

Böblingen. Die ersten Zelte am Unteren See sind bereits aufgebaut, Böblingen rüstet sich für Schlemmen am See. Das Fest der Gastronomen beginnt am Mittwoch zu 32. Mal und wird wohl auch in diesem Jahr bis Sonntag Zehntausende von Besuchern anlocken. Was sie diesmal dabei erwarten dürfen? Und wie viel Arbeit hinter den Kulissen getätigt werden muss, um dieses Fest auf die Beine zu stellen? Das verrät Timo Böckle, Chef des Hotel-Restaurants Reussenstein, Fernsehkoch und Mit-Organisator von Schlemmen am See in einer neuen Folge des SZ/BZ-Podcasts „Willi und Dödel“. Hier ein Auszug:
Noch ein paar Tage, dann beginnt Schlemmen am See. Sind die Vorbereitungen alle abgeschlossen?
Timo Böckle: „Die Vorbereitungen und die Planungen sind komplett durch – Zelte, Innenausstattung, alle Wirte, das ganze Bühnen- und Rahmenprogramm, die Flyer, die Plakate, alles auf der Liste ist abgearbeitet. Bis es am Mittwoch losgeht, geht es jetzt ganz, ganz schnell.“
Wann fängt denn die Organisation an, die federführend von Nunzio Chiumenti, Tim Hornung und Ihnen übernommen wird?
Timo Böckle: „Im Herbst geht's immer los, nach dem Fest ist vor dem Fest. Man muss erst einmal mit der Stadt den Termin koordinieren, die Zelte rechtzeitig buchen. Das sind die ersten Schritte, die man tun muss.“
Wie viele Stunden investiert man als Hauptorganisator für die Vorbereitungen von Schlemmen am See?
Timo Böckle: „Das sind schon ein paar Hundert Stunden, die da bei uns drei jedes Jahr zusammenkommen. Ehrenamtlich, wohlgemerkt. Wir haben den gleichen Beitrag zu entrichten wie alle anderen Gastronomen, die bei Schlemmen am See teilnehmen. Wir machen das, weil es uns Spaß macht, weil uns das Fest wichtig ist und weil wir uns nicht nur zum Ziel gesetzt haben, dass wir nicht nur das Fest der Feste organisieren – sondern auch das Fest, das am Schluss übrig bleibt. Wie schnell das zu Ende gehen kann, hat man jetzt in Stuttgart gesehen. Wir wollen das gerne noch mal 30 Jahre lang machen, wenn es irgendwie geht.“
Woher nehmen Sie den Antrieb dafür? Ist es nicht auch jedes Mal so, dass Sie sich einerseits darauf freuen, wenn Schlemmen am See beginnt – andererseits auch fro sind, wenn die fünf arbeitsreichen Tage wieder vorbei sind?
Timo Böckle: „Natürlich ist es anstrengend, aber eigentlich sind wir nicht froh, wenn es wieder rum ist. Denn das Fest macht allen Teilnehmern Spaß. Eigentlich ist es cool, wenn man da in diesem Zelt steht, das ist mal etwas anderes. Für mich zum Beispiel, da ich ja schon seit einer ganzen Weile kein Catering mehr mache, ist es eine ziemlich coole Nummer, dass ich einfach mal ein bisschen rauskomme, einfach mal die Luft von früher schnupper.“
Schlemmen am See ist nie gleich. Es sind immer neue Gastronomen mit an Bord, es gibt immer ein paar Änderungen im Konzept, immer neue Aktionen. Was ist denn diesmal neu?
Timo Böckle: „Fangen wir gleich mal mit dem Feuerwerk an. Das steigt ja immer am Mittwoch wenn wir starten, damit auch jeder in Böblingen weiß, dass es jetzt wieder rund geht. Dieses Jahr ist Leonhardt Akustik aus Sindelfingen dabei und veranstaltet das für das Feuerwerk für uns. Freuen kann man sich auf neue Gastronomen – aus Stuttgart ist die Bar Brave & Bold mit richtig guten Drinks am Start und aus Böblingen sind die Burger Brothers zum ersten Mal mit dabei. Neu als wichtiger Partner mit im Boot ist auch der Selbstbedienungs-Großhändler Selgros aus Filderstadt, worüber wir uns sehr freuen.“
Eine Bar aus Stuttgart, ein Partner aus Filderstadt – merkt man da, nachdem es das Stuttgarter Stadtfest nicht mehr gibt, ein gesteigertes Interesse von Unternehmen, die Böblingen bisher nicht so auf dem Schirm hatten?
Timo Böckle: „Ja. Und wir hoffen natürlich vor allem, dass auch viele Gäste aus Stuttgart kommen werden. Wir haben ja bisher schon einige Gäste aus Stuttgart, viele aus Vaihingen, die jahrelang kommen. Aber wir hoffen, dass es mehr werden. Der Nachteil, den wir haben, ist, dass wir in Stuttgart keine Werbung machen dürfen. Plakatieren in Stuttgart ist schwierig bis gar nicht möglich. Das ist ein bisschen schade – wir versuchen aber über die sozialen Medien mehr Teilnehmer und Gäste aus Stuttgart zu gewinnen.“
Dass für Schlemmen am See in Stuttgart nicht plakatiert werden darf, verwundert ein wenig. Schließlich ist es doch eines der größten Feste in der Region – oder wie sehen Sie das?
Timo Böckle: „Es ist auf jeden Fall eines der erfolgreichsten Feste und das hochwertigste Fest. Und das inzwischen nicht mehr nur im Kreis Böblingen sondern weit darüber hinaus. Wir brauchen uns nicht verstecken.“
Zu einem tollen Fest gehört auch ein tolles Programm. Dafür sorgt zum zweiten Mal mit dem Schönaicher Jochen Schild ein echter Profi.
Timo Böckle: „Ja. Und darüber sind wir sehr froh drüber. Denn ein Bühnenprogramm auf die Beine zu stellen ist nicht unsere Kernkompetenz und wir haben schon genug mit der Veranstaltungsorganisation zu tun. Umso glücklicher sind wir, mit Jochen Schild einen sehr fähigen Partner haben, der sich auch mit Musik gut auskennt.“



