Daniel Krauter · 07.12.2018

Schlagloch-Rallye bei der Parkplatzsuche

Böblingen: Der schlechte Zustand des provisorischen Schotterparkplatzes in der Konrad-Zuse-Straße auf dem Flugfeld erregt die Gemüter

Reinhold König tat am SZ/BZ-Lesertelefon seinen Unmut über den Schotterparkplatz in der Konrad-Zuse-Straße auf dem Flugfeld kund. Den Zustand des Belags bezeichnet der Maichinger als katastrophal.

„Mir ist es ein großes Rätsel, warum hier nicht asphaltiert wurde. Dieser Schotterbelag ist eine wahre Katastrophe“, beklagt sich SZ/BZ-Leser Reinhold König aus Maichingen über den Schotterparkplatz in der Konrad-Zuse-Straße auf dem Flugfeld.
Vor Ort wird schnell klar, dass der Maichinger mit seinem Ärger nicht alleine ist. Egal, wen man auch anspricht, die Unzufriedenheit ist groß. „Ich komme mir vor wie ein Bauarbeiter. Meine Schuhe sind voller Dreck“, sagt Armin Schöck aus Renningen, als er sein Parkticket hinter die Windschutzscheibe seines Autos legt. „Wenn es regnet, sind die Schattenseiten des Schotterparkplatzes besonders deutlich zu erkennen. Die zahlreichen Schlaglöcher sind dann voller Pfützen“, macht Armin Schöck deutlich.
„Unwürdiger Schandfleck“
„Wir sind hier doch nicht in Afrika. Der Zustand dieses Parkplatzes ist einer Stadt wie Böblingen unwürdig“, platzt Franziska Weber aus Böblingen der Kragen. Da stimmt ihr Achim Reichenbach zu: „Ich komme gerade von einem Arzttermin aus dem Medicum. Auch unter den Ärzten gibt es nur großes Kopfschütteln über diesen Schandfleck. Die schimpfen alle wie die Rohrspatzen. Schauen sie sich doch meine Schuhe an. Die sind eigentlich schwarz, jetzt sind sie braun“, sagt der 82-Jährige.
Erwin Schmid aus Gärtringen zeigt zumindest etwas Verständnis. „Als Provisorium ist es in Ordnung. Als Dauerlösung wäre es undenkbar. Die Autos brauchen gute Stoßdämpfer, um keinen Schaden davonzutragen bei den ganzen Schlaglöchern.“
Der Zweckverband Flugfeld teilt nach SZ/BZ-Anfrage mit: „Diese Fläche ist nur als eine Übergangslösung für Parkplätze vorgesehen. Daher wurde sie nicht asphaltiert und auch nicht mit einem Parkplatzleitsystem oder einer baulichen Vorrichtung für Ein-/Ausfahrt – zum Beispiel einer Schranke – versehen.“ Da der Zweckverband Flugfeld schonend mit Steuergeldern umgehen möchte, wurde bewusst auf eine kostenintensive bauliche Lösung des Provisoriums verzichtet. Auf der Fläche neben dem jetzigen Flugfeld-Parkhaus an der Konrad-Zuse-Straße solle in naher Zukunft ein weiteres Parkhaus gebaut werden. Hier befinde sich der Zweckverband Flugfeld Böblingen/Sindelfingen aktuell in Verhandlungen mit einem Investor, der das Grundstück bebauen soll und ein öffentliches Parkhaus errichtet. Bis dahin soll und kann diese geschotterte Fläche weiterhin als Übergangslösung zum Parken genutzt werden.
Auch der schmale Ein- und Ausfahrtsweg ist vielen ein Dorn im Auge: „Das ist wirklich lebensgefährlich für Fußgänger. Ich habe schon beobachtet, wie ein Auto eine ältere Frau touchiert hat. Zum Glück ist nichts Schlimmeres passiert. Warum man diesen Weg nicht breiter gemacht hat, kann ich überhaupt nicht verstehen“, sagt Franziska Weber.
Wenn Reinhold König seine Schwester, die auf einen Rollator angewiesen ist, zu einem Arzttermin ins Medicum fährt, ist Geduld gefragt. „Mit ihrem Rollator kann sie sich auf dem Schotterparkplatz nicht fortbewegen. Ich lasse sie immer auf Höhe des Medicums aussteigen. Bis ich das Auto geparkt habe, hat sie schon eine halbe Ewigkeit auf mich gewartet. Wäre der Parkplatz asphaltiert und sie könnte dort aussteigen, würden wir uns viel Zeit ersparen“, sagt der Maichinger.
Der Zweckverband Flugfeld macht deutlich: „Regelmäßig begehen die Technischen Betriebsdienste den Parkplatz und füllen eventuell vorhandene Unebenheiten, die beispielsweise im Winter zu größeren Eisflächen führen können, auf. Dennoch ist der Untergrund, gerade für beeinträchtigte Nutzer mit Rollatoren etwa, nicht optimal. Für Menschen, die in ihrer Mobilität eingeschränkt sind, finden sich jedoch asphaltierte Parkplätze am Konrad-Zuse-Platz, gegenüber des Medicums/Forum1 sowie Behindertenparkplätze und an der Straße ausgewiesene Kurzzeitparkplätze, die das Ein- und Aussteigenlassen zum Beispiel direkt beim Medicum ermöglichen.“
Zu allem Überfluss bekam Reinhold König wegen Überschreitung der Parkzeit schon einmal ein Knöllchen aufgebrummt. „Ich hatte leider nur für eine Stunde ein Parkticket gelöst. Der Arzttermin dauerte dann zweieinhalb Stunden. Ich würde mir eine Schrankenregelung, wie sie es in vielen Supermarkt-Parkhäusern gibt, wünschen. Wo man dann nach dem Einkauf bezahlen kann“, schlägt der Maichinger vor.
Dazu teilt der Zweckverband Flugfeld folgendes mit: „Die Parkscheinautomaten an diesem ‘Schotterparkplatz’ gleichen (wie auch die am Konrad-Zuse-Platz) denen, die in anderen Stadtteilen in Böblingen und Sindelfingen verwendet werden. In den Innenstädten ist es ebenfalls so, dass Parkende vorab ein Parkticket lösen, wenn sie ihr Auto auf den öffentlichen Parkplätzen am Straßenrand abstellen wollen.“
Hier liege – wie in anderen Stadtteilen mit solchen Parkscheinautomaten – die Verantwortung beim Parkenden, für die voraussichtliche Dauer des Aufenthalts ein ausreichendes Parkticket zu lösen. Die derzeitige Alternative (wie beim Parkhaus in den Mercaden) biete das Parkhaus neben dem Schotterparkplatz an der Konrad-Zuse-Straße, wo ein Bezahlen des Parkscheins nach Rückkehr zum Fahrzeug möglich wäre. „Nach Bau des Parkhauses an der Stelle des Schotterparkplatzes, wird es erwartungsgemäß auch so geregelt sein, dass das Parkticket nach der Rückkehr zum Fahrzeug zu bezahlen ist“, so der Zweckverband.