

Holzgerlingen. Die Elektro Breitling GmbH ist Partner im neu gestarteten Forschungsprojekt WISER (Wissensintegration und intelligente Sicherung von Erfahrungswissen). Ziel des vom Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) geförderten Verbundprojekts ist die Ent-wicklung eines KI-gestützten Systems, das wertvolles Erfahrungswissen von Elektrohandwerkern erfasst, strukturiert und für Unternehmen langfristig nutzbar macht.
Die Aufnahme in das Förderprogramm stellt einen besonderen Erfolg dar: Von mehr als 50 deutschlandweit eingereichten Projektanträgen wurden lediglich fünf Vorhaben zur Förderung ausgewählt. WISER zählt damit zu den bundesweit herausragenden Innovationsprojekten im Bereich Künstliche Intelligenz, Wissenstransfer und digitale Arbeitswelt.
Produzierende Unternehmen und das Handwerk stehen zunehmend vor der Herausforderung, komplexe Prozesse effizient, sicher und in gleichbleibend hoher Qualität umzusetzen. Gleichzeitig verschärfen Fachkräftemangel, demografischer Wandel und Personalfluktuation den Wettbewerb um qualifizierte Mitarbeitende.
Ein großer Teil des entscheidenden Wissens über Prozesse, Problemlösungen und bewährte Vorgehensweisen ist häufig nicht dokumentiert, sondern als Erfahrungswissen in den Köpfen langjähriger Beschäftigter gespeichert. Geht dieses Wissen verloren, entstehen Risiken für Qualität, Produktivität und Innovationsfähigkeit. „Unser Erfolg basiert auf dem Know-how und der Erfahrung unserer Mitarbeitenden. Dieses Wissen zu bewahren und für neue Kolleginnen und Kollegen zugänglich zu machen, ist eine der zentralen Herausforderungen der kommenden Jahre“, erklärt Jörg Veit, Geschäftsführer Personal der Elektro Breitling GmbH.
Im Rahmen von WISER wird ein intelligentes Assistenzsystem entwickelt, das Erfahrungswissen aus unterschiedlichen Quellen erfasst und mithilfe moderner Sprachmodelle strukturiert aufbereitet. Ziel ist es, Mitarbeitenden das benötigte Wissen schnell und situationsgerecht bereitzustellen.
Dadurch sollen Einarbeitungszeiten verkürzt, Lernprozesse verbessert und die Qualität betrieblicher Abläufe nachhaltig gesichert werden. Gleichzeitig wird untersucht, wie KI-Lösungen technisch, organisatorisch und rechtlich sinnvoll in den Arbeitsalltag integriert werden können.
Besonderes Augenmerk liegt dabei auf der engen Zusammenarbeit mit den Beschäftigten. Gemeinsam werden kritische Wissensbereiche identifiziert und geeignete Methoden zur Wissensaufnahme entwickelt. Die entstandenen Lösungen werden anschließend in realen Anwendungsszenarien getestet und weiterentwickelt.
Als Praxispartner bringt Elektro Breitling seine Erfahrungen aus der Elektrotechnik und dem Projektgeschäft in die Entwicklung des Systems ein. Das Unternehmen unterstützt die Identifikation relevanter Anwendungsfälle und stellt sicher, dass die entwickelten Lösungen den tatsächlichen Anforderungen mittelständischer Unternehmen entsprechen.
Für Elektro Breitling bietet die Beteiligung am Projekt die Möglichkeit, aktiv an der Gestaltung zukünftiger Wissensmanagement- und Qualifizierungskonzepte mitzuwirken.
„Die Sicherung von Erfahrungswissen wird in Zukunft ein entscheidender Wettbewerbsfaktor sein. Mit WISER wollen wir dazu beitragen, dass Wissen nicht verloren geht, sondern dauerhaft für Unternehmen und Beschäftigte nutzbar bleibt. Gerade vor dem Hintergrund des Fachkräftemangels eröffnet Künstliche Intelligenz hier völlig neue Möglichkeiten“, so Veit.
Das Projekt WISER wird von der Prospektiv GmbH koordiniert. Zum Verbund gehören außerdem das Fraunhofer-Institut für Materialfluss und Logistik IML, die S3-Medien GmbH aus Rutesheim, die Hanno Werk GmbH & Co. KG sowie die Elektro Breitling GmbH.
Mit einem Gesamtvolumen von rund 1,77 Millionen Euro und einer Laufzeit bis November 2028 verfolgt der Projektverbund das Ziel, einen wissenschaftlich fundierten und zugleich praxisnahen Ansatz zur Sicherung von Erfahrungswissen zu entwickeln. Die Ergebnisse sollen perspektivisch auf unterschiedliche Branchen und Unternehmensgrößen übertragbar sein. Dieses Projekt wird im Rahmen des Programms „Zukunft der Arbeit“ durch das Bundesminis-terium für Forschung, Technologie und Raumfahrt (BMFTR) und die Europäische Union über den Europäischen Sozialfonds Plus (ESF Plus) gefördert.




