

Hockey. Der erhoffte Befreiungsschlag ist ausgeblieben, und doch will sich die SV Böblingen in der 2. Regionalliga Süd nicht vorzeitig dem drohenden Abstieg hingeben. Das 4:4-Unentschieden gegen den Mannheimer HC II verleiht noch ein bisschen Hoffnung, nachdem es zuvor beim Bietigheimer HTC ein bitteres 1:3 gesetzt hatte. „Den einen Punkt nehmen wir natürlich mit, obwohl ein Sieg schon wichtig gewesen wäre“, sagt Spielertrainer Max Oswald mit Blick auf die Tabelle.
Nach der dreiwöchigen Punktspielpause um Pfingsten herum fand das SVB-Team schwer wieder zurück in den Rhythmus. In der ersten Halbzeit im Auswärtsspiel beim Bietigheimer HTC lief bei den Böblingern trotz viel Ballbesitz ganz wenig zusammen. Das bestrafte ein hellwacher Gegner sofort eiskalt. Bis zur 21. Spielminute hatte sich Bietigheim eine 3:0-Führung herausgeholt. Das war letztlich zu viel für die nach der Halbzeitpause endlich zwingendere SVB-Mannschaft. Nach 47 Minuten führte Mikka Ortner mit einer verwandelten Strafecke die Böblinger zum 1:3 heran. Als die SVB drauf und dran war, den Rückstand weiter zu verknappen, wurden sie teilweise von den Schiedsrichtern ausgebremst. Der Frust über die „maue Spielleitung“ (Oswald) der beiden Unparteiischen sowie den Spielstand entlud sich bei den Böblingern in mehreren Unbeherrschtheiten, die in Zeitstrafen mündeten. In Unterzahl mit teils zwei weniger Spielern auf dem Platz war das 1:3 nicht mehr aufzuholen. Und schlimmer noch: Nach einer gelb-roten Karte (Max Oswald) und einem glatten Platzverweis (Sebastian Kranz) waren gleich zwei SVB-Spieler für das am nächsten Tag stattfindende Heimspiel gegen den Mannheimer HC II gesperrt.
Trotz des Nackenschlages in Bietigheim bewies das dezimierte SVB-Team gegen die technisch begabte Bundesligareserve des Mannheimer HC sein Potenzial. Der Lohn für einen schwungvollen Auftakt war das 1:0 (8.), als Elias Müller mit der Rückhand ein „traumhaftes Pfund“, so der sich auf seine Rolle als Coach beschränkende Max Oswald bewundernd, unter die Latte des gegnerischen Kastens jagte. In ihrer spielerisch besten Phase vergaßen die Hausherren, weitere Treffer nachzulegen. In der Schlussphase der ersten Halbzeit zeigte die SVB leider wieder ihr anderes Gesicht. Die Fehlerquote ging vor allem in der Defensive wieder rasant nach oben, und plötzlich führte Mannheim nach einem Doppelschlag 1:2 (23.). Mit einer verwandelten Strafecke (28.) konnte Mattis Pohl noch vor der Pause wenigstens ausgleichen. Aber der nächste Rückschlag sollte nicht lange auf sich warten. Die jungen Gäste bedankten sich weitere zwei Mal für die Abschlussgelegenheiten, die ihnen teilweise auch vom Gegner fast geschenkt wurden. Beim Stand von 2:4 (38.) schien sich eine weitere SVB-Niederlage anzubahnen, ehe noch einmal ein Ruck durch die Böblinger Mannschaft ging. Mit weiteren Strafeckentreffern retteten Mattis Pohl (45.) und Paul Schneider (57.) zum 4:4-Endstand noch ein Unentschieden. „Das war extrem gut, wie wir uns da noch einmal zurückgekämpft und auch Verantwortung übernommen haben“, freute sich Max Oswald über die Moral.
Mit sieben Punkten aus elf Spielen bleibt die SV Böblingen weiter am Tabellenende. Der Rückstand auf das rettende Ufer beträgt zwei Zähler, wobei die SVB bei den direkten Konkurrenten Wacker München und TSV Mannheim II (beide 9) noch antreten muss. Zuvor steht kommenden Samstag das letzte Saisonheimspiel gegen Münchner SC II an.
SV Böblingen: Kretschmer, C. Müller, Panagis, Kohlhas, Schneider, Marsh, Nonnenmann, Scheufele, Oswald, E. Müller, Stefani, Ostermeier, Ortner, J. Ancheta, Ulrich, Peikert, Haller, Kranz


