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Kommentar zur OB-Wahl

Klare Mehrheit, klarer Auftrag

Ein deutlicher Sieg für den Amtsinhaber - dennoch muss Dr. Stefan Belz nun ein gewichtiges Aufgabenpaket anpacken, dazu gehört auch, die teils tiefen Gräben zu schließen, meint SZ/BZ-Redakteurin Esther Elbers.

Von Esther Elbers
Fast 65 Prozent hat der Amtsinhaber Dr. Stefan Belz geholt.

Fast 65 Prozent hat der Amtsinhaber Dr. Stefan Belz geholt.

Bild: Dettenmeyer

Böblingen hat sich klar für Dr. Stefan Belz als Oberbürgermeister entschieden. Knapp 65 Prozent sind ein deutliches Signal. Die Mehrheit gibt Belz nicht nur das Amt, sondern auch Vertrauen für die nächsten Schritte. Das ist nicht automatisch Begeisterung für jedes Detail. Aber es ist ein Mandat, das über den Pflichtsieg hinausgeht. Belz kann daraus politische Ruhe gewinnen. Und genau die sollte er einsetzen, um schwierige Themen abzuarbeiten.

Beim Blick auf die Konkurrenten hat sich gezeigt: Kritisieren ist leicht, besser machen weitaus schwieriger. Keiner der Kandidaten konnte wirklich überzeugen – weder mit vergleichbarer Erfahrung und Know-how im Verwaltungsbereich noch mit sinnvollen Lösungsansätzen. Sich kritische Themen für den Wahlkampf zu eigen zu machen und gegen den Amtsinhaber als Verursacher zu wettern, ist eine beliebte Methode.

In Böblingen haben vor allem die Schlossberg-Bebauung und die Windräder im Vorranggebiet BB-14 für teils heftigen Unmut bei einem Teil der Bürger gesorgt. Gerade beim Windpark ist es nach wie vor so, wie sich in den vergangenen Wochen gezeigt hat: Obwohl das Windpark-Projekt nach dem Beschluss der Regionalversammlung mittlerweile vom Tisch ist, beschäftigt es immer noch die Gemüter. Dieses Aufregerthema hat Stefan Thien (Werteunion), ehemals AfD-Mitglied, clever für sich genutzt und gegen Belz und die Windpark-Pläne gewettert.

Baustellen, die Verkehrssituation und Leerstände in der Innenstadt sind weitere Problemfelder, die Bürger dem OB anlasten und die die Konkurrenten für ihren Wahlkampf genutzt haben. Indes: Die Themen haben ihnen Munition geliefert, mit plausiblen Konzepten konnten sie aber nicht aufwarten. Fest steht: In diesen Bereichen gibt es ein gewichtiges Aufgabenpaket für Dr. Stefan Belz. Dazu gehört es auch, die teils tiefen Gräben zu schließen.

Gleichwohl hat Dr. Stefan Belz in den vergangenen acht Jahren in mehrfacher Hinsicht gepunktet – durch seine ausgleichende Art, aber auch fachlich. Kein Wunder, dass er bei seiner erneuten Kandidatur Rückhalt aus breiten Teilen des Gemeinderats bekommen hat.