„Der wichtigste Tipp lautet: Vergleichen, vergleichen, vergleichen“
Kreis Böblingen. Wegen der Eskalation im Nahen Osten sind die Ölpreise in den letzten Tagen so hoch geklettert wie seit Monaten nicht mehr. Daraus resultiert auch ein kräftiger Anstieg der Benzin- und Dieselpreise an Deutschlands Zapfsäulen. Hierzu befragte die SZ/BZ Julian Häußler, Sprecher des ADAC Württemberg.
Da momentan nicht klar ist, wie lange der Iran-Konflikt andauert, dürfte sich die Lage an den Tankstellen vorerst nicht entspannen, oder?
Julian Häußler: „US-Präsident Trump hat die Dauer des Militäreinsatzes gegen den Iran mit voraussichtlich vier bis fünf Wochen beziffert. Daher ist auch mindestens für diese Zeit mit Auswirkungen auf den Ölpreis durch die Blockade der Straße von Hormus zu rechnen. Da die Lage sich aber täglich ändert, ist eine genaue Prognose hier sehr schwierig.“
Wie lange würde eine Blockade der Straße von Hormus spürbare Auswirkungen auf deutsche Spritpreise haben?
Julian Häußler: „Durch die Blockade steigt der Ölpreis seit dem Wochenende stetig an. Von rund 70 Dollar pro Barrel am Freitag ging es auf rund 80 Dollar am Montag hoch. Da Rohöl ein elementarer Rohstoff für die Herstellung von Benzin und Diesel ist, wirkt sich ein steigender Ölpreis direkt auf die Preise an den Tankstellen aus.
Sollte dieser Zustand länger andauern, werden voraussichtlich auch die Spritpreise in Deutschland weiter nach oben gehen. Kurz gesagt: Solange die Blockade andauert, werden auch der Ölpreis und somit die Spritpreise maßgeblich davon beeinflusst. Andererseits können die Preise auch sehr schnell wieder fallen, sobald die Straße von Hormus wieder sicher passierbar ist und die Öl-Tanker ihre Fracht wie gewohnt ausliefern können.“
Wie groß sind die durchschnittlichen täglichen Preisschwankungen aktuell konkret?
Julian Häußler: "Von Freitag bis Montag ist Super E10 im bundesweiten Durchschnitt um 6,1 Cent pro Liter teurer geworden, bei Diesel war es sogar eine Steigerung um 7 Cent pro Liter. Mit 1,816 Euro pro Liter erreichte Diesel damit den höchsten Wert seit Oktober 2023.“
Was raten Sie, zu welcher Tageszeit sollte man tanken?
Julian Häußler: „Nach einer ADAC-Auswertung ist es abends zwischen 19 und 20 Uhr am günstigsten. Die höchsten Spritpreise gibt es morgens zwischen 7 und 8 Uhr. Der Preisunterschied kann im Tagesverlauf bis zu 13 Cent pro Liter betragen.“
Neben einer spritsparenden Fahrweise was raten Sie noch, um die Tankkosten zu reduzieren?
Julian Häußler: „Der wichtigste Tipp lautet: Vergleichen, Vergleichen, Vergleichen. Gerade in Zeiten volatiler Preise wie aktuell lohnt ein Vergleich und das bewusste Ansteuern relativ günstiger Tankstellen. Eine praktische Hilfe bei der Suche bietet die Spritpreis-App „ADAC Drive“: Hier lassen sich rund um die Uhr die aktuellen Preise an den mehr als 14 000 Tankstellen in Deutschland vergleichen.
Ein Tipp für alle Ski-Fahrer: Nach der Rückkehr aus den Bergen sofort die Dachbox wieder abnehmen. Die Dachbox kann auf der Autobahn den Verbrauch um bis zu zwei Liter pro 100 Kilometer erhöhen.“
Wie unterscheidet sich die aktuelle Situation von der Energiekrise 2022?
Julian Häußler: „Politisch sind das natürlich unterschiedliche Situationen. Wirtschaftlich lässt es sich insofern vergleichen, dass es zu einer Verknappung des Angebots und damit zu steigenden Preisen kommt. 2022 hat Russland die Lieferung von Gas eingestellt und die EU ein Embargo für russisches Öl verhängt, dadurch wurde ein langfristiger Versorgungsmangel geschaffen. Aktuell besteht die Hoffnung auf eine schnellere Lösung, konkret eine Aufhebung der Blockade in der Straße von Hormus.“

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