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SZ/BZ-TV-Tipps zum Wochenende

Sturmfluten und Gaslichtflackern

Krimis, Katastrophen und Nervenkitzel in närrischen Zeiten

Von Bernd Heiden

Die Hochphase der tollen Tage ist angebrochen, und der Ausstrahlungsrhythmus des Fernsehwochenendes spielt verrückt: Viele Highlights zur besten Sendezeit kurz nach 20 Uhr. Dann große Löcher, bis die TV-Welt um Mitternacht herum wieder voll aufdreht. Hier die Empfehlungen für ein Wochenende, bei dem der Biorhythmus nicht komplett in den Schleudergang gerät.

Samstag

In dem Krimi „München Mord: A saisonale G‘schicht“ (ZDF, 20.15 Uhr) randaliert ein Mann in einer Ausstellung über Gottesanbeterinnen und liegt später tot zu Füßen des Friedensdenkmals. Das Ermittlerteam um Schaller (Alexander Held) ist sich uneins, ob es sich hier um Mord, Suizid oder einen Unfall handelt.

Konsens herrscht dagegen, dass die Sturmflut vom Februar 1962 Hamburgs schwerste Flutkatastrophe des 20. Jahrhunderts bescherte. Das Doku-Drama „Die Nacht der großen Flut“ (Samstag, NDR, 23.15 Uhr) zeichnet mit Spiel- und Dokuszenen die Katastrophe nach. Eine Schlüsselrolle beim Krisenmanagement spielte der damalige Innensenator Hamburgs, Helmut Schmidt.

Sonntag

Alles hat einmal ein Ende. So auch der Einsatz von Kommissarin Lindholm, bekannt als Maria Furtwängler. „Tatort: Geisterfahrt“ (Das Erste, 20.15 Uhr) ist ihr letzter Einsatz in Göttingen. Nach den Ermittlungen um die mutmaßliche Amokfahrt eines Paketzustellers in eine Menschenmenge wird sie ans LKA Hannover zurückkehren.

Parapsychologie ist in England 1928 das Spezialgebiet des jungen Psychologie-Professors David Ash (Aidan Quinn). Er glaubt dabei weniger an Gespenster, sondern eher an Betrüger. Seine Ansichten geraten ins Wanken, als er über einen ominösen Hilferuf in ein altes Landhaus gelockt wird. „Haunted – Haus der Geister“ (Tele 5, 20.15 Uhr) beschwört mit Türenknarren und Gaslichtflackern klassisch viktorianische Grusel-Atmosphäre.

Wer das Verlangen nach weiterführenden Nervenmartern verspürt, dem wird nach einer kleinen Pause mit „Tod im Strandhaus“ (3Sat, 23.15 Uhr) geholfen: Zwei Pärchen verbringen in dem Thriller gemeinsam ein Wochenende am Pazifik. Doch statt Seele baumeln lassen ist alsbald Überlebenskampf angesagt. Vorsicht: Dieses Stück könnte den Schlaf- und damit auch den Biorhythmus ernsthaft irritieren. Ein Geisterhaus und ein Thriller-Strandhaus – Bernd Heiden wird sich am Sonntag nicht beides hintereinander antun. Zwecks Nervenschonung steigt er mit dem Tatort in den TV-Sonntag ein.