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Die SZ/BZ-Montagsgrafik

Die Besucherströme ins Sindelfinger Badezentrum

Die Stadt will durch ein neues Hallenbad mehr Badegäste anlocken und dadurch ein Loch in der Kasse flicken. Dafür will sie entweder das Bad abreißen und neu bauen, oder im Bestand deutlich aufwerten. Die SZ/BZ-Montagsgrafik beschäftigt sich dieses Mal mit den Besucherzahlen.
Von Jürgen Wegner
In den letzten beiden sah das Hallenbad im Badezentrum 240000 Badegäste. 100000 mehr sollen es künftig sein. Nochmal so viele Besucher sollen die Saunawelt betreten. Der Einbruch rund um das Jahr 2021 ist durch die Pandemie und Sanierungen bedingt.

In den letzten beiden Jahren sah das Hallenbad im Badezentrum 240 000 Badegäste. 100.000 mehr sollen es künftig sein. Nochmal so viele Besucher sollen die Saunawelt betreten. Der Einbruch rund um das Jahr 2021 ist durch die Pandemie und Sanierungen bedingt.

Bild: Wegner/Teufel

Sindelfingen. Deutlich mehr Badegäste als bisher sollen ins Sindelfinger Badezentrum kommen, wenn es einmal attraktiv saniert oder sogar abgerissen und neu gebaut wird. Konkret: etwa 100.000 Badegäste mehr pro Jahr und nochmal so viele Besucher der Saunalandschaft. Umgerechnet wäre das im Schnitt starke 500 Eintritte mehr pro Tag.

Das erhofft sich die Stadt von den Plänen, die sie vor Wochenfrist im Rathausfoyer ihren Bürgern vorgestellt hat. Die Besucher sollen dabei nicht nur strömen, sondern zwischen zwei Tarifen wählen, um dann den Geldbeutel zu öffnen, wenn sie ein Mehr an Leistung auswählen.

Die Stadt hat dazu eine Besucherzahlenprognose erarbeitet. Diese basiert unter anderem auf dem geplanten Angebot, der Analyse des regionalen Einzugsgebiets, der Bevölkerungs- und Altersstruktur, der lokalen Kaufkraft, der Wettbewerbssituation und Erfahrungswerten aus vergleichbaren Bäderbetrieben. Für die Prognose wird das dritte volle Betriebsjahr angesetzt. Rechnet man mit drei Jahren Planungszeit und drei Jahren Bauzeit, wie am Montagabend vorhergesagt, zeichnen die Zahlen also ein Bild, wie es in zehn Jahren aussehen könnte.

Das Ziel

Dabei ist bei der großen Zielzahl sowohl das Freibad als auch das Hallenbad einberechnet. Zusammen sollen sie rund 575.000 Besucher anlocken. Abziehen muss man für den Vergleich der Leistungsstärken des Hallenbads der Zukunft also 190.000 Badegäste, die laut Vorhersage das Drehkreuz in Richtung Freibad passieren. Diese Zahl entsteht durch den Mittelwert seit 2017, die Corona-Delle ist nicht eingerechnet.

Damit liegt das Nettoziel bei 392.000 Badegästen im neuen Sindelfinger Hallenbad. 48.000 Eintritte soll es durch Schulen und Vereine geben. Die Stadt rechnet damit, dass ins neue Badezentrum 240.000 Badegäste kommen, die ihre Freizeit im Sport- und Familienbad verbringen. Noch mehr Geld in die Kasse sollen 97.000 Menschen bringen, die die Saunawelt besuchen. Zusammen wird also die 350.000er-Marke gekratzt. Das gilt als Vergleichswert für den Status quo.

Doch wie war die Entwicklung eigentlich in den letzten Jahren? Schon vor der Pandemie und der damit verbundenen Schließzeit ging der Trend im Hallenbad zurück. Waren es im Jahr 2017 noch 225.000 Badegäste im Hallenbad, passierten 2019 fast 40.000 Gäste weniger das Drehkreuz. Und dann kam jener 13. März 2020, nach dem zunächst einmal alles stillstand. Im Jahr 2021 verzeichnete das Badezentrum sogar keinen einzigen Eintritt.

Die Zeit wurde zwar für Reparaturarbeiten genutzt, doch auch danach ging es nur schleppend voran. So besuchten im Jahr 2023 gerade einmal 101.500 Besucher das Hallenbad. In den letzten beiden Jahren pendelte sich diese Zahl bei 140.000 ein. Im Vergleich zu den Blütezeiten, vor allem in den späten Siebzigern und den 1980ern mit weit über 300.000 Besuchern, war das sehr wenig.

Die Entwicklung im Freibad

Übrigens: Das Sindelfinger Freibad hat die Corona-Delle nicht nur gut weggesteckt, sondern mit 200.500 Besuchern im Jahr 2023 sowie zuletzt 200.000 Gästen die beiden Rekordzahlen der letzten acht Jahre geschrieben. Es scheint so, als haben die Sindelfinger und die Menschen der Umgebung ihr Freibad neu entdeckt.

Unter freiem Himmel war es auch deutlich einfacher, neue Pandemieregeln umzusetzen. Unter anderem gelang es durch eine großzügigere Aufteilung der Bahnen im Schwimmerbecken, mehr Schwimmer gleichzeitig ins Wasser zu bringen. Auch die Weitläufigkeit des Areals mit seiner reizvollen Topographie, den schattenspendenden Bäumen und den großzügigen Liegewiesen spielte den Betreibern dabei in die Karten.