

Renningen. „Ich hatte schon Angst, dass ich heute vor leeren Rängen stehe.“ Mit diesen Worten eröffnete Peter Müller, Erster Beigeordneter der Stadt Renningen, am Sonntag die Spielzeit 2026 des Naturtheaters Renningen. Von leeren Rängen konnte jedoch keine Rede sein: 334 Zuschauer waren trotz Rekordhitze gekommen. Müller würdigte den Besuch und sprach dem 42-köpfigen Ensemble Respekt dafür aus, kostümiert auf der sonnigen Bühne zu stehen.
Nach der Eröffnungsrede und einem Countdown der Kinder im Publikum begann die Uraufführung von „Der gestiefelte Kater“. Zum ersten Mal seit fünf Jahren hat sich das Naturtheater Renningen wieder für ein klassisches Märchen entschieden. Autorin und Regisseurin Christine Binder legte dafür eine eigene Fassung vor, die die bekannte Geschichte mit neuen Akzenten erzählt.
Im Mittelpunkt steht der Müllersohn Hans, gespielt von Emil Zimmermann. Er wird als bodenständige Figur gezeigt, die sich von den schillernden Gestalten der Märchenwelt abhebt und für junge Zuschauer greifbar wird. Einige Kinder wurden auch in die Handlung einbezogen. Hans findet am Ende mit Mut und Ehrlichkeit seinen Weg und gewinnt das Herz der Prinzessin, gespielt von Luise Kaufmann.
An seiner Seite steht der Gestiefelte Kater, dargestellt von Melanie Lange. Dietmar Ilg sorgt als naiver, singender Esel für komische Momente. Als Gegenspielerin tritt die Zauberin Grissella auf, gespielt von Martina Lange, deren Szenen durch Bühneneffekte unterstützt werden.
Besonders viel Applaus erhielten die drei Rebhühner, gespielt von Maya Buchmann, Theresa Müller und Rebekka Schütz. Mit Gackerlauten, Hüpfbewegungen, Flügelschlägen und gemeinsamen Reaktionen wurden sie schnell zu Publikumslieblingen und mehrfach mit Szenenapplaus belohnt.
Auch für schwierige Märchenszenen fand die Inszenierung wirkungsvolle Lösungen. Die Verwandlung der Zauberin in einen riesigen Elefanten wurde mit großer Maske, Nebel und dem körperlichen Spiel des Ensembles umgesetzt: Stampfen und Erschütterungen ließen den Moment auf der Bühne spürbar werden.
Nach einem live gesungenen Abschlusslied reagierte das Premierenpublikum mit kräftigem Beifall und Standing Ovations. Die Hitzeschutzmaßnahmen des Naturtheaters, darunter kostenloses Leitungswasser und eine Sprinkleranlage in der Pause, wurden rege angenommen.
Für die Premiere des Abendstücks am Samstag, 4. Juli, hofft das Naturtheater Renningen auf angenehmere Temperaturen. Dann steht „Die Tochter des Musketiers“ auf dem Programm. Die Inszenierung führt ins Frankreich des 17. Jahrhunderts und erzählt von einer mutigen Heldin, die eine Verschwörung gegen das Königshaus aufhalten muss.
Beide Stücke stehen anschließend bis Ende August auf dem Spielplan. Weitere Informationen und Karten gibt es im Internet unter der Adresse www.naturtheater-renningen.de




























