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Kommentar

Aus viel kleinem wird etwas Großes

Manchmal zeigt sich der Wert von Solidarität gerade dann, wenn etwas nicht nach Plan läuft.

Kaufen, genießen, helfen: So funktioniert die Mango-Aktion.

Kaufen, genießen, helfen: So funktioniert die Mango-Aktion.

Bild: hanohiko/Adobe Stock

Manchmal zeigt sich der Wert von Solidarität gerade dann, wenn etwas nicht nach Plan läuft. Die Mangoaktion des Evangelischen Kirchenbezirks Böblingen steht in diesem Jahr vor genau einer solchen Herausforderung. Weniger Mangos bedeuten weniger Einnahmen – und damit weniger Geld für Schulprojekte in Burkina Faso.

Dabei geht es nicht darum, dass wenige große Summen den Unterschied machen. Viel wichtiger ist die Erkenntnis, dass viele kleine Beiträge gemeinsam eine enorme Wirkung entfalten können. Fünf, zehn oder zwanzig Euro mögen für den Einzelnen bescheiden erscheinen. Für ein Schulkind in Burkina Faso können sie jedoch inder Summe mit darüber entscheiden, ob Unterricht stattfindet, eine Lehrkraft bezahlt werden kann oder ein warmes Essen auf den Tisch kommt.

Gerade in einer Zeit, in der die Welt oft von Krisen, Unsicherheit und zunehmendem Individualismus geprägt scheint, setzt die Mangoaktion ein anderes Zeichen. Sie erinnert daran, dass Solidarität keine Frage von Reichtum ist, sondern von innerer Überzeugung. Wer hilft, sagt: Das Schicksal anderer Menschen ist mir nicht gleichgültig.

Ein Drittel des Spendenziels ist erreicht. Das ist ein ermutigender Anfang, aber noch kein Grund, sich zurückzulehnen. Denn die Finanzierungslücke bleibt groß. Jetzt kommt es darauf an, dass viele Menschen ihren kleinen Teil beitragen. Nicht jeder kann viel geben. Aber fast jeder kann etwas geben.

Die Stärke solcher Aktionen liegt genau darin: Aus vielen kleinen Gesten entsteht etwas Großes. Und manchmal reicht schon eine kleine Hilfe, um einem Kind eine Zukunftsperspektive zu erhalten. Das ist die eigentliche Botschaft der Mangoaktion – und ein starkes Beispiel dafür, was Solidarität bewirken kann.

roman.steiner@szbz.de