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Das Hospizmobil des DRK-Kreisverbands ist seit 2019 erfolgreich unterwegs und ist vielen Menschen dennoch unbekannt

Kreis Böblingen: Das DRK erfüllt letzte Herzenswünsche

Das ehrenamtlich betriebene und durch Spenden finanzierte Hospizmobil des DRK-Kreisverbands Böblingen ist seit 2019 erfolgreich unterwegs und ist vielen Menschen dennoch unbekannt.
Catherina Doppke (von links), Marie-Louise Silva, Anette Klingenstein, Maria-Louise Silva und Edmund Gneist am Infostand mit dem Hospizmobil auf dem Holzgerlinger Wochenmarkt. Bild: Hamann

Catherina Doppke (von links), Marie-Louise Silva, Anette Klingenstein, Maria-Louise Silva und Edmund Gneist am Infostand mit dem Hospizmobil auf dem Holzgerlinger Wochenmarkt. Bild: Hamann

Kreis Böblingen. Einmal noch den Bodensee sehen. Ein Bundesliga-Spiel des VfB Stuttgart im Stadion anschauen. Ein Konzert der Lieblings-Band erleben. Einmal noch. Meistens sind es eher kleine, bescheidene Herzenswünsche, die Menschen in sich tragen, wenn sie wissen, dass ihnen nur noch wenig Lebenszeit bleibt, weiß Catherina Doppke vom DRK-Kreisverband Böblingen. Damit diese letzten Wünsche erfüllt werden können, ist seit Oktober 2019 das Herzenswunsch-Hospizmobil des DRK im Einsatz. Ein Angebot, das ehrenamtlich betrieben und völlig kostenfrei für die Betroffenen ist. „Eines, das aber ruhig noch ein wenig bekannter sein dürfte“, so Catherina Doppke.

Werbetour auf dem Wochnmarkt

Um dem Bekanntheitsgrad des Herzenswunsch-Hospizmobils einen kräftigen Schub zu verleihen, ist Catherina Doppke, die beim DRK-Kreisverein eine der Ansprechpartnerinnen für dieses Projekt ist, zusammen mit ihren DRK-Mitstreitern Anette Klingenstein, Maria-Louise Silva und Edmund Gneist mitsamt dem Fahrzeug und einem Stehtisch mit Informationsmaterial auf dem Holzgerlinger Wochenmarkt. „Wir hoffen, so wie neulich in Renningen, mit möglichst vielen Menschen in Kontakt zu kommen, die dieses Projekt noch nicht kennen“, sagt Maria-Louise Silva.

Das Angebot gibt es seit Oktober 2019

Das Herzenswunsch-Hospizmobil, ein Projekt, das von Michael Steindorfner, Präsident des DRK-Kreisverbandes, angestoßen und auf den Weg gebracht wurde, um Menschen aus dem Landkreis – und außerhalb – einen letzten Wunsch zu erfüllen, gibt es seit Oktober 2019. Sprich: Kaum nahm es seinen Dienst auf, begann die Corona-Pandemie.

„Während der beiden zurückliegenden Corona-Jahre waren unsere Einsatzmöglichkeiten teilweise erheblich eingeschränkt“, sagt Catherina Doppke. Kontaktsperren, abgesagte Veranstaltungen und Sicherheitsbestimmungen standen der Erfüllung von letzten Herzenswünschen immer wieder im Weg. Doch trotz aller Corona-Hürden haben die ehrenamtlichen Wunsch-Erfüller einigen Menschen ermöglicht, noch einmal einen ihrer „Sehnsuchtsorte“ aufzusuchen. Noch einmal einen guten Freund zu besuchen. Noch einmal zu einem Platz zu fahren, mit dem ganz persönliche und schöne Erinnerungen verbunden waren. „Es sind in der Regel eigentlich kleinere Wünsche, mit denen sich Menschen an uns wenden“, so Catherina Doppke.

Rund zwei Herzenstouren pro Monat

Jetzt, wo Corona-Vorsichtsmaßnahmen nur noch eine kleine Nebenrolle spielen, fahren die Helferinnen und Helfer wieder ihr volles Angebotsprogramm in dieser Herzens-Sache. Dafür arbeiten sie unter anderem eng mit dem Hospiz in Leonberg zusammen. Und gehen, wie jetzt in Holzgerlingen, auf Werbetour, um das Hospizmobil bekannt zu machen. Auch dieser Einsatz ist ein lohnender, weiß Anette Klingenstein: „Viele Menschen wissen noch gar nicht, dass es ein Herzenswunsch-Hospizmobil gibt. Dass unser Angebot durch Spenden finanziert und von Ehrenamtlichen betreut wird. Und dass es für die Menschen, die es in Anspruch nehmen dürfen, nicht mit Kosten verbunden ist.“

Momentan werden im Schnitt zwei Herzenswünsche pro Monat erfüllt. Und auch ein großer Wunsch der in diesem Projekt mitwirkenden Helfer wird Wirklichkeit: Ein neues Fahrzeug wird beschafft, um die Herzensfahrten noch angenehmer gestalten zu können. Beispielsweise durch Panoramafenster und eine verbesserte Ausstattung. Wie das DRK mitteilt, ist es durch ein Vermächtnis in die Lage versetzt worden, ein neues Hospizmobil komplett finanzieren zu können. Allerdings muss wegen Lieferengpässen in der Automobilindustrie darauf wohl noch ein Jahr lang gewartet werden.