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Schamanismus

Böblingen: Die Kakao-Zeremonie in der Kunstgalerie

Von Ronald Lars
Der Sonntagnachmittag wird im Zeichen von Meditation und innerer Heilung stehen. Parallel wird der marokkanische Künstler Khalil El Mejnaoui an seinem beim Eröffnungstag der Ausstellung begonnenen, in meditativ-versunkener Malweise entstehenden Gemälde weitermalen.   Bild: Stadt Böblingen

Der Sonntagnachmittag wird im Zeichen von Meditation und innerer Heilung stehen. Parallel wird der marokkanische Künstler Khalil El Mejnaoui an seinem beim Eröffnungstag der Ausstellung begonnenen, in meditativ-versunkener Malweise entstehenden Gemälde weitermalen. Bild: Stadt Böblingen

Böblingen. Am Sonntag, 28. Januar, wird von 16 bis 18 Uhr erstmals ein von außerhalb Europas importierter Schamanismus in der Städtischen Galerie (Pfarrgasse 2) Einzug halten. Den Rahmen bildet die aktuelle Ausstellung „Schall+Rau(s)ch. Dunstkreis der Dosierung. Von A wie Alkohol bis Z wie Zukunftsdrogen sowie sonstigen sinnstimulierenden Substanzen als Methode, Mittel und Motiv in der Modernen Kunst“. Dazu lädt die Stadt Böblingen ein.

Elisabeth Dreher, Assistentin und Betreuerin bei schamanischen Ritualen mit der Pflanze Nixi Pãe (= Ayahuasca), führt die Besucher in legal abgewandelter Form mit dem Ersatzstoff „Schokolade“ durch den meditativ ausgerichteten Heilkreis. Als Mittel zur Bewusstwerdung der inneren Intuition und/oder Blockadenlösung wird das „Braune Gold“ serviert. Es kommt aus Südamerika, wo die zeremoniellen Zusammenkünfte zu Ehren von Göttin Cacao traditionell abgehalten werden.

Kakao auch als Medizin

Im Zusammenhang mit der aktuellen Ausstellung, in die Teile der alten Stadtapotheke Böblingens integriert wurden, sind Belege anzutreffen, dass Kakao, der im Zuge des europäischen Kolonialismus entdeckt wurde und in der Folge seinen Siegeszug in unseren Gefilden antrat, als Medizin angewandt wurde. Bis weit ins 19. Jahrhundert hinein war Kakao hierzulande noch ein höchst wertvolles und seltenes Gut. Schokoladenerzeugnisse galten als Stärkungs- und Aufputschmittel, waren damals apothekenpflichtig und wurden als Medizin bei Leber-, Blasen- und Nierenleiden, als Stärkung gegen Stress verkauft.

Der Sonntagnachmittag wird im Zeichen von Meditation und innerer Heilung stehen. Bevor das von Elisabeth Dreher betreute Ritual um 16 Uhr beginnt, wird um 15 Uhr eine kostenfreie Kurzführung durch die aktuelle Ausstellung mit dem Themenschwerpunkt pflanzlich basierter Medizin durch Galerie-Leiterin und Kuratorin Corinna Steimel angeboten. Parallel wird der marokkanische Künstler Khalil El Mejnaoui an seinem beim Eröffnungstag der Ausstellung begonnenen, in meditativ-versunkener Malweise entstehenden Gemälde weitermalen.

Für alle Angebote fällt lediglich der reguläre Museumseintritt von 2,50 Euro an.