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Glosse

Brückentag

Feiertage sind ja - mal abgesehen von ihrer inhaltlichen Bedeutung - zur Erholung da.
Daheim ist es doch auch ganz gemütlich.

Daheim ist es doch auch ganz gemütlich.

Bild: Pixelot/Adobe Stock

Was für deren Vorbereitung heißt: Es wird stressig. Denn die freie Zeit will ja wohlgeplant sein.

Schon Wochen vorher wird gerechnet wie in der Steuerkanzlei: Wenn der Feiertag auf einen Donnerstag fällt, der Freitag frei ist, der Mittwoch ein halber Homeoffice-Tag und der Dienstag sowieso nur mental stattfindet, ergibt das: fast einen ganzen Urlaub.

Das lange Wochenende ist eine Übung, vier freie Tage so zu verplanen, dass man am Montag erschöpfter ist als am Mittwoch davor. Man fährt möglichst weit weg, steht im Stau, sucht einen Parkplatz, isst ein überteuertes Eis und sagt: „War es nicht schön, mal wieder rauszukommen?“

Es geht aber auch anders. Der Feiertag heißt Feiertag, weil man feiern soll, dass man einen Tag nicht arbeiten muss. Und der Brückentag heißt Brückentag, weil er die direkte Verbindung schafft. Zum Sofa. Oder zum Gartenstuhl.

tim.schweiker@szbz.de