

Ostelsheim. Die Elsner Elektronik GmbH hat ihre betriebliche Energieversorgung weiter ausgebaut. Seit Juni 2026 verfügt das Unternehmen über Photovoltaikanlagen mit einer Gesamtleistung von 176 Kilowatt Peak sowie Batteriespeicher mit einer Nettokapazität von 407,4 Kilowattstunden. Der erzeugte Strom soll möglichst direkt im Betrieb genutzt oder für einen späteren Verbrauch gespeichert werden.
Begonnen hatte das Ostelsheimer Familienunternehmen 2019 mit einer Photovoltaikanlage von 98,5 Kilowatt Peak. Die Module wurden auf den vorhandenen Dachflächen jeweils zur Hälfte nach Osten und Westen ausgerichtet. Zugleich nahm Elsner Elektronik einen Batteriespeicher mit 74,7 Kilowattstunden Kapazität in Betrieb. Zwei Jahre später wurde die Speicherkapazität auf 149,4 Kilowattstunden verdoppelt. Im Jahr 2023 folgte die Erweiterung der Photovoltaikanlage auf 144,4 Kilowatt Peak. Mit dem jüngsten Ausbau stieg die Leistung schließlich auf 176 Kilowatt Peak, die Speicherkapazität erhöhte sich auf 407,4 Kilowattstunden.
Der ältere Anlagenteil mit 149,4 Kilowattstunden Speicherkapazität kann weiterhin unabhängig vom öffentlichen Stromnetz betrieben werden. Bei einem Netzausfall ist damit ein Inselbetrieb möglich. Zum neuen System gehört außerdem ein übergeordnetes Energiemanagement. Es berücksichtigt unter anderem die aktuellen Preise am Strom-Spotmarkt. Der Batteriespeicher kann dadurch automatisch geladen werden, wenn Strom besonders günstig verfügbar ist. Auf diese Weise will das Unternehmen sowohl den Eigenverbrauch als auch den Einsatz der Speicher besser steuern.
Seit der Inbetriebnahme im Jahr 2019 hat die Anlage 815,24 Megawattstunden Strom erzeugt. Im Jahr 2025 lag der Autarkiegrad bei 75 Prozent. Da der jüngste Ausbau erst seit Juni 2026 vollständig in Betrieb ist, rechnet Elsner Elektronik ab 2027 mit einer Stromautarkie von deutlich mehr als 90 Prozent.
Der Solarstrom wird zunächst im Unternehmen selbst verbraucht. Ein Teil fließt in die Ladeinfrastruktur für den Fuhrpark. Rund 90 Prozent der Fahrzeuge sind voll- oder teilelektrisch. Strom, der nicht unmittelbar benötigt wird, wird zunächst in den Batterien gespeichert. Erst wenn der betriebliche Bedarf gedeckt und die Speicher gefüllt sind, wird überschüssige Energie in das öffentliche Netz eingespeist.
„Für uns bedeutet Energiewende nicht nur, Strom zu erzeugen, sondern ihn auch sinnvoll zu nutzen“, erklärt die Geschäftsleitung des Familienunternehmens. Jede Kilowattstunde, die direkt vor Ort verbraucht oder gespeichert werde, könne Netze entlasten, Verluste verringern und die Versorgungssicherheit erhöhen.
Die Entscheidung für die Anlage sei vor allem aus wirtschaftlichen Gründen gefallen. „Wir sind diesen Weg nicht aus einer Haltung heraus gegangen, sondern weil er sich rechnet“, so die Geschäftsleitung. Die ersten Investitionen seien bereits erfolgt, bevor steigende Strompreise und Fragen der Versorgungssicherheit stärker in den öffentlichen Fokus rückten.
Nach Angaben des Unternehmens wurden sämtliche Ausbauschritte ohne staatliche Förderprogramme oder Subventionen finanziert. Die Investitionen seien aus eigener Initiative und auf eigenes wirtschaftliches Risiko vorgenommen worden.
Für die Anlage wurden ausschließlich bereits vorhandene Dachflächen genutzt. Zusätzliche Flächen mussten daher weder versiegelt noch anderweitig beansprucht werden. Elsner Elektronik sieht darin einen Ansatz, mit dem auch andere Unternehmen ihre Stromversorgung stärker in den eigenen Betrieb verlagern könnten.
Aus Sicht der Geschäftsleitung liegt ein Teil des Potenzials für eine dezentrale Energieversorgung auf den Dächern von Unternehmen, Gewerbebetrieben und öffentlichen Gebäuden. Entscheidend sei dabei nicht allein die Erzeugung von Solarstrom. Ebenso wichtig seien ausreichende Speicherkapazitäten und eine Steuerung, die den Strom dann verfügbar mache, wenn er im Betrieb benötigt werde.
Mit dem Ausbau im Jahr 2026 verfolgt Elsner Elektronik das Ziel, sich weitgehend selbst mit Strom zu versorgen. Zugleich knüpft das Unternehmen das Projekt an seine Tätigkeit im Bereich der Gebäudeautomation, bei der Energieeffizienz und ein sparsamer Umgang mit Ressourcen ebenfalls eine Rolle spielen.




