Menü
Krimi in der Schalkwiesenhalle

Als es eng wird, behalten Ehningens Ringer die Nerven

Nur vier der zehn Kämpfe entscheidet der TSV Ehningen beim Rückrundenauftakt gegen den AB Aichhalden für sich. Trotzdem reicht es in einem turbulenten Oberliga-Duell zu einem hart erkämpften 16:16. Von Henri Schimmer
Sebastian Sander (rechts) brachte den TSV kurz vor Schluss mit 16:14 in Führung.

Sebastian Sander (rechts) brachte den TSV kurz vor Schluss mit 16:14 in Führung.

Bild: z

Ringen. Es war einer dieser Ringerabende, an denen am Ende nicht allein die gewonnenen Kämpfe den Ausschlag geben. Nur vier der zehn Duelle konnte der TSV Ehningen beim Rückrundenauftakt der Oberliga gegen den AB Aichhalden für sich entscheiden. Trotzdem reichte es am Halloweenabend in der Schalkwiesenhalle zu einem 16:16. Weil die Gastgeber ihre Siege deutlich gestalteten und bei den Niederlagen wichtige Mannschaftspunkte retteten. Und weil zwei Ehninger in entscheidenden Momenten die Nerven behielten.

Allen voran Sebastian Sander. Als der Routinier auf die Matte ging, lag Ehningen mit 12:14 zurück. Gut eine Minute vor Schluss stand es in seinem Kampf 4:6. Die nächste Niederlage drohte. Doch dann riskierte sein Gegner bei einem Wurf zu viel. Sander fing die Aktion ab, brachte den Aichhaldener auf die Schultern und ließ die Halle jubeln. Statt eines weiteren Rückschlags stand plötzlich eine 16:14-Führung für den TSV auf der Anzeigetafel.

Adrian Moise rettet das Remis

Nun musste Adrian Moise im letzten Kampf verhindern, dass dieser Vorsprung noch vollständig verloren ging. Eine schwierige Aufgabe, schließlich hatte er das Duell mit seinem Gegner im Vorjahr noch 0:8 verloren. Auch diesmal sah es zunächst nicht gut aus. Zur Pause lag Moise bereits 0:6 zurück. Doch der Ehninger kämpfte sich zurück, punktete zweimal und begrenzte den Rückstand auf 3:8. Aichhalden erhielt damit nur zwei Mannschaftspunkte. Das 16:16 war gerettet.

Wie wichtig solche Einzelleistungen waren, zeigte sich auch in den übrigen Begegnungen. Denn gerade in den mittleren Gewichtsklassen mussten die Ehninger einige Niederlagen hinnehmen. Immanuel Pitters etwa feierte seine Oberliga-Premiere und brachte seinen routinierten Gegner zunächst mit einer sehenswerten Aktion in Schwierigkeiten. Zur Pause lag der Debütant noch knapp vorne, ehe zwei Beinangriffe des Aichhaldeners die Begegnung drehten. Pitters verlor 2:7, hinterließ bei seinem ersten Auftritt aber einen guten Eindruck.

Knappe Niederlage für Kai Rösch

Auch der erstmals in dieser Saison eingesetzte Constantin Bulibasa machte es seinem Gegner schwer. In der vergangenen Saison hatte der Ehninger Altstar gegen denselben Kontrahenten noch zweimal durch technische Überlegenheit verloren. Diesmal hielt er deutlich besser dagegen und musste sich erst nach einem intensiven Kampf mit 0:10 geschlagen geben.

Wenig Spielraum gab es dagegen für Kai Rösch. Sein Duell entwickelte sich zu einem hitzigen Kampf ohne eine einzige technische Wertung. Entscheidend waren ausschließlich die Passivitätsentscheidungen der Kampfrichterin. Dreimal profitierte der Aichhaldener davon, ohne selbst weitere Punkte erarbeiten zu können. Für Rösch blieb eine knappe Niederlage.

Dass sich Ehningen solche Ergebnisse leisten konnte, lag vor allem an der hohen Ausbeute seiner siegreichen Athleten. Daniel Sandu, der erst kürzlich bei der U23-Weltmeisterschaft angetreten war, ließ seinem Gegner keine Chance. Sowohl im Stand als auch am Boden dominierte er und sicherte sich noch vor der Pause einen ungefährdeten Überlegenheitssieg.

Ebenso deutlich setzte sich Fabian Bendl durch. Der in der Rückrunde im leichteren Halbschwergewicht antretende Ehninger war seinem Gegner körperlich klar überlegen. Weil der Aichhaldener dem Druck kaum etwas entgegensetzen konnte, wurde er schließlich wegen negativen Ringens disqualifiziert. Auch Andrian Grosul steuerte im Schwergewicht vier Mannschaftspunkte bei, ohne überhaupt antreten zu müssen: Aichhalden konnte die Gewichtsklasse nicht besetzen.

Maik Busch lobt Teamleistung

Nicht nach Wunsch verlief der Abend dagegen für Poyraz Karabulut. Nach einem zunächst ausgeglichenen Beginn wollte er seinen Gegner auskontern, landete bei der Aktion jedoch selbst auf den Schultern. Oscar Ziegler wiederum hatte gegen einen Kontrahenten, der wenige Tage zuvor noch bei der U23-Weltmeisterschaft in Las Vegas am Start gewesen war, keine Chance.

Dass es trotz dieser Rückschläge zu einem Punktgewinn reichte, wertete TSV-Coach Maik Busch auch mit Blick auf die veränderten Bedingungen der Rückrunde positiv. „Der Stilartwechsel in den Gewichtsklassen zur Rückrunde bringt viele Unsicherheiten mit sich. Alle Vereine müssen ganz anders aufstellen. Ich denke, unter diesen Rahmenbedingungen ist es uns heute ganz ordentlich gelungen, gegen starke Aichhaldener einen Punkt in Ehningen zu behalten“, sagte Busch.

Besonders die Auftritte von Pitters, Sander und Bendl hob der Trainer in seiner Bilanz hervor. Sein Fazit: „Das war eine wirklich gute Mannschaftsleistung.“

Am Ende passte dieses Urteil zu einem Abend, an dem nicht jeder Ehninger seinen Kampf gewinnen musste, um seinen Anteil am Punktgewinn zu haben. Entscheidend war, wer vier Mannschaftspunkte holte – und wer dem Gegner den entscheidenden Punkt verweigerte.