

Sechseinhalb Jahre hat sie in Magstadt gewirkt. Nun geht die 63-Jährige (Bild: Lück) vorzeitig, damit die Pfarrstelle Magstadt Südost noch bis Ende 2024 erhalten werden kann, wenn auch nur zu 50 Prozent. Denn wenn sie bis zu ihrem regulären Rentenalter bliebe, würde die zweite Stelle ganz gestrichen. Das liegt an den sogenannten Pfarrplänen der Evangelischen Landeskirche, die alle sechs Jahre die Pfarrstellen der Anzahl der Kirchenmitglieder anpassen.
Nun muss vor dem Jahresende 2018 die Nachfolge geregelt sein. Deshalb beeilte sich auch Dekan Dr. Bernd Liebendörfer, eine Lösung zu finden. Und die liegt nahe. Christina Heugel, Ehefrau des geschäftsführenden Pfarrers, ist auch Pfarrerin, gab aber die vergangenen Jahre neben ihrem ehrenamtlichen Engagement in Magstadt nur Religionsunterricht am Gymnasium in Korntal. Seit August arbeitet sie sich wieder ins Gemeindepfarramt ein.
Pfarrerin Böhringer-Fischer verschenkte in den letzten Tagen fast die Hälfte ihrer Fachliteratur. Denn sie wird mit ihrem Mann Rolf Böhringer nach Mainhardt ziehen und dort – so vermutet sie – nicht mehr so oft predigen. Dabei war dies bisher einer ihrer Schwerpunkte.
Auch in der Kinderkirche versuchte die gelernte Bibelerzählerin, die Geschichten aus Altem und Neuem Testament so anschaulich darzustellen, dass die Zuhörerschaft meinte, mit im Boot zu sitzen und die Wellen plätschern zu hören. Ihre weitere Ausbildung zur Bibliologin vermittelte ihr die Fähigkeit, eine Gruppe so gefangen zu nehmen, dass sich die Einzelnen mit den Personen der Geschichte identifizieren und so sprechen und antworten können, als wären sie Paulus oder ein anderer Beteiligter.
Dass dies zumindest bei den Jüngsten gut ankam, merkte sie, als sich eine Erstklässlerin wünschte, getauft zu werden. „Und wenn sie mich danach in der Kinderkirche sah, kuschelte sie sich an. Sie wird bei der Verabschiedung wohl auch etwas sagen.“
Eigentlich hätte Pfarrerin Böhringer-Fischer gern mit einem Familiengottesdienst abgeschlossen, aber der Dekan bedeutete ihr, das ginge bei der Verabschiedung nicht. Nun haben sich mehrere Musikgruppen angemeldet. Und Gelegenheit, sich von den anderen Gemeindegliedern zu verabschieden, besteht auch.
Dann geht es in den Luftkurort, gerade so zwischen den Wohnorten von Sohn und Tochter. „Die Luft dort ist wirklich gut, wie Urlaub“, freut sich die Pfarrerin und wird sich neue Tätigkeiten suchen.




