

Kreis Böblingen. Es scheint ja schon fast zum guten Ton zu gehören, mit sorgenvoller Miene in die Zukunft zu blicken. Transformation, Strukturwandel, Baustellen – im wörtlichen wie im übertragenen Sinn – sind negativ besetzt und dominieren die Schlagzeilen. Doch es gibt gute Gründe, gerade hier im Kreis Böblingen dem Jahr 2026 mit Zuversicht zu begegnen.
Der Kreis Böblingen zählt seit Jahren zu den innovationsstärksten Regionen Deutschlands. Das ist kein wohlfeiles Standortmarketing, sondern lässt sich belegen: an der hohen Zahl an Patentanmeldungen, an der Dichte forschender Unternehmen, an der engen Verzahnung von Mittelstand, Start-ups und Weltkonzernen. Hier wird nicht nur über Zukunft geredet – hier wird sie entwickelt. In Labors, Entwicklungsabteilungen und in kleinen, hochspezialisierten Betrieben, die global denken und lokal verwurzelt sind. Gute Voraussetzungen, um sich neu zu erfinden.
Ja, die Automobilindustrie steht unter Druck. Und ja, die Herausforderungen sind enorm. Doch gerade im Kreis Böblingen zeigt sich, warum ein Abgesang verfrüht ist. Automobilbranche, das ist hier nicht einfach ein Wort, das sind hochqualifizierte, engagierte Menschen, die Wandel nicht fürchten, sondern gestalten. Ingenieurskunst, Softwarekompetenz und jahrzehntelange industrielle Erfahrung kommen hier zusammen. Das ist natürlich noch keine Erfolgsgarantie, aber eine hervorragende Ausgangsbasis.
Was den Kreis Böblingen stark macht, sind seine Menschen. Tausende engagieren sich ehrenamtlich: in Vereinen, Feuerwehren, Kirchengemeinden, Sozialprojekten oder - vielfach unterschätzt oder gar verächtlich gemacht - in der Kommunalpolitik. Dieses Engagement ist kein schmückendes Beiwerk, sondern ein tragendes Fundament unserer demokratischen Gesellschaft. Ehrenamt schafft Zusammenhalt, gerade in Zeiten des Umbruchs. Eine Region, in der Menschen Verantwortung füreinander übernehmen, hat gute Karten für die Zukunft.
Natürlich nerven sie. Sie kosten Zeit, jede Menge Geld und fordern viel Geduld. Doch Baustellen sind auch ein sichtbares Zeichen dafür, dass investiert wird. In Infrastruktur, in Mobilität, in Schulen. Stillstand sieht anders aus. Wer heute, etwa auf der A81, im Stau steht oder Umwege fährt, darf hoffen, dass morgen - ok, manchmal auch erst übermorgen - etwas Besseres daraus entsteht. Der Kreis Böblingen baut – und das im besten Sinne.
Was den Kreis Böblingen stark macht, sind Leistungsbereitschaft und Gestaltungswillen. Wir wissen um die Herausforderungen, wir spüren sie im Alltag. Und manche von uns verleitet das dazu, alles schlecht zu reden. Doch die meisten suchen keine Ausreden, sondern sind bereit anzupacken. Es geht ja schließlich nicht um irgendetwas, sondern um unsere Zukunft. Weil wir lieben, hier zu leben.

