

Sie bellen, jaulen, hecheln oder sind bereits apathisch: Hunde, die im heißen Auto zurückgelassen wurden. Leider ist vielen Menschen nicht bewusst, dass schon wenige Minuten ab 20 Grad Celsius Außentemperatur ausreichen, um das Auto zur tödlichen Falle werden zu lassen. Auch dieses Jahr gibt es bereits Meldungen zu solchen Fällen. Ein Vierbeiner konnte nur noch tot aus dem Fahrzeug geborgen werden, er ist an den Folgen der Überhitzung gestorben. Damit in den kommenden Wochen nicht weitere Tiere leiden oder gar sterben müssen, klärt die Tierschutzorganisation Tasso über die Gefahren auf und appelliert an Hundehalter verantwortungsvoll zu handeln und ihre Tiere nicht im geparkten Auto zurückzulassen. Denn: Ab einer Außentemperatur von 20 Grad Celsius verwandelt sich das Fahrzeug bereits nach wenigen Minuten in einen tödlichen Backofen.
Wer seinen Vierbeiner bei steigenden Temperaturen im Auto zurücklässt, riskiert nicht nur das Wohlbefinden, sondern auch das Leben des Tieres. Auch im Schatten und mit einem spaltbreit geöffneten Fenstern kann sich das Autoinnere schnell auf mehr als 50 Grad Celsius aufheizen. Erschwerend kommt hinzu, dass Hunde kaum Schweißdrüsen besitzen und ihre Körpertemperatur über die Atemluft und das Hecheln regulieren. Um den dadurch entstehenden Wasserverlust auszugleichen, müssen sie ausreichend Flüssigkeit zu sich nehmen. Ohne Wasser und ausreichend Luftzirkulation droht ein Hitzschlag, bei dem die Körpertemperatur des Vierbeiners auf mehr als 41 Grad ansteigt. Lebenswichtige Organe werden dann nicht mehr ausreichend versorgt und das Tier stirbt qualvoll.
„Die Tiere sind auf unsere Fürsorge angewiesen. Ob aus Unwissenheit oder Verantwortungslosigkeit, einen Hund im heißen Auto leiden zu lassen ist ein klarer Verstoß gegen das Tierschutzgesetz und die Tierschutz-Hundeverordnung. Auch die kürzeste Erledigung kann unerwartet länger dauern – und im schlimmsten Fall den Tod des Tieres bedeuten“, warnt Tasso-Leiter Philip McCreight. Wer an einem warmen Tag einen Hund im Auto entdeckt, sollte aufmerksam werden und helfen:
Wenn der Hund deutliche Atemnot zeigt, zunehmend nervöser oder apathisch wird, anfängt zu Erbrechen oder sogar das Bewusstsein verliert – und Polizei oder Feuerwehr noch nicht eingetroffen sind – kann es notwendig sein, den Hund selbst aus dem Auto zu retten. Dabei sollte zunächst geprüft werden, ob eine Wagentür unverschlossen ist. Wenn es unumgänglich ist, fremdes Eigentum zu beschädigen, sollte der Schaden so gering wie möglich gehalten werden. Falls die Fahrzeughalter daraufhin Strafanzeige wegen Sachbeschädigung erstatten, können sich die Tierretter auf einen rechtfertigenden Notstand berufen. Wichtig und hilfreich ist es, sich Zeugenfür den Vorfall zu suchen.
Zunächst sollte der Hund in den Schatten gebracht und mit kühlem – nicht eiskaltem – Wasser übergossen werden. „Das Ziel ist, den Hund bis auf die Haut zu durchnässen. Zusätzlich ist eine gewisse Ventilation wichtig, zum Beispiel in Form von Luft zufächeln. Auch Wasser darf dem Tier angeboten werden. Es sollte allerdings nicht zum Trinken gezwungen werden“, erklärt Tierärztin Dr. Anette Fach. Auch wenn sich der Hund nach einiger Zeit zu erholen scheint, die medizinische Versorgung in einer Tierarztpraxis ist unumgänglich, denn der Zustand des Tieres kann sich jederzeit wieder verschlechtern.




