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100 Prozent Deutungshoheit

zu: „Hatz und Hysterie statt Fakten“ (Kommentar vom 23. Februar) und Leserbriefe (SZ/BZ vom 1. März)

Kaum ist ein Chefredakteur so mutig, das Problem einmal nicht aus Sicht grüner Aktivisten zu beleuchten, schon ist der Aufschrei groß. Selbstverständlich gilt, wie in allen anderen die Umwelt betreffenden Themen, nur die Meinung einer Partei wie den Grünen, die ja immerhin fast 9 Prozent der Wähler bei den letzten Bundestagswahlen hinter sich gebracht, aber den Anspruch auf 100 Prozent Deutungshoheit haben.

Es wird völlig ignoriert, dass sich unsere Lebensverhältnisse permanent über die letzten Jahrzehnte verbessert haben. Allerdings wurden die Grenzwerte im gleichen Zug verschärft. Und was würde die Deutsche Umwelthilfe (DUH) ohne ihren omnipräsenten Vorsitzenden Resch machen, dessen Geschäftsmodell die Abmahnung ist und mit Toyota, dem E-Autobauer der ersten Stunde, im Bett liegt. Selbst die Stadt Stuttgart kommt langsam in Erklärungszwang, wenn sich die Messwerte kontinuierlich verbessern. Wie würden die erst aussehen, wenn man alle Themen angehen würde, die ein Fahrverbot überflüssig machen.

Zum Beispiel intelligente Ampelsteuerungen. Wer in Stuttgart schon einmal nach einer „grünen Welle“ für kontinuierlichen Verkehr gesucht hat, wird diese nicht finden. Da ist es doch wirklich einfacher, Autofahrer auszuschließen. Und zwar die, die vom Kraftfahrtbundesamt (KBA) zugelassene, den gültigen Vorschriften vollumfänglich entsprechende Fahrzeuge gekauft haben. Es ist ein Leichtes, pauschaliert auf die Automobilindustrie zu poltern. Natürlich hat VW betrogen, das ist nicht zu beschönigen, gehört bestraft und es ist Wiedergutmachung zu leisten.

Aber wenn Herr Resch schon vor Monaten ankündigt, dass „jetzt BMW dran ist“ und dies mit dramatisch hohen Messwerten an einem 3er BMW belegen will, dann zeugt das nur davon, dass es wirklich die angesprochenen Autohasser gibt. Denn die Messwerte der DUH hielten einer Überprüfung des KBA nicht Stand. DUH und die sogenannten Umweltverbände suggerieren den Menschen, dass jeder Diesel manipuliert ist. Das ist unredlich, scheint aber zur Erreichung ideologischer Ansichten erlaubt. Und dann regt man sich über einen Kommentar derart auf. Jeder macht sich so lächerlich, so gut er kann.

Peter Kasparek, Merklingen