

Sieben Wochen lang nicht in der eigenen Wohnung leben – für viele Menschen wäre das zunächst ein ungewohnter Gedanke. Für Edith Maier wurde genau das Realität. Während ihre Wohnung in der Ernst-Barlach-Straße saniert wurde, zog die 91-Jährige vorübergehend in ein möbliertes Apartment am Klostersee.
„Ich konnte dort selber kochen, die Küche war perfekt eingerichtet. Besonders genossen habe ich die Spaziergänge am See“, erzählt sie heute. Nach ihrer Rückkehr freut sie sich vor allem über ihr neues Badezimmer mit einer komfortablen Dusche.
Die Geschichte von Edith Maier steht stellvertretend für viele Bewohnerinnen und Bewohner der Wohnanlage. Für die Wohnstätten Sindelfingen GmbH als Eigentümerin der drei Hochhäuser bedeutet die Strang-Sanierung Verantwortung für ihren Wohnungsbestand und vor allem für die Menschen, die dort leben. Seit August 2021 begleitet sie ihre Mieterinnen und Mieter während der gesamten Sanierung. Bis Mai 2027 werden die Gebäude mit insgesamt 354 Wohnungen Schritt für Schritt technisch erneuert.
Im Mittelpunkt der Sanierung stehen die vollständige Erneuerung der Wasser-, Abwasser- und Elektroleitungen sowie der Lüftungstechnik. Gleichzeitig entstehen moderne Badezimmer mit neuen Fliesen, Duschen und Sanitärobjekten. Auch sämtliche Innentüren werden erneuert. Damit sichert das Unternehmen den langfristigen Erhalt seines Wohnungsbestands und verbessert gleichzeitig den Wohnkomfort seiner Mieterinnen und Mieter.
So anspruchsvoll die Arbeiten für die Handwerker sind, so herausfordernd sind sie auch für die Bewohnerinnen und Bewohner. Während der rund siebenwöchigen Bauphase ist die jeweilige Wohnung nicht bewohnbar. Möbel müssen ausgeräumt, persönliche Gegenstände eingelagert und der Alltag neu organisiert werden.
Deshalb beginnt die eigentliche Arbeit der Wohnstätten nicht erst mit dem ersten Handwerkertermin. Bereits lange vor Beginn der Sanierung werden die betroffenen Mieterinnen und Mieter persönlich informiert und auf die bevorstehenden Arbeiten vorbereitet.
Kostenlose Umzugskartons und Container gehören ebenso dazu wie Unterstützung beim Möbelrücken oder beim Aus- und Wiedereinbau von Kühlschränken. Für ältere, gesundheitlich eingeschränkte oder pflegebedürftige Menschen werden individuelle Lösungen entwickelt. Bei Bedarf werden auch Angehörige frühzeitig in die Planung einbezogen.
Während der Sanierungszeit stehen unterschiedliche Übergangslösungen zur Verfügung. Wer eine Ersatzunterkunft benötigt, kann ein möbliertes Apartment am Klostersee kostenfrei oder eine möblierte Wohnung in der Viehweide zu vergünstigten Konditionen nutzen. Alternativ unterstützen die Wohnstätten ihre Mieterinnen und Mieter finanziell, wenn sie selbst eine Zwischenunterkunft organisieren.
Dass dieses Konzept funktioniert, zeigen die Erfahrungen vieler Bewohnerinnen und Bewohner. Trotz der unvermeidbaren Einschränkungen berichten viele rückblickend, dass sich der Aufwand gelohnt hat. Besonders geschätzt werden die frühzeitige Kommunikation, die persönliche Betreuung und die verlässliche Begleitung während der gesamten Bauzeit.
Für Geschäftsführer Georgios Tsomidis ist die Strang-Sanierung deshalb weit mehr als eine technische Aufgabe.
„Eine Strang-Sanierung ist nicht nur eine bauliche und organisatorische Herausforderung. Sie bedeutet vor allem einen erheblichen Einschnitt in den Alltag unserer Mieterinnen und Mieter. Deshalb gehört für uns beides untrennbar zusammen: Wir investieren in den langfristigen Erhalt unseres Wohnungsbestands und begleiten die Menschen während dieser Zeit mit bestmöglicher Unterstützung. Dass dieses Projekt heute so erfolgreich verläuft, ist vor allem dem vertrauensvollen Miteinander aller Beteiligten zu verdanken.“
Dass dieser Weg auch aus Sicht der Stadt ein wichtiges Signal für den Erhalt bezahlbaren Wohnraums ist, betont Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender Markus Kleemann, der sich bei einem Besuch persönlich ein Bild vom Fortschritt der Arbeiten machte.
„Mit den umfassenden Sanierungsmaßnahmen unserer Wohnstätten Sindelfingen wird bestehender, bezahlbarer Wohnraum nicht nur erhalten, sondern fit für die Zukunft gemacht. Das ist eine wichtige Investition in die Lebensqualität unserer Stadt und ein klares Bekenntnis zum Erhalt eines attraktiven Wohnungsangebots. Besonders begrüße ich, dass die Modernisierung ohne zusätzliche finanzielle Belastungen für die Mieterinnen und Mieter umgesetzt wird. Unsere Wohnstätten übernehmen damit Verantwortung für ihren Bestand und für die Menschen in Sindelfingen.“
Mit der Strang-Sanierung investieren die Wohnstätten Sindelfingen nicht nur in die Zukunft ihrer Gebäude. Sie zeigen zugleich, dass umfangreiche Bauprojekte im bewohnten Bestand erfolgreich gelingen können, wenn technische Kompetenz, sorgfältige Planung und ein verantwortungsvoller Umgang mit den Menschen Hand in Hand gehen.
So entsteht aus einer Baustelle Schritt für Schritt ein gemeinsames Projekt – und aus bewährtem Wohnraum ein Zuhause mit neuer Perspektive.




