Kräuter und ihre heilende Wirkung
30.07.2008 00:00 Uhr - Von unserem Mitarbeiter Georg SchrammAusflugsziele vor der Haustüre jeden Mittwoch und Samstag bringt die SZ/BZ Vorschläge, was man im Verkehrsverbund Stuttgart (VVS) alles entdecken und unternehmen kann. Heute: eine Remstal-Radtour.
Die Radtour beginnt in Remseck am Neckar. Startpunkt ist eine beeindruckende, glasgedeckte 80 Meter lange Fuß- und Radwegbrücke direkt am Neckar. Sie ist das Wahrzeichen der Stadt Remseck und die längste freitragende Holzbrücke der Welt. Hier sind zwei kurze Teilabschnitte des Weges nicht befestigt aber mit Tourenrädern problemlos befahrbar.
Nach einem leichten Anstieg erreicht man Waiblingen. Mit seinen zahlreichen sehenswerten Fachwerkbauten ist Waiblingen Mitglied der Deutschen Fachwerkstraße. Sehenswert sind der mitten in der historischen Innenstadt gelegene "Apothekergarten". Angelegt worden ist der Garten nach dem Vorbild mittelalterlicher Klostergärten. Zwölf Beete zwischen streng geometrisch angelegten Wegen enthalten Pflanzen, die nach den Heilwirkungen auf einzelne Organe geordnet sind. So enthält ein Beet Pflanzen, die bei Erkrankungen von Herz und Kreislauf helfen, andere Beete enthalten zum Beispiel Kräuter gegen Verdauungsprobleme oder zur Beruhigung. Kleine Schilder erklären die Wirkung der Pflanzen. Darunter sind bekannte Pflanzen wie der beruhigende Baldrian oder das Abführmittel Rizinus, aber auch unbekanntere wie die Heilpflanze Hauhechel, die bei Nierenbeschwerden hilft, oder das appetitanregende Tausendgüldenkraut.
Historisches Kleinod
Über einen Steg können Passanten vom Garten aus den Pavillon auf der Mauer über dem Mühlkanal erreichen. Von der mit "Biberschwänzen" gedeckten Holzkonstruktion haben sie einen Ausblick über die Erleninsel und weiter hinaus in die Talaue. Ein weiteres historisches Kleinod des Gartens ist die Sonnenuhr an der Nikolauskirche. Ein halbkreisförmiger Brunnen bildet den Abschluss der Anlage. Der Waiblinger Apothekergarten ist in der Regel von April bis Oktober von 10 Uhr bis 18 Uhr geöffnet.
Einen Besuch lohnt auch das Museum der Stadt Waiblingen. Zu sehen ist eine informative Sammlung rund um die Ziegelei, die eng mit der Stadtgeschichte verwoben ist: Von römischen Tonwaren über die bekannten kunstvoll verzierten "Feierabendziegel" bis hin zu Produkten aus der maschinellen Ziegelproduktion. Über die Jahrhunderte sind mit den "gestalteten Ziegeln" (im Volksmund "Feierabendziegel"), kulturhistorische Schmuckstücke entstanden, die mit ihren Sprüchen, Bildmotiven und Symbolen einen interessanten Einblick in das Leben und Denken unserer Vorfahren gewähren.
In Waiblingen befindet sich direkt am Bahnhof auch eine weitere Einstiegsmöglichkeit, für alle, die zum Beispiel mit der S-Bahn und dem Rad nach Waiblingen kommen. Die Beschilderung weist von dort bereits den Wegverlauf aus. Hinter dem Beinsteiner Torturm stößt man auf die Hauptroute.
Zünftige Einkehrmöglichkeiten
Die nächste Station ist Großheppach. Hier lohnt der Besuch des Weinmuseums. Danach geht es weiter durch das Tal der Rems, das sich hier gegen Osten weitet und dem Radler rechts und links eine Vielfalt von zünftigen Einkehrmöglichkeiten auftut. Remshalden mit dem Teilort Grunbach und das heimelige Winterbach sind die nächsten Stationen, bevor die Strecke nach Schorndorf führt, der Geburtsstadt von Gottlieb Daimler. Einen Besuch wert sind das Gottlieb-Daimler-Geburtshaus und die Galerie für Technik, in deren Ausstellung auf 700 Quadratmeter der Schwerpunkt auf Gottlieb Daimlers Erfindungen liegt. Der historische Marktplatz lädt mit seiner imposanten Fachwerkkulisse besonders bei schönem Wetter zum Verweilen in den zahlreichen Straßencafés ein.
Informationen wie Sie am besten mit der S-Bahn zum zweiten Ausgangspunkt der Radtour in Waiblingen kommen, bekommen Sie auf den Internetseiten des VVS. Auf den Orangen Seiten unter www.orange-seiten.de finden Sie diese Tour mit vorbelegter Fahrplanauskunft. Klicken Sie auf Sport, dann auf Radfahren. Dort bekommen Sie auch eine detaillierte Karte sowie weitere Tipps zu Zielen, die an der Strecke liegen. Die Orangen Seiten halten außerdem weitere Ausflugs- und Wandertipps mit Kartenmaterial bereit.


