

Böblingen. Wenn am Sonntag, 21. Juni, um 13 Uhr im Deutschen Fleischermuseum Böblingen bei freiem Eintritt die Sonderausstellung „Hope – Nadija“ eröffnet wird, dauert der Krieg in der Ukraine bereits 1578 Tage an. Die Bilder des Krieges verschwinden zunehmend aus den Schlagzeilen, die Folgen für Millionen Menschen bleiben. Mit ihrer Ausstellung will die in Berlin lebende ukrainische Keramik-Künstlerin Maria Volokhova diesem Vergessen ein eindringliches Zeichen der Menschlichkeit entgegensetzen.
Mit strahlend weißem Porzellan und einer reduzierten, zugleich körperlich erfahrbaren Bildsprache schafft Volokhova einen Raum zwischen Fragilität und Widerstandskraft, Verletzlichkeit und Erneuerung. Herzen aus dem zerbrechlichen und doch erstaunlich beständigen Material Porzellan begegnen frei wachsenden Pflanzenformen. Die Installation versteht sich dabei nicht als abgeschlossenes Kunstwerk. Sie reist von Ort zu Ort, verändert sich und wächst weiter – so wie Hoffnung selbst kein Zustand, sondern ein fortdauernder Prozess ist.
Die Ausstellung ist zugleich Ausdruck der Solidarität mit der Bevölkerung der Ukraine. Sie lädt Besucher ein, über Hoffnung, Menschlichkeit und gesellschaftliche Verantwortung in einer Zeit globaler Krisen nachzudenken.
Museumsleiter Dr. Christian Baudisch unterstreicht die gesellschaftliche Relevanz der Ausstellung: „Wer glaubt, Museen seien neutrale Räume außerhalb der Wirklichkeit, irrt. Kunst muss Haltung zeigen dürfen. Maria Volokhovas Herzen aus Porzellan erzählen von Krieg, Verlust und Hoffnung – und genau deshalb gehören sie ins Zentrum unserer Stadt und unseres gesellschaftlichen Gesprächs.“
Alle ausgestellten Kunstwerke können erworben werden. Sämtliche Erlöse sowie während der Ausstellungsdauer eingehende Spenden kommen dem ukrainischen Verein Starenki zugute, der ältere Menschen in der Ukraine unterstützt.
Ausstellung „Hope – Nadija“, Deutsches Fleischermuseum, Marktplatz, Böblingen. Eröffnung ist am Sonntag, 21. Juni um 13 Uhr. Bis zum 26. Juli: Mittwoch bis Freitag von 15 bis 18 Uhr, Samstag von 13 bis 18 Uhr, Sonn- und Feiertag von 11 bis 17 Uhr.


