

Hockey. Im Stürzen von Tabellenführern sind die Böblinger Hockeyspieler gerade richtig gut. Musste vor einer Woche der Bietigheimer HTC seinen Platz an der Sonne nach der 2:3-Niederlage gegen die SVB-Mannschaft räumen, so erwischte es nun den Mannheimer HC II nach seinem 1:4 in Böblingen. Kurioserweise hatte die MHC-Bundesligareserve erst am Donnerstagsfeiertag Platz eins mit seinem 3:1-Sieg im verlegten Hinrundenspiel gegen die SV Böblingen erobert. Dass es schon zwei Tage danach im Rückspiel keinen erneuten Mannheimer Erfolg gab, war auch eine Folge der richtigen Lehren, die SVB-Trainer Thomas Dauner aus dem ersten Treffen zog. „Am Donnerstag in Mannheim sind wir das hohe Tempo des Gegners im gleichen Stil mitgegangen und mussten am Ende ein wenig Tribut zollen. Das wollten wir im Rückspiel anders machen“, begründete Dauner die Umstellung auf eine Halbfeldtaktik, die er über weite Strecken von seinem Team praktizieren ließ.
Dass der Gegner deshalb fast naturgemäß deutlich mehr Ballbesitz verzeichnen konnte, musste man mit stoischer Geduld ertragen. „Gefühlt lag der Wert bei 80 Prozent, doch das Ergebnis gibt uns recht“, konnte sich der Böblinger Coach hinterher bestätigt fühlen.Aus der kontrollierten Defensive heraus auf Fehler des Gegners und Kontergelegenheiten zu warten, erwies sich letztlich als erfolgreiche Taktik. So entstand nach 13 Minuten die SVB-Führung durch David Scheufele. Sechs Minuten später verwandelte Mahbub Hossein die zweite von insgesamt vier Böblinger Strafecken zum 2:0-Halbzeitstand.
Die technisch hochtalentierten jungen Mannheimer verstanden die Welt nicht mehr, dass sie aus ihrer optischen Spielüberlegenheit nicht wirklich profitierten. Und es kam noch schlimmer für die Gäste. SVB-Angreifer Frederick Maack reagierte nach 35 und 42 Minuten zweimal goldrichtig und erhöhte in bester Mittelstürmermanier zum 4:0. Erst drei Minuten vor Schluss, als die Frage nach dem Sieger längst beantwortet war, konnte Mannheims U18-Nationalspieler Timo Schreiner mit der achten und letzten Strafecke der Gäste zum 1:4-Endstand verkürzen. Durch die Niederlage fiel Mannheim wieder auf Rang zwei hinter den an die Spitze zurückgekehrten Bietigheimer zurück. „Wir hatten heute eine unglaubliche Eckenabwehr mit einem Gigantentorhüter“, war für Thomas Dauner kein Lob zu groß, um die Leistung von Keeper Felix Lampert, Abwehrchef Claudius Müller und seinen Nebenleuten zu beschreiben.
Als Tabellenfünfter mit 13 Punkten geht die SV Böblingen nach einer Pfingstpause ab 8. Juni in die restlichen fünf Saisonspiele. Die Abstände zur Spitze wie auf den zweiten Abstiegsplatz sind derart gering, dass noch alles möglich ist.
SV Böblingen: Lampert, C. Müller, Sarkar, Kohlhas, Marsh, Wüterich, Wilke, Ciafardini, Scheufele, Kranz, E. Müller, Ostermeier, Hossein, Maack, Stefani, Röhm




