

Kreis Böblingen. Vom 27. Juli bis 11. August war Personaltrainer und Coach Harald Kümmel mit seinem Stand-Up-Paddle-Board 700 Kilometer auf der Elbe unterwegs, um im Zusammenarbeit mit der SZ/BZ Spenden für Nachbarn in Not, den Ökumenischen Kinderhospizdienst und die Waisenhilfe Kathmandu Böblingen zu sammeln. Der Grundgedanke: Jeder Kilometer kann dabei mit 10 Euro unterstützt werden. Mittlerweile sind bereits 6200 Euro auf dem Spendenkonto eingegangen. „Ich würde mich wahnsinnig freuen, wenn wir die 7000 Euro noch hinkriegen“, sagt Harald Kümmel. „Mehr wäre natürlich auch toll“. Daher entschloss er sich dazu, die Spendenaktion bis Ende September zu verlängern (Spendenkonto s. unten), Im Interview mit der SZ/BZ lässt er die Reise nochmal Revue passieren:
Sie sind in 15 Tagen von Bad Schandau bis nach Travemünde gepaddelt. Gab es trotz der Vorbereitung unvorhergesehene Herausforderungen?
Harald Kümmel: „Die erste Herausforderung gab es gleich zu Beginn meiner Reise: die Deutsche Bahn. Durch Schäden an der Oberleitung kam es zu Verzögerungen. Somit startete ich meine Paddel-Tour am 27. Juli erst um 16.10 Uhr – zwei Stunden später als geplant. Ansonsten machte der Gegenwind aus Nordwesten mir schwer zu schaffen. In Verbindung mit der geringen Strömung der Elbe hat mich das manchmal fast in den Wahnsinn getrieben.“
Sturm, Regen und Hitze: Das Wetter war sehr wechselhaft. Wie ging es Ihnen damit?
Harald Kümmel: „Es waren lediglich drei nicht so schöne Tage dabei. Trotz Unwetter und Wellen habe ich an diesen Tagen dennoch einige Kilometer zurücklegen können. Die starke Hitze brachte meine Pläne teilweise durcheinander, jedoch habe ich zuvor meinen Körper auf Temperaturen über 30 Grad trainiert, sodass es machbar war. Meist bin ich sehr früh morgens los und habe mittags Pause gemacht.“
Wie haben Sie sich auf der Reise gefühlt?
Harald Kümmel: „Ich habe mich zu keiner Zeit unwohl gefühlt – auch wenn ich überwiegend alleine auf der Elbe unterwegs war, weil Dampfer aufgrund des niedrigen Wasserstands nicht fahren durften. Die Ruhe und die Einsamkeit konnte ich sehr genießen, als ich ab und an in die Nähe einer Autobahn- oder Zugbrücke kam, war der Lärm kaum zu ertragen. Zudem habe ich bemerkt, dass ich trotz meiner 66 Jahre eine enorme Willenskraft besitze und körperlich fit bin. Es ist nie zu spät im fortgeschrittenen Alter noch was für seinen Körper und die Seele zu tun.“
Gab es Begegnungen, die Ihnen im Gedächtnis geblieben sind?
Harald Kümmel: „Ja, einmal traf ich den 81-jährigen Herbert, der zu diesem Zeitpunkt seit einem Monat mit seinem Kanu unterwegs war. Sein Ziel war ein Death-Metall-Konzert im Norden. Mit ihm hatte ich tolle Gespräche, bin aber letztendlich dann wieder alleine weitergepaddelt, um meinen Zeitplan einhalten zu können. Was ich auch schön fand: Als ich zwei Nächte in einem Gasthaus übernachtete, erhielt ich das Geld für die Buchung wieder für unsere Spendenaktion zurück.“
Zur Person: Seit 1998 ist Harald Kümmel Trainer und Kursleiter in gesundheitsorientierten Sportstudios, Referent und Coach bei verschiedenen Firmen mit dem Schwerpunkt Work-Life-Balance. Zudem ist er Kletter- und Kindersporttrainer in der Kindersportschule SV Böblingen sowie Referent beim Württembergischen Landessportverband für Gesundheitssport und ganzheitliches Training, Coach für Gesundheitssport bei verschiedenen Krankenkassen und Volkshochschulen sowie Ausbilder für Trainer an verschiedenen Landessportschulen. Auch Workshops und Vorträge bietet der 66-Jährige zu den Themen Lebensfreude, Glück, Achtsamkeit, Bewegung, Anti-Stress und Burnout-Prävention an.
Spendenkonto: Harald Kümmel, IBAN: DE97 6009 0800 0000 8380 11, BIC: GENODEF 1S02, Sparda-Bank Baden-Württemberg eG, Paypal: kletternundzen@hotmail.de



