nur mit Modellen, sondern vom Gelände am Deckenpfronner Egelsee aus auch mit Segel- und Motorflugzeugen.
Karl May sah die Pfeile der Indianer kommen und er duckte sich. Bei den Pfeilen, die der Magstadter Bogenclub verschießt, hätte er wohl mehr Probleme gehabt als bei einer Pistolenkugel. Die sausen nämlich mit 400 Stundenkilometern durch die Luft.
Eine lange Wunschliste
Dass die Magstadter nicht wunschlos glücklich sind, dokumentierte der Arbeitskreis Soziales Miteinander der Lokalen Agenda 21. Ganz oben auf dem Wunschzettel stand gestern eine dritte Sporthalle. Es folgten Radwege durch den Ort, öffentliche Mülleimer, ein Kinder- und ein Augenarzt. Aber auch die Verschönerung des Ortskerns, abgesenkte Gehwege und ein Zebrastreifen waren dort vermerkt.
Vor allem für Kinder bis ins Grundschulalter haben die acht Aktiven, die darüber hinaus nur noch auf wenige Mitstreiter zählen können, in Sachen Betreuung einiges erreicht. „Wir können nur versuchen, etwas anzustoßen, weiterzuentwickeln und müssen dann hoffen, dass es von selbst läuft“, sagt Sprecherin Margit Holzwarth. Jahrgangstreffen ist eines der Themen des Arbeitskreises. Bei der 900-Jahr-Feier sind sie nun fest eingeplant. Holzwarth: „Wir hoffen, dass sie danach alle drei bis fünf Jahre stattfinden.“
Noch lange nicht am Ziel ist auch der Bürgerverein B 464 Trasse 3a. Der Straßenbau zieht sich aller Versprechungen von Seiten der Politik zum Trotz in die Länge. Bürgermeister Dr. Hans-Ulrich Merz klagte neulich: „Eine Brücke pro Jahr ist zu wenig.“ Der Verein nutzte die gestrige Präsentation, um auf seine nächste Veranstaltung aufmerksam zu machen. Am 13. März heißt es: „Jetzt reicht’s, wir machen unser Magstadt dicht.“ Der Verein ruft an diesem Tag für 18 Uhr zu einer Demonstration am Rathauseck auf.
Die Freiwillige Feuerwehr lud gestern zu Kurzausflügen mit der Drehleiter in luftige Höhen ein und zu einem erwärmenden Termin. Am 28. Februar (17.30 Uhr) zieht ein Fackelzug vom Gerätehaus hinter die Hochhäuser zum Funkenfeuer. Die Feuerwehr wird dort zum Brandstifter, um den Winter zu vertreiben.
Massenandrang bei der Präsentation der Magstadter Vereine in der Festhalle. Bild: Reichert
Werbung für die 900-Jahr-Feier im kommenden Jahr. Bild: Reichert


