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Reichweite von 300 Kilometern

Kreis Böblingen: Elektrischer LKW für die Grüngutverwertung

Der Abfallwirtschaftsbetrieb Böblingen rüstet Fuhrpark weiter auf alternative Antriebe um.
Von Peter Maier
Roland Mangold (AWB), Frank Demel (Bereichsleiter), Thomas Koch (Technischer Werkleiter AWB), Erster Werkleiter Martin Wuttke, LKW-Fahrer Angelo Pariano (mit Schlüssel), Björn Mania (Volvo), Nico Appel (AWB/von links). Bild: z

Roland Mangold (AWB), Frank Demel (Bereichsleiter), Thomas Koch (Technischer Werkleiter AWB), Erster Werkleiter Martin Wuttke, LKW-Fahrer Angelo Pariano (mit Schlüssel), Björn Mania (Volvo), Nico Appel (AWB/von links). Bild: z

Kreis Böblingen. Der Abfallwirtschaftsbetrieb Böblingen (AWB) hat einen weiteren vollelektrischen Lkw in seiner Fahrzeugflotte, der vorab von einem eigenen Mitarbeiter getestet werden konnte. „Wir sind mit der Reichweite und Batterieleistung des Drei-Achsers, der abgasfrei Hackschnitzel von den Häckselplätzen zum Biomasseheizkraftwerk in Böblingen fährt, zufrieden“ meint Martin Wuttke, Erster Werkleiter des AWB.

Fahrt von Häckselplatz zu Häckselplatz

Der gebraucht gekaufte Abroller mit 27 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht beliefert mehrmals täglich das Biomasseheizkraftwerk, dass sich direkt am Restmüllheizkraftwerk Böblingen befindet und aus Holzhackschnitzeln Strom und Fernwärme erzeugt. Im Probebetrieb stellte sich heraus, dass die Reichweite der Batterie mit einer Nennleistung von 400 kW mehr als 300 Kilometer beträgt.

Die Grüngut-Hackschnitzel werden gewonnen, indem der von den Bürgern auf den Häckselplätzen im Landkreis Böblingen angelieferte Baum- und Heckenschnitt zerkleinert und abgesiebt wird. Die so gewonnenen Holzhackschnitzel emissionsfrei und leise von den 25 Häckselplätzen im Landkreis zum Biomasseheizkraftwerk zu fahren, ist für den AWB ein weiterer Schritt in eine nachhaltigere Mobilität. Es sind bereits sieben vollelektrische Nutzfahrzeuge im Bestand des Fuhrparks, die bei der Müllabfuhr, der Containerstandortreinigung und zur Betreuung der Wertstoffhöfe im Einsatz sind.

„Wir denken aber noch weiter: Zukünftig könnte der Ladevorgang unseres elektrisch angetriebenen Fahrzeugs direkt über unsere PV-Anlage auf der ehemaligen Deponie Böblingen von Statten gehen. Diesem Lkw für die Häckseltruppe genügt eine Aufladung über Nacht, um die volle Reichweite erzielen zu können und jede Woche insgesamt 250 bis 300 Tonnen gehäckseltes Material zu transportieren“ erklärt Martin Wuttke. Der AWB übernimmt damit als kommunaler Eigenbetrieb des Landkreises Böblingen eine Vorreiterrolle und testet die Eignung von vollelektrischen Nutzfahrzeugen auch für größere Reichweiten.