"Die SV Böblingen ist fest in der Stadt verankert"
Die SZ/BZ hat sich zum Abschluss der Serie "75 Jahre SV Böblingen" mit dem Präsidenten unterhalten. Welche Ausrichtung hat die SV Böblingen?
Jochen Reisch: „Wir wollen Bewegungsmöglichkeiten für alle anbieten, für alle Schichten der Gesellschaft, für alle Altersgruppen. Im Rahmen seiner Aufgaben hat der Verein eine Grundfürsorge für die Bevölkerung zu betreiben. Beispielhaft stehen dafür die Bereiche Kindersport und Freizeitsport, unser Sportstudio ist bestens eingeführt. Die SVB hat auch aus diesem Grund die Einrichtungen im Silberweg geschaffen, um dieser Verpflichtung gerecht zu werden. Die SV Böblingen ist fest in der Stadt verankert, über die Sportstätten genauso wie über die Abteilungen. Sie nutzt die Freiflächen und Hallen, die im Besitz der Stadt sind. Die SVB beteiligt sich an der Veranstaltungsreihe Sommer am See, sie betreut den Bewegungsparkour an der Alten TÜV-Halle. Der Reha-Sport deckt ein sehr breites Spektrum ab, in Zeiten von Corona bieten wir zahlreiche Kurse online an. Man darf aber nicht vergessen, dass die SVB auch den Leistungssport unter ihrem Dach fördert, beispielsweise bei den Bundesligafrauen im Tischtennis. Der SVB-Beirat ist hier eine wichtige Institution des Vereins, er hilft jedes Jahr mehreren Abteilungen finanziell.“ Sie sind seit fünf Jahren Präsident der SVB. Im kommenden Jahr sind Wahlen, werfen Sie Ihren Hut nochmals in den Ring?
Jochen Reisch: „Für eine weitere Periode werde ich nochmals kandidieren. Sollte ich gewählt werden, so wäre ich nach Ablauf der vierten Amtszeit acht Jahre Präsident der SVB, das wäre dann genug.“ Welche Ziele haben Sie in den wahrscheinlich noch drei Jahren Ihrer Präsidentschaft?
Jochen Reisch: „Ich habe das Ziel, dass wir noch die eine oder andere städtische Sportfläche dazubekommen. Ganz wichtig ist die Sanierung des Stadions. Dort herrscht ein großer Sanierungsstau. Dieses Thema stand vom Beginn meiner ersten Amtszeit an auf der Agenda. Ich hatte nicht gedacht, dass mich dieses Thema jetzt noch so intensiv beschäftigt, aber der Zustand des Stadions ist schlechter, als erwartet. Die sanitären Einrichtungen müssen saniert werden, aber auch die Laufbahn. Sie hat Löcher, ihr Zustand erlaubt es uns derzeit nicht, dort Wettkämpfe auszutragen. Das ist ärgerlich, denn das Böblinger Stadion hat als eines der wenigen im weiten Umkreis acht Laufbahnen.“ Eine Herzensangelegenheit von Ihnen ist der zweite Bewegungskindergarten, Kita 2.0 genannt. Warum?
Jochen Reisch: „Grundsätzlich geht es uns darum, Bewegung schon im frühen Kindesalter sinnvoll zu fördern. Dass wir als Verein dazu in der Lage sind, zeigt unser erster Kindergarten, die Plätze sind extrem nachgefragt. Wir haben das Ziel, die Kinder später dem Verein zuzuführen, sofern sie das wollen. Mit der Bewegungslandschaft, dem Stadion, dem gesamten Sportgelände und dem angrenzenden Wald haben wir hervorragende Möglichkeiten. Die zweite Kita wird an das Tischtenniszentrum angedockt, dessen Sanitärbereich abgerissen und an der nördlichen Seite der Halle neu errichtet wird. Ein Teil des Tischtenniszentrums wird zu einer Kleinsporthalle umgewidmet, deren Bau zahlen wir seitens des Vereins, der Kindergarten wird von der Stadt finanziert. Das Tischtenniszentrum wird durch den Umbau enorm aufgewertet, es wird auch behindertengerecht eingerichtet. Wir haben mit Volker Ziegler einen Tischtennistrainer im Verein, der zudem Bundestrainer Tischtennis im Deutschen Behindertensportverband ist. Davon können wir profitieren, das Tischtenniszentrum könnte zu einem Schwerpunkt im Behinderten-Tischtennis werden.“ Die Corona-Pandemie sorgt im Amateur- und Breitensport sowie im Fitnessbereich für Stillstand. Die SVB ist davon mit ihren Abteilungen und dem Paladion mitsamt der vielen Kurse extrem getroffen. Wie gehen Sie damit um?
Jochen Reisch: „Mein Ziel ist, den Verein gemeinsam mit den hauptamtlichen Mitarbeitern in sicheres Fahrwasser zu bringen. Wir können derzeit keine Mitglieder werben, wir verzichten auf die Beiträge für das Fitnessstudio, wir haben dadurch Umsatzverluste. Wir haben Abteilungen, die unter dem Lockdown und der damit verbundenen Unterbrechung ihrer Spielzeiten finanziell leiden, ihnen fehlen die Zuschauereinnahmen. Wir müssen schauen, dass sie finanziell nicht aus dem Lot kommen.“ In diesem Jahr musste der Verein die geplanten Veranstaltungen zum 75.Geburtstag der SVB aufgrund der Corona-Pandemie streichen. Sollen die Feiern im kommende Jahr nachgeholt werden?
Jochen Reisch: „Die Hoffnung ist da, wir wissen aber alle nicht, wie sich die Infektionszahlen und wie sich die Pandemie weiter entwickelt und wie der sehnlichst erwartete Impfstoff anschlägt. Wir hatten ein Fest entlang des Oberen Sees mit allen Abteilungen geplant, zu dem wir die Bevölkerung einladen wollten. Daraus wurde leider nichts. Ich habe die leise Hoffnung, dass wir im kommenden Jahr dieses Fest nachholen können. Es wäre bitter, wenn das nicht möglich wäre. Aber zunächst wünsche ich uns allen ruhige Feiertage.“

Runder Tisch bei der IHK-Bezirkskammer

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