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Rettung vor dem Verfall: Der junge angehende Architekt Andreas Stenzel saniert die leer stehende Sommervilla des Bankiers Kilian von Steiner in Bad Niedernau im Kreis Tübingen. Wie kam es dazu?
Von Nicole Golombek
Das denkmalgeschützte Anwesen in Bad Niedernau wurde immer wieder umgebaut, zuletzt in den 1920er Jahren im expressionistischen Stil.
Foto: Sichtlichmensch/Andreas ..
Im Hintergrund die expressionistische Anwesen. Daneben ließ Kilian von Steiner im 19. Jahrhundert einen Gartenpavillon errichten. Hier die Rückseite des Gartenpavillons. An dieser Seite befindet sich ein kleiner Salon. Zwischen Salon und Speisesaal war eine nach vorne, zum Wald hin geöffnete Ruheliegefläche – überdacht und zugleich offen, so konnten die Damen und Herren auch bei Regen im Liegestuhl liegen und die gute Luft atmen.
Foto: Andreas Reiner/ANDY REINER
Rückseite der Villa und Übergang zum Pavillon. Das Haus befindet sich auf einem riesigen Keller des nahe gelegenen Kurbads. Der Keller wurde um 1840 gebaut. 1846/47 ließ der Adolf Raidt, der Sohn vom Niedernauer Kurbadbesitzer Franz Xaver Raidt, den Keller zum Wohn- oder Wirtshaus ausbauen. Der Tübinger Arzt Felix von Niemeyer kaufte das als „Waldhaus“ bekannte Gebäude im Jahr 1865.
Foto: Andreas Reiner /ANDYREINER
Niemeyer ließ das Haus aufstocken und ausbauen – zu einem Landhaus im Schweizerstil /Chalet Suisse. Zu dem Anwesen gehörten zudem ein Zier- und Lustgarten. Niermeyer starb 1871. Im Jahr 1877 kaufte der Stuttgarter Bankier Kilian von Steiner das Waldhaus, ließ es erweitern, baute neue Gebäude dazu. Seine Erben verkauften das Anwesen 1917 an den Württembergischen Kriegerbund, es wurde ein Kriegererholungsheim daraus, nach dem Zweiten Weltkrieg dann ein Internat mit Förderschule. Dann stand es leer, drohte zu verfallen. 2020 kaufte der angehende Architekt Andreas Stenzel (im Bild auf dem seitlichen Balkon) das denkmalgeschützte Anwesen.
Foto: Andreas Reiner/ANDYREINER
Eingang im expressionistischen Stil. Der Württembergische Kriegerbund beauftragte 1925 die jungen Rottenburger Architekten Schilling und Lütkemeier mit einer Aufstockung der Villa. Sie stockten das Haus im Stile des Expressionismus auf. Zeichen hierfür sind der spitze Giebel, der Eingang als Dampfermotiv (Reling und Stabwerk), prismenförmige Lampe am Eingang.
Foto: Andreas Reiner/ANDY REINER
BadNiedernau. Kinderträume. Wenn ich mal groß bin, werde ich Feuerwehrmann, Polizistin, Youtubestar. Das kennt man. Aber: Wenn ich groß bin, kaufe ich mir die Villa Waldhaus? Heute, ein Vierteljahrhundert ...