

„Der Arbeitsmarkt im Landkreis Böblingen trotzt allen aktuellen Unwägbarkeiten und setzt seine Frühjahrsbelebung, wenn auch abgeschwächt, weiter fort. Bis auf kleinere Effekte hat sich die Pandemie nahezu vollständig vom Arbeitsmarkt entkoppelt und übt keinen größeren Einfluss mehr aus. Der schon fast nahtlos an die Pandemie anschließende Konflikt in der Ukraine sorgt bei den Unternehmen derzeit eher für eine abwartende Stimmung und hängt stark vom aktuell äußerst volatilen Marktumfeld ab. Dieser Zustand scheint im Gegenzug die Personalplanungen der Unternehmen nicht nachhaltig zu beeinflussen“, kommentiert Johann Beck, Leiter der Agentur für Arbeit Stuttgart, die aktuellen Zahlen. „Direkte Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt sind noch immer nicht erkennbar. Wir werden natürlich die Entwicklungen in den kommenden Wochen weiterhin sehr genau beobachten und sind auf mögliche eintretende Folgen präventiv gut vorbereitet.“
Von den 6368 Arbeitslosen im Landkreis entfielen 3044 Personen auf die Arbeitslosenversicherung (Arbeitsagenturen/SGB III), das waren 159 Personen weniger als im Vormonat (minus 5,0 Prozent) und 1.458 weniger als im Mai 2021. Auf die Grundsicherung (Jobcenter/SGB II) entfielen 3.324 Arbeitslose, 72 mehr als im Vormonat (plus 2,2 Prozent) und 463 weniger als im Mai 2021. „Die Zahl der Langzeitarbeitslosen, die wir immer besonders im Blick haben, ging gegenüber dem Vormonat nochmal in beiden Rechtskreisen zurück“, freut sich Beck. „Im SGB III sogar um 5,9 Prozent.“ Somit erreicht der Bestand an Arbeitslosen im Rechtskreis SGB III, sowie bei der Personengruppe im Alter von 15 bis unter 25 Jahren und 15 bis unter 20 Jahren im Vergleich zum Mai 2019 erstmals wieder das Niveau vor Corona. Der Zugang an Arbeitslosen aus Ausbildung sank im Vorjahres- und Vormonatsvergleich ungewöhnlich stark. Hier bildet sich die höhere Übernahmebereitschaft der Unternehmen deutlich ab.
Zu den aus der Ukraine geflüchteten Menschen sagt Beck: „Nach den Erlebnissen von Krieg und Flucht bleibt für die geflüchteten Menschen an erster Stelle weiterhin die Klärung der Fragen nach Unterkunft und Kinderbetreuung. Wir halten hier ein Beratungsangebot vor, das schnell und individuell unterstützen und eine Perspektive aufzeigen kann. Zum 1. Juni wechselt dann die Betreuung der ukrainischen Flüchtlinge zu den jeweiligen Jobcentern.“
Im Mai verloren 592 Personen ihren Arbeitsplatz (minus 79 gegenüber Vormonat; plus 8 gegenüber Vorjahresmonat). Eine neue Arbeit aufnehmen konnten 501 Männer und Frauen, das sind 63 weniger als im April und 162 weniger als im Vorjahresmonat. Im Mai 2022 verzeichnete der Landkreis Böblingen 3292 freie Stellen, ein Plus von über 910 Stellen gegenüber dem Vorjahresmonat.



