Die Quartiersarbeit Goldberg bringt Menschen zusammen und sucht neue Ehrenamtliche
Sindelfingen. Die Quartiersarbeit Goldberg ist die jüngste von vier Quartiersarbeiten in Sindelfingen. Während im Eichholz bereits 2003 der Grundstein für das Konzept gelegt wurde, folgten die Viehweide wenige Jahre später und das Hinterweil im Jahr 2022. Auf dem Goldberg nahm das Team seine Arbeit Ende 2025 auf, seit dem Frühjahr 2026 befindet sich das Büro am Berliner Platz.
Um im Stadtteil bekannt zu werden, verteilten die Quartiersarbeiterinnen Flyer an rund 4 000 Haushalte. Mit Erfolg: Immer mehr Bewohner kommen vorbei, informieren sich über die Angebote oder erkundigen sich nach Möglichkeiten, sich selbst einzubringen.
Entstanden ist die Quartiersarbeit im Rahmen des Förderprogramms „Sozialer Zusammenhalt“. Ziel ist es, das Miteinander im Stadtteil zu stärken, Begegnungen zu schaffen und bestehendes Engagement zu unterstützen. „Man merkt einfach, wie ausgestorben der Berliner Platz ist und dass solche Treffpunkte fehlen“, sagt Quartiersarbeiterin Anna Schumacher. Gleichzeitig würden Einsamkeit und soziale Isolation für viele Menschen zunehmend zum Problem.
Treffpunkte gegen Einsamkeit
Hier setzt die Quartiersarbeit an. Sie organisiert Angebote, bei denen Menschen unkompliziert miteinander ins Gespräch kommen können. Eines davon ist das Freiluftcafé auf dem Berliner Platz, das jeden Donnerstag stattfindet. Bei Kaffee und Kuchen kommen dort Senioren, Familien und Nachbarn miteinander ins Gespräch.
„Manche Besucher haben erzählt, dass sie hier Menschen wiedergetroffen haben, die sie seit 20 Jahren nicht mehr gesehen haben“, berichtet Schumacher. Besonders freue sie, dass sich Menschen, die zuvor wenig Kontakte hatten, inzwischen regelmäßig verabreden und neue Bekanntschaften schließen.
Neben dem Freiluftcafé entstehen weitere Angebote. Nach den Pfingstferien startet ein Familiencafé im Haus der Familie. Außerdem gibt es einen Spieletreff, der komplett von Ehrenamtlichen organisiert wird. Mit der Veranstaltungsreihe „Mehr Wir“ möchte die Quartiersarbeit künftig gezielt Menschen erreichen, die sich einsam fühlen oder neue Kontakte suchen.
Ehrenamt als Schlüssel
Viele dieser Angebote wären ohne ehrenamtliche Unterstützung nicht möglich. Zwar helfen bereits einige Freiwillige regelmäßig beim Auf- und Abbau von Veranstaltungen, bringen Kuchen mit oder organisieren eigene Projekte. Der Bedarf ist jedoch deutlich größer.
Besondere Voraussetzungen gebe es für ein Ehrenamt bei der Quartiersarbeit nicht. Ob Rentner, Schüler oder Berufstätiger – jeder könne sich entsprechend seiner Möglichkeiten einbringen. „Eine ältere Ehrenamtliche sammelt beispielsweise regelmäßig vor dem Freiluftcafé Müll auf dem Platz. Es gibt auch zwei Jugendliche, die uns schon beim Waffelbacken geholfen haben. Wir finden für jeden die passende Aufgabe“, sagt Anna Schumacher.
Neue Projekte warten auf Unterstützung
Der Bedarf an Ehrenamtlichen dürfte in Zukunft weiter wachsen. Die Quartiersarbeit plant eine Nachbarschaftshilfe für ältere und einsame Menschen, die sich regelmäßige Besuche oder gemeinsame Aktivitäten wünschen. Außerdem soll langfristig eine Lernwerkstatt entstehen, in der Schülerinnen und Schüler Unterstützung bei Hausaufgaben und beim Lernen erhalten.
Für solche Projekte brauche es Menschen, die bereit seien, Verantwortung zu übernehmen und Angebote mitzugestalten. „Es kann ein gutes Gefühl sein zu merken: Hier entsteht etwas, und ich bin Teil davon“, sagt Anna Schumacher.
Eine Herausforderung bleibt allerdings die Raumsituation. Derzeit verfügt die Quartiersarbeit lediglich über ihr kleines Büro. Für größere Veranstaltungen oder Gruppenangebote fehlen geeignete Räume. „Im Sommer können wir vieles draußen machen. Aber spätestens im Herbst brauchen wir zusätzliche Räumlichkeiten.“
Der Ehrenamts-Matcher
Wer sich auf dem Goldberg engagieren möchte, findet passende Möglichkeiten auch über den Ehrenamts-Matcher der SZ/BZ unter ehrenamt.szbz.de. Auf der Plattform können Vereine, Initiativen und soziale Einrichtungen ihre Gesuche veröffentlichen. Interessierte wiederum können gezielt nach Einsatzorten, Themengebieten und Tätigkeiten suchen. Künftig möchte auch die Quartiersarbeit Goldberg den Ehrenamts-Matcher nutzen, um weitere Unterstützer für ihre bestehenden und geplanten Projekte zu gewinnen.
Angebote im Juni und Juli
- Jeden Donnerstag:
Freiluft Café
von 15.30 - 17.30 Uhr
Berliner Platz - Jeden Montag ab 15. Juni:
Familiencafé
von 14.15 - 16.15 Uhr
Familienzentrum Goldberg,
Goldbergstraße 26 - Jeden 2. Dienstag:
Spieletreff
ab 17.00 Uhr in den geraden Kalenderwochen
Gemeinschaftsraum der Wohnstätten, Goldmühlestraße 8/1 - Mittwoch, 17. Juni:
Atelier Senioren - Spezial
von 10.00 - 11.30 Uhr
Familienzentrum Goldberg,
Goldbergstraße 26 - Samstag, 27. Juni:
Teilnahme am Goldbergfest
von 13.00 - 17.00 Uhr
Berliner Platz - Dienstag, 30. Juni:
mehr WIR: Kreativabend
von 17.00 - 19.00 Uhr
Jugendhaus Süd - Freitag, 03. Juli:
Fußballturnier für Jugendliche
von 17.00 - 20.00 Uhr
Bolzplatz der Gemeinschaftsschule - Samstag, 04. Juli
Zeig uns deinen Goldberg - Goldberg Aktiv für Jugendliche
von 14.00 - 16.00 Uhr
Treffpunkt Berliner Platz
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