

Kreis Böblingen. Die Polizei warnt vor einer Betrugsmasche, die offensichtlich wieder Konjunktur hat. Um die so genannten Schockanrufe war es zwischenzeitlich etwas ruhiger geworden, dabei melden sich seit vielen Jahren bei Eltern deren vermeintliche Kinder, damit diese nach einem tödlichen Unfall nicht ins Gefängnis kommen. So, wie jetzt bei einem 61-jährigen Maichinger. „Die Masche ist nicht neu, kommt zuletzt aber wieder verstärkt auf“, sagt die Polizei-Pressesprecherin Yvonne Schächtele.
„Im ersten Moment stehst du komplett neben dir“, sagt der Maichinger, der sich am Freitagmittag bei der SZ/BZ wandte. Wenige Minuten zuvor war er von einer unbekannten Nummer angerufen worden. Es meldete sich eine Stimme, die der seines Sohnes stark geähnelte habe. Weinerlich stammelte diese „ich habe gerade einen Mann tot gefahren“. Auf die Nachfrage, wer tatsächlich am Apparat war und von wo aus er anrufe, kam die Antwort: „Ich bin dein Sohn und in Berlin.“ Nachdem diese letzte Information überhaupt nicht passte, war die Leitung plötzlich unterbrochen. „Als nächstes hätte sich wahrscheinlich ein vermeintlicher Anwalt oder Polizist gemeldet, der nach einer Kaution gefragt hätte, damit der Sohn nicht ins Gefängnis kommt“, sagt Yvonne Schächtele. Dabei rufe nach einem tödlichen Unfall die Polizei niemals bei den Hinterbliebenen an.
Nachdem der Maichinger die Polizei verständigte, und dann auch seinen Sohn erreichte, meldet er sich in der SZ/BZ-Redaktion: „Ich bin sicher nicht naiv, aber solch eine Nachricht macht etwas mit dir.“ Yvonne Schächtele: „Die Betrüger spielen enorm mit emotionaler Bindung. Dazu passt auch die weinerliche Stimme. Häufig meint man, darin das eigene Kind zu erkennen.“ Sie rät dazu, ruhig zu bleiben, aufzulegen, zu versuchen, das Kind zu erreichen und die Polizei zu verständigen.



