

Eine Weltpremiere: Jede Karosse wird einzeln nach Kundenwunsch beschichtet. Das heißt, es müssen nicht erst eine Reihe blaue und dann eine Reihe gelbe Modelle eingefärbt werden, sondern es können auch Gelb und Blau im Wechsel aufgetragen werden.
In der seriellen Automobillackierung ist das normalerweise ein höchst schwieriges und kostenintensives Unterfangen. In der momentan entstehenden Lackiererei von Lamborghini am Stammsitz im italienischen Sant’Agata Bolognese ist das künftig anders, wenn dort das Modell Urus, das neue SUV des Unternehmens, lackiert wird.
Diese Anlage revolutioniert die klassische Automobillackierung: weg vom starren Linienprinzip, hin zu einer flexiblen Werkstattfertigung. So sind aktuell verfügbare Produktionsressourcen wie Trockner oder bestimmte Lackierkabinen effizient nutzbar, auch wenn verschiedene Lackvarianten oder Bauteile aus unterschiedlichen Werkstoffen gleichzeitig auf der Anlage produziert werden.
Die Auslegung und das Design dieser Anlage sind die Basis für die Flexibilisierung der Lackiererei. Den Kopf aber bildet E-MES, das Produktionsleitsystem der Eisenmann Industrial Software Company (Enisco). Zu dieser intelligenten Steuerung gehören Online-Planung, Materialflusssteuerung und integrierte digitale Werkerführung. „Mit E-MES ist es uns gelungen, den Weg freizumachen für die Lackierung unterschiedlichster Karossen, Werkstoffe und endkundenspezifischer Oberflächen in einer einzigen Anlage“, sagt Werner Gruber, Geschäftsführer von Enisco. „Lange wurden Anlagen auf standardisierte Prozesse mit hohen Durchsätzen optimiert. Nun ist eine Serienproduktion mit individuellen Kundenwünschen möglich“, so Gruber weiter.
Die Lackieranlage für den Urus wird Ende des Jahres fertiggestellt. Neben dem Produktionsleitsystem E-MES liefert Eisenmann die komplette Anlage samt Materialversorgung, die Decklackkabinen mit Abscheidesystem, die Trockner, ein Hochregallager, Fördertechnik und die Arbeitsplätze.



